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EXECUTIVE-KARRIERE-GLOSSAR

Begriffe aus dem verdeckten Stellenmarkt. Erklärt von jemandem, der auf beiden Seiten des Tisches saß.

Headhunter, Retained Search, Ghost Jobs, Sperrzeit, Proof-of-Fit: Wer sich auf Führungsebene neu orientiert, stößt auf Begriffe, die Personalberater und Unternehmen täglich benutzen und selten erklären. Hier finden Sie die Definition in zwei Sätzen und dazu meine Einordnung aus 28 Jahren Executive Search und Karriereberatung. Jeder Eintrag führt zu dem Artikel, der das Thema vertieft.

7,4

7,4-Sekunden-Regel

Von Sabine Lanius geprägt

7,4-Sekunden-Regel: Entscheider und Headhunter scannen einen Lebenslauf rund 7,4 Sekunden, dann fällt die Vorentscheidung. In dieser Zeit müssen drei Informationen ankommen, wer Sie sind, was Sie bewegt haben und wo Sie gerade stehen.

Einordnung: Blickverlaufsstudien zeigen ein F-Muster, der Blick nimmt Name, aktuellen Titel, Arbeitgeber, Überschriften und Zahlen auf. Aus diesem Scan bildet der Leser eine Hypothese, und alles danach dient nur ihrer Bestätigung. Ich lege Klienten gelegentlich ihren eigenen Lebenslauf für sieben Sekunden hin und nehme ihn wieder weg; sie nennen Name, Adresse, Foto, fast nie, wofür sie stehen. Deshalb gehören auf die erste Seite eine Positionierungszeile unter dem Namen, ein Kurzprofil und drei Ergebnisse mit Zahlen. Das schaffen weniger als ein Fünftel der Lebensläufe, die ich sehe. Die Regel ist kein Trick, sondern Respekt vor der Zeit des Lesers.

A

Abfindung (Faustformel)

Begriff

Abfindung (Faustformel): Eine Abfindung ist die Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes; einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Als Orientierung gilt ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr, eine Formel, die im Gesetz nur für die betriebsbedingte Kündigung mit Abfindungsangebot steht.

Einordnung: Auf Top-Level ist die Faustformel ein Anfang, kein Ergebnis. Den Wert bestimmen Restlaufzeit, das Prozessrisiko des Unternehmens, sein Interesse an Diskretion und Tempo sowie Ihre Zeit bis zur nächsten Position, die oft neun bis zwölf Monate dauert. Eine echte Abfindung ist sozialversicherungsfrei, Einkommensteuer fällt in voller Höhe an, die Fünftelregelung mildert die Progression und wird seit 2025 nur noch über die Steuererklärung gewährt. Der Fehler, den ich am häufigsten sehe, ist, dass nur über die Abfindung gesprochen wird. Zuflusszeitpunkt und Deklaration der Bestandteile entscheiden Steuerberater und Fachanwalt, nicht die Personalabteilung.

Anschreiben als Angebot

Von Sabine Lanius geprägt

Anschreiben als Angebot: Auf Führungsebene ist das Anschreiben kein Begleitbrief, sondern ein Angebot an das Unternehmen. Es beantwortet auf einer Seite drei Fragen, was Sie hier tun wollen, wofür Sie Ihr Geld wert sind und was Sie besser können als andere.

Einordnung: Zwischen offenem und verdecktem Markt gibt es einen Unterschied, der bekannt ist, aber wenig beachtet wird. Bei einer Ausschreibung wird zuerst der Lebenslauf gelesen, das Anschreiben oft gar nicht. Bei einer direkten Ansprache ist es umgekehrt, ohne den Kontext des Anschreibens kann der Empfänger den Lebenslauf nicht einordnen. Der Perspektivwechsel klingt einfach und ist die häufigste Hürde, die ich in der Beratung erlebe, weil Führungskräfte es gewohnt sind, Angebote zu bewerten, nicht selbst eines zu sein. Ein Test hilft, lesen Sie die Seite laut in dreißig Sekunden vor. Der Wechselgrund gehört in einen Satz, ehrlich, ohne Drama.

ATS (Applicant Tracking System)

Begriff

ATS (Applicant Tracking System): Ein Applicant Tracking System ist die Software, die Lebensläufe vor jedem menschlichen Blick ausliest, mit der Anzeige abgleicht und vorsortiert. Sie liest linear wie ein Textdokument, nicht visuell, und scheitert an Spalten, Grafiken und Kopfzeilen.

Einordnung: Dass auch Executive-Search-Häuser solche Systeme einsetzen, überrascht viele. Die Gründe sind nüchtern, von der Datenbank für tausende Profile bis zur Flut generischer, KI-erzeugter Bewerbungen. Gerade starke Profile werden aussortiert, weil sie aus Agenturhand oder aus Gestaltungsprogrammen stammen und für Menschen optimiert sind, nicht für Systeme. Die fünf häufigsten Stolpersteine sind komplexe Layouts, grafische Kompetenzbalken, fehlende Begriffe aus der Anzeige, kreative Überschriften und Kontaktdaten in der Kopfzeile. Ich empfehle inzwischen wieder einen einspaltigen, in Word erstellten Lebenslauf als PDF. Ob er maschinenlesbar ist, zeigt ein Ein-Minuten-Test ohne Werkzeug.

Aufhebungsvertrag

Begriff

Aufhebungsvertrag: Ein Aufhebungsvertrag beendet das Anstellungsverhältnis einvernehmlich zu einem Datum und zu Bedingungen, die beide Seiten unterschreiben. Er ist ein Vertrag, keine Kündigung, verlangt Schriftform und kennt weder Widerruf noch Bedenkzeit.

Einordnung: Der Begriff löst bei den meisten Führungskräften Unbehagen aus, er klingt nach Ende. In meiner Beratung erlebe ich ihn als den Moment, in dem Sie mehr Gestaltungsmacht haben, als Sie glauben, vorausgesetzt, Sie sprechen zu früh über nichts. Der teuerste Fehler passiert vor der Verhandlung, wenn Sätze wie „Damit habe ich gerechnet“ den Rahmen setzen. Fachanwalt Till Hischemöller bringt es im Gespräch mit mir auf einen Satz: zuhören, nichts zusagen, beraten lassen. Vorstände und GmbH-Geschäftsführer fallen nicht unter das Kündigungsschutzgesetz, für sie ist der Vertrag oft der einzige Weg, Bedingungen zu verhandeln. Oft liegt ein Drittel des Werts in den Positionen jenseits der Abfindung.

Aufsichtsrat und Beirat

Begriff

Aufsichtsrat und Beirat: Aufsichtsrat und Beirat sind Kontrollgremien, in die man berufen wird, nicht über eine Bewerbung aufgenommen. Gesucht wird die Kompetenz, die dem Gremium für den Business Case der nächsten Jahre fehlt, getragen von Persönlichkeit und Unabhängigkeit.

Einordnung: Ich sitze selbst seit 2019 in einem Aufsichtsrat und bin über mein Netzwerk hineingekommen. Rudolf X. Ruter beschreibt zwei Wege, den alten über Family, Friends and Fools und den systematischen über einen Executive-Search-Berater. Vor einigen Jahren lief vielleicht jede zehnte Berufung über einen Headhunter, heute eher jede vierte oder fünfte, und moderne Gremien berufen befristet, meist auf drei Jahre. Ein Gramm Charakter wiegt in der Berufung mehr als tausend Gramm zusätzliches Fachwissen. Wer weiß, welche Lücke er schließt, hat einen Satz, den man weitersagen kann; wer langjährige Führungserfahrung anbietet, hat keinen, und der Weg folgt einem Zwölf-Monats-Plan, der mit festen Kalenderblöcken fürs Netzwerk beginnt.

B

Background-Check

Begriff

Background-Check: Ein Background-Check ist die strukturierte Prüfung von Identität, Werdegang, Abschlüssen und Referenzen an der Quelle vor der Einstellung einer Führungskraft. Geprüft werden Fakten, nicht das Privatleben; der Prüfer sammelt und dokumentiert, das Unternehmen bewertet.

Einordnung: Immer mehr Unternehmen lassen Kandidaten für Führungspositionen prüfen, aus Compliance-Gründen, wegen der Haftung von Organen und der Kosten einer Fehlbesetzung. Bei Vorständen und C-Level läuft der Check meist auf der Shortlist, bei den letzten zwei oder drei Kandidaten. In einem transparenten Verfahren füllen Sie eine Selbstauskunft aus, das dauert etwa eine halbe Stunde, die Prüfung selbst fünf bis sieben Arbeitstage. Als Warnsignal gelten Unwahrheiten, etwa nicht abgeschlossene Studiengänge, die als Abschluss geführt werden, oder erfundene Referenzen. Ich kenne den Fall eines CFO, dessen Referenzen sich Monate nach der Einstellung als erfunden herausstellten. Konsistenz über Lebenslauf, Profil und Zeugnisse macht den Check zur Bestätigung.

Branchenwechsel

Begriff

Branchenwechsel: Ein Branchenwechsel auf Top-Level trägt, wenn die Funktion übertragbar ist oder die Situation das Verbindende bildet, und bricht, wenn Produkt-, Markt- oder Regulierungswissen den Kern der Rolle ausmacht. Übertragbarkeit wird belegt, nicht behauptet.

Einordnung: Joseph L. Bower hat über 1.800 Nachfolgen auf der Position des Vorstandsvorsitzenden analysiert, interne Nachfolger schneiden im Durchschnitt deutlich besser ab. Jede Branche hat vier Wissensdomänen, die man nicht in einem Jahr lernt, und achtzehn Monate ist die Frist, in der Ergebnisse erwartet werden. Finanzen, Personal, IT und Einkauf tragen über Branchen hinweg, Vertrieb und Produktmanagement selten, und Externe werden in fünf Situationen bewusst gesucht, etwa im Strukturwandel oder in der echten Krise. Ein Werkleiter aus der Automobilzulieferung führt heute die Produktion eines Maschinenbauers, weil der Gesellschafter sagte, er habe genau das Problem schon gelöst. „Meine Erfahrung ist übertragbar“ ist der schwächste Satz, den Sie sagen können.

E

Erstgespräch beim Personalberater

Begriff

Erstgespräch beim Personalberater: Das Erstgespräch beim Personalberater ist der Auswahlschritt, in dem der Berater klärt, ob er seinen Namen für einen Kandidaten einsetzt. Es dauert oft zwei bis drei Stunden per Video, häufig zu zweit geführt, und ist das Verfahren, keine Formsache.

Einordnung: Viele Berater arbeiten mit einem Schema von etwa 50, 30, 20, die Hälfte des Gewichts auf Fachlichkeit, knapp ein Drittel auf Soft Skills, der Rest auf Persönlichkeit. Fachlich passen auf dieser Ebene alle Kandidaten der Liste, die andere Hälfte gibt den Ausschlag. Die meisten Berater sagen, dass sie mit ihrer Einschätzung in mehr als neun von zehn Fällen richtig liegen. Die Kamera verrät den Blick zum zweiten Bildschirm mit Notizen, deshalb rate ich, so vorbereitet zu sein, dass Sie keine brauchen. Die Frage, die Ihre Führung offenlegt, lautet, was Sie an Ihren Mitarbeitenden besonders schätzen. Der Berater ist nicht Ihr Gegner, er ist der Erste, der Sie gewinnen will, wenn Sie passen.

F

Freistellung

Begriff

Freistellung: Die Freistellung entbindet eine Führungskraft nach der Trennung von der Arbeitspflicht bei laufenden Bezügen, meist bis zum Vertragsende. Im Aufhebungsvertrag sollte sie unwiderruflich sein, ohne Anrechnung anderweitigen Verdienstes und mit Sprinterklausel.

Einordnung: Die Uhr läuft ab der Freistellung, nicht ab dem Beginn der Suche. Headhunter und Entscheider lesen Lücken in einer Spirale, Monat eins und zwei gelten als normal, ab Monat drei kommen erste Fragezeichen, ab Monat sechs ernsthafte Zweifel. Eine Suche auf Führungsebene dauert heute neun Monate und mehr. Sechs Monate Auszeit plus neun Monate Suche ergeben fünfzehn Monate, in denen die Abfindung schmilzt. Wer dann unter Druck steht, nimmt die Position eine Ebene tiefer, und der Weg zurück dauert Jahre. Ich empfehle ein Mikro-Sabbatical von sechs bis acht Wochen und danach Struktur, damit Sie nach acht Wochen im Markt sind, nicht nach acht Monaten.

Freiwilligenprogramm

Begriff

Freiwilligenprogramm: Ein Freiwilligenprogramm ist ein standardisiertes Angebot des Unternehmens, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden, mit fester Abfindungsformel, Stichtag und einem Bündel aus Freistellung und Zeugnis. Es ist ein Rahmen; unterschrieben wird trotzdem ein individueller Aufhebungsvertrag.

Einordnung: Ein Bereichsleiter rief mich an und fragte, ob das Programm ein Angebot sei oder eine Warnung. Ob Ihre Rolle gemeint ist, sagt Ihnen niemand, aber Sie können es lesen, etwa an zusammengelegten Bereichen oder einem Vorgesetzten, der der Frage nach Ihrer künftigen Rolle ausweicht. Die Formel ist für die Breite der Belegschaft gerechnet und bildet Ihren Fall mit langen Fristen, variabler Vergütung und Wettbewerbsverbot selten ab. Ich rate, erst den Markt zu prüfen, zwei bis drei Wochen leise Sondierung mit vier bis fünf Personalberatern, und dann zu entscheiden. Wer sondiert hat, verhandelt anders. Auf die freiwillige Runde folgt oft eine unfreiwillige mit schlechteren Konditionen.

G

Generalisten-Falle

Von Sabine Lanius geprägt

Generalisten-Falle: Die Generalisten-Falle beschreibt den Irrtum, dass ein breites Profil auf Top-Level mehr Chancen eröffnet. Tatsächlich wird dort nach Risikominimierung besetzt, und ein Profil, das für vieles steht, wirft dem Entscheider zwei offene Fragen auf, die er vermeidet.

Einordnung: Auf unteren und mittleren Ebenen wird nach Potenzial besetzt, Breite ist dort ein Vorteil. Auf Führungsebene trägt der Entscheider die Verantwortung für die Besetzung, und er fragt nicht, was diese Person alles könnte, sondern ob sie genau dieses Problem schon einmal gelöst hat. Deshalb landen Führungskräfte mit exzellentem Werdegang monatelang unter „interessant“, und „interessant“ wird nie angerufen. Auch der CEO ist kein Generalist, er ist Spezialist für die Führung von Spezialisten in einer bestimmten Situation, wie ein Zehnkämpfer Spezialist für den Zehnkampf ist. Wer sich schärft, verliert nur die Chancen, die er ohnehin nicht bekommen hätte.

Ghost Jobs

Begriff

Ghost Jobs: Ghost Jobs sind Stellenanzeigen ohne Stelle dahinter, weil die Position intern besetzt, das Budget gestrichen oder die Anzeige nie abgeschaltet wurde. Auf Führungsebene kommt die Pflichtausschreibung hinzu, bei der die Entscheidung schon gefallen ist.

Einordnung: In den USA wird bis zu jede fünfte Online-Anzeige nie besetzt, und vier von zehn Personalverantwortlichen räumten ein, im Vorjahr eine Anzeige ohne echte Stelle geschaltet zu haben. Für Deutschland fehlt eine vergleichbare Erhebung, die Mechanik sehe ich in der Beratung jede Woche. Ich empfehle vor jeder Bewerbung einen Sechs-Punkte-Test in zehn Minuten, etwa ob ein Berater mit Namen genannt ist und ob die Anzeige seit mehr als drei Monaten unverändert steht. Der Schaden liegt nicht in der Stunde für die Bewerbung, sondern in der Warteschleife danach. Eine Anzeige ist eine Information über Bedarf, keine Einladung.

H

Headhunter sind keine Jobhunter

Von Sabine Lanius geprägt

Headhunter sind keine Jobhunter: Ein Headhunter sucht keine Position für Sie, er besetzt ein Mandat für ein Unternehmen. Die Suche beginnt mit dem unterschriebenen Auftrag und endet mit dem Vertrag des Kandidaten, dazwischen zählt nur die Passung zum Raster.

Einordnung: Den Satz „Mein Lebenslauf spricht für sich, da werde ich schon gefunden“ höre ich seit fast dreißig Jahren. Er stimmte für eine Phase, in der Berater aus ihrem Netzwerk besetzten. Heute suchen sie für jedes Mandat so spezifisch wie möglich, und der Anruf kommt nur, wenn Sie exakt ins Raster fallen. Drei Mythen kosten Monate: dass sich alte Headhunter-Kontakte aktivieren lassen, dass mehr als zwei Berater das Profil verbrennen und dass man sich regelmäßig in Erinnerung bringen sollte. Berater erinnern sich an scharfe Profile, nicht an häufige Anrufe. Das stille Telefon ist kein Urteil über Ihren Wert, sondern die Mathematik eines größer gewordenen Marktes.

I

Initiativansprache vs. Blindbewerbung

Von Sabine Lanius geprägt

Initiativansprache vs. Blindbewerbung: Die Blindbewerbung schickt vollständige Unterlagen ohne Anlass an Personalabteilungen. Die Initiativansprache richtet eine Seite mit konkretem Anlass und belegtem Angebot an die Person, die entscheiden kann, und bittet um ein Gespräch, nicht um eine Position.

Einordnung: Ich erlebe regelmäßig, wie Führungskräfte mit zwanzig Jahren Managementerfahrung in den Sprinklermodus schalten. Die Blindbewerbung beruhigt, weil sie sich nach Aktivität anfühlt, und genau darin liegt ihr Schaden. Sie erreicht die Falschen, hinterlässt Einträge in fremden Datenbanken, und wenn derselbe Lebenslauf bei fünf Wettbewerbern auftaucht, entsteht der Eindruck von Verzweiflung. Acht sorgfältige Ansprachen bringen in meiner Erfahrung mehr Gespräche als achtzig Mailings, und andere Gespräche. Zwölf Ansprachen, jede eine Stunde Arbeit, ergeben drei bis fünf Gespräche. Von beidem parallel rate ich ab, denn der Sprinkler löscht, was die gezielte Ansprache aufbaut.

Interim Management

Begriff

Interim Management: Interim Management ist die zeitlich befristete Übernahme von Führungs- oder Projektverantwortung als Selbstständiger, meist vermittelt über Provider, die einen Anteil am Tagessatz nehmen. Es ist kein Arbeitsverhältnis mit Ablaufdatum, sondern Unternehmertum.

Einordnung: Wer nach einer Trennung sagt, dann mache ich eben Interim, bekommt von mir fünf Fragen. Die erste lautet, ob Sie Unternehmer sein wollen, mit Akquise, Auslastung und Wochen ohne Umsatz. Der Provider-Markt wird unterschätzt, der Upload in zwanzig Datenbanken ist nichts, zwei bis drei Stammprovider sind mehr wert als zwanzig Listungen. Das erste Mandat kommt fast nie vom Provider, sondern aus dem Netzwerk, das Sie schon haben. Ein klares Profil besteht zur Hälfte aus dem, was Sie nicht machen. Im Mandat zählt die Haltung, ein Problem zu lösen statt die Welt zu retten, und vorher zu klären, wer der Auftraggeber ist und welche Befugnisse dazugehören.

L

LinkedIn-Profil als Landingpage

Von Sabine Lanius geprägt

LinkedIn-Profil als Landingpage: Das LinkedIn-Profil einer Führungskraft ist ihre Landingpage für Headhunter und deren KI-Werkzeuge, keine Chronik. Es muss die Begriffe enthalten, nach denen gesucht wird, und in wenigen Zeilen zeigen, welches Problem diese Person löst.

Einordnung: Headhunter suchen keine Jobtitel, sie suchen Kompetenzmuster, und KI-Werkzeuge gewichten Profile höher, die eine konsistente Erzählung aus Situation, Kompetenz und Ergebnis zeigen. Drei Muster sehe ich fast täglich, das Archiv, die Adjektivsammlung und den Bauchladen mit 35 Kompetenzen. Die Headline hat rund 220 Zeichen und ist in Suchergebnissen oft das Einzige, was neben Name und Foto sichtbar ist. Berater lesen das Profil als Karteikarte in ihrer Datenbank, fünf Punkte unter „Ich biete“ sind ein Suchtreffer, 35 sind Rauschen. Vom grünen Rahmen „Open to Work“ rate ich auf Top-Level ab, er wirkt wie ein Preisschild. Wer im Amt sondiert, schaltet vorher die Änderungsbenachrichtigung ab.

M

Management-Diagnostik (Einzel-Assessment)

Begriff

Management-Diagnostik (Einzel-Assessment): Management-Diagnostik ist der systematische Abgleich zwischen der Persönlichkeit eines Kandidaten und der Kultur, in die er kommen soll, meist in der letzten Runde eines Auswahlverfahrens. Sie sortiert nicht aus, sondern zeigt beiden Seiten, wo Reibung entsteht.

Einordnung: Die meisten Trennungen auf Executive-Ebene passieren nicht, weil Erfolge von gestern nichts mehr gelten, sondern weil Persönlichkeit und Umfeld nicht zusammenkommen. Genau das versuchen Unternehmen vor der Einstellung zu vermeiden, daher die frühe Absage trotz perfekter Unterlagen. Ich setze Persönlichkeitsanalysen und Management-Diagnostik selbst in der letzten Runde ein und rate Kandidaten, sich darauf einzulassen. Ein sauberes Verfahren spiegelt, welche Reibungspunkte zu erwarten sind und was ein Onboarding auffangen kann. Transparenz ist die oberste Regel, jeder der letzten Kandidaten sollte ein Feedback bekommen. Ohne Feedback bleibt jedes Verfahren eine Blackbox, und Blackboxen zerstören Vertrauen.

N

Nachfolgekandidat

Begriff

Nachfolgekandidat: Ein interner Nachfolgekandidat ist eine Führungskraft, die für die Nachfolge des CEO oder Geschäftsführers in Betracht kommt, ohne dass das Gremium Kriterien, Zeitplan oder eine parallele externe Suche offenlegt. Das Schweigen ist Struktur, nicht Versehen.

Einordnung: Ein COO, seit elf Jahren im Unternehmen, sagte mir, er wisse nicht, ob er warte oder übersehen werde. Gremien schweigen, weil sie kein Wettrennen auslösen und keinen Kandidaten verlieren wollen. Fünf Signale zeigen, ob Sie vorkommen, etwa die Einladung, Ihren Bereich selbst vor dem Gremium zu präsentieren, oder ein Personalberater im Haus mit einem Assessment der ersten und zweiten Ebene. Die CEO-Wechselquote lag 2025 bei 12,5 Prozent, nach 9,8 Prozent im Jahr davor, und viele Nachfolgen werden unter Zeitdruck extern besetzt. Ich empfehle das ruhige Gespräch in drei Sätzen und die Sechs-Monats-Regel. Die interne Option wird erst stark, wenn Sie leise eine externe aufgebaut haben.

Netzwerk aktivieren

Begriff

Netzwerk aktivieren: Netzwerk aktivieren heißt, Kontakte nach Gleichgestellten, Multiplikatoren und Entscheidern zu sortieren und ihnen einen Satz mitzugeben, den sie weitergeben können. Ohne diesen Satz ist ein Netzwerk ein Publikum, mit ihm ein Vertrieb.

Einordnung: Eine Geschäftsführerin sagte mir, solange sie im Amt war, wollte jeder mit ihr essen gehen; drei Wochen nach der Freistellung war der Kalender leer. Netzwerke auf Führungsebene hängen an der Position, nicht an der Person. Drei Probleme kommen zusammen, die falsche Flughöhe, weil die meisten seitwärts vernetzt sind, das Timing, weil Bedarf Zufall ist, und das Reputationsrisiko dessen, der empfiehlt. „Ich bin offen für vieles“ kann niemand weitergeben. Deshalb steht der Satz in meiner Arbeit am Anfang jeder Neuorientierung, vor dem Lebenslauf und vor LinkedIn. Sechs Wochen reichen, um das Netzwerk mit inhaltlichen Anlässen und der einzigen Bitte, die funktioniert, zu aktivieren, nämlich wer Ihnen einfällt.

O

Outplacement

Begriff

Outplacement: Outplacement ist Beratung zur beruflichen Neuorientierung, die das Unternehmen für ausscheidende Mitarbeitende finanziert, meist als Posten im Trennungspaket. Der Anbieter ist verhandelbar; die Zusage gehört mit Betrag und Laufzeit in den Aufhebungsvertrag.

Einordnung: Outplacement ist kein Geschenk, das Budget ist Teil der Gesamtkalkulation, und oft bedeutet mehr Outplacement weniger Abfindung. Programme für Führungskräfte kosten üblicherweise zwischen 15 und 25 Prozent des letzten Jahresbruttos, bei 250.000 Euro also zwischen 37.000 und über 60.000 Euro. Die großen Anbieter leisten gute Arbeit für das mittlere Management; ab der Geschäftsführungsebene, grob ab 150.000 bis 160.000 Euro Jahresgehalt, wird der Markt verdeckt, und Standardprogramme arbeiten am falschen Ort. Ich habe beide Seiten gesehen, die Programme von innen und Führungskräfte, die nach sechs Monaten darin zu mir kamen. Lassen Sie sich das Budget zusichern, nicht den Anbieter; Rahmenverträge binden Sie nicht, und nach § 3 Nr. 19 EStG ist die Leistung für Sie steuerfrei.

P

Positionierung: Ein Dach, drei Säulen

Von Sabine Lanius geprägt

Positionierung: Ein Dach, drei Säulen: Das Dach ist die eine Aussage, für die eine Führungskraft steht, ihre Wirkung in einer Situation, nicht ihr Titel. Drei Säulen tragen es, Bereiche mit nachweisbaren Ergebnissen; was nicht darunter passt, kommt in den Keller, nicht weg.

Einordnung: Zwei Formen der Selbstdarstellung scheitern, der Bauchladen, der alles anbietet, und der Elfenbeinturm, der sich auf ein Wort verengt; Sie sind Generalist in Ihrer Funktion und Spezialist in Ihrer Wirkung. Der Bau dauert einen Nachmittag in vier Schritten, von den zehn stolzesten Ergebnissen mit Zahl bis zur Frage, welche Situation alle drei Säulen zugleich braucht, und es bleiben drei Säulen, nicht sieben, denn sieben sind ein Bauchladen mit Architekturvokabular. Aus meiner Zeit in der Personalberatung weiß ich, dass am Abend nur die Kandidaten blieben, die mir einen Haken gegeben hatten. Gefunden wird, wer eine Adresse hat. Die Jahresprüfung, ob das Dach noch steht, gehört jedes Jahr auf den Tisch, nicht erst bei der Trennung.

Private-Equity-Portfoliounternehmen

Begriff

Private-Equity-Portfoliounternehmen: Ein Private-Equity-Portfoliounternehmen gehört einem Investor, der gekauft hat, um in vier bis sieben Jahren zu verkaufen. Die Geschäftsführung arbeitet nach einem Wertsteigerungsplan mit Meilensteinen, berichtet monatlich an den Sponsor und trägt einen Teil ihrer Vergütung als Beteiligung am Exit.

Einordnung: Ein Geschäftsführer aus dem Maschinenbau fragte mich, woran er erkenne, ob der Investor Partner sei oder Aufpasser. Das ist die richtige Frage. Fast drei Viertel der befragten CEOs aus börsennotierten Unternehmen können sich eine operative Rolle unter einem Investor vorstellen, und dieselbe Befragung gewichtet kulturelle Passung höher als Dealstruktur. Aus meiner Beratung kann ich das bestätigen, die Führungskräfte, die nach zwei Jahren ausschieden, hatten selten die Zahlen verfehlt. Ein Satz, den ich mehrfach gehört habe, lautet, die Autorität lag beim Investor, das Risiko bei mir. Deshalb gehören acht Fragen an den Sponsor in die zweite Runde sowie Leaver-Regeln, Vesting und ein Fixum, das trägt, in den Vertrag.

S

Sperrzeit

Begriff

Sperrzeit: Die Sperrzeit ist der Zeitraum von zwölf Wochen, in dem die Agentur für Arbeit kein Arbeitslosengeld zahlt, wenn jemand sein Arbeitsverhältnis ohne wichtigen Grund selbst gelöst hat. Ein Aufhebungsvertrag zählt grundsätzlich als eigene Mitwirkung.

Einordnung: Viele entdecken diese Nebenwirkung erst bei der Agentur für Arbeit. Nach deren Weisungen bleibt die Sperrzeit aus, wenn vier Bedingungen zusammen erfüllt sind, darunter eine Abfindung zwischen 0,25 und 0,5 Bruttomonatsgehältern je Beschäftigungsjahr. Liegt sie darüber, was auf Führungsebene die Regel ist, prüft die Agentur die Rechtmäßigkeit der drohenden Kündigung. Davon zu trennen ist die Ruhenszeit, bei der sich der Anspruch nur nach hinten verschiebt. Vorstände einer AG sind nicht arbeitslosenversichert, für sie zählt allein das Paket; wer versichert ist, meldet sich spätestens drei Monate vor dem Ende arbeitsuchend, und der Beendigungsgrund gehört sauber in den Vertrag.

Success Story (PAR)

Begriff

Success Story (PAR): Eine Success Story ist eine vorbereitete Wirkungsgeschichte aus der eigenen Laufbahn in wenigen Sätzen, nach Strukturen wie PAR (Problem, Action, Result) oder STAR. Sie belegt eine behauptete Eigenschaft mit Ausgangslage, Handlung und Ergebnis in Zahlen.

Einordnung: Jeder erfahrene Interviewer fragt nach einem Beispiel, sobald Sie Lernfähigkeit oder Veränderungsbereitschaft nennen, und wenn das letzte Beispiel lange zurückliegt, ist die Behauptung erledigt. Deshalb arbeite ich mit meinen Klienten an drei bis fünf Wirkungsgeschichten, jede in neunzig Sekunden erzählbar und nach Passung zum Problem des Unternehmens ausgewählt, nicht nach Stolz. Für Behavioral Questions gilt die Disziplin von maximal fünf Sätzen, ein bis zwei pro Baustein. Unvorbereitet reden wir alle zu lang oder zu kurz, vorbereitet wirkt die Geschichte wie aus dem Moment, und fünf Sätze langweilen nie; wer mehr wissen will, fragt nach, und das ist ein gutes Zeichen.

Ü

Über-50-Mythos

Von Sabine Lanius geprägt

Über-50-Mythos: Der Über-50-Mythos ist die Überzeugung, dass Führungskräfte ab fünfzig keine Chance mehr haben. Sie stammt aus der angelsächsischen Arbeitswelt, erfüllt sich selbst, und in der Analyse stockender Suchen kommt Alter fast nie als Hauptursache heraus.

Einordnung: Zwei Frankfurter Personalberater sagten mir, bis etwa 53 oder 55 habe eine Führungskraft mit belastbarem Werdegang keine grundsätzlichen Probleme, auch mit 58 gebe es Chancen. Die vier Gründe, warum Suchen über 50 stocken, heißen veraltete Suchstrategie, unscharfe Positionierung, ein Lebenslauf, der Geschichte statt Nutzen erzählt, und ein kippendes Selbstbild. Das Gehalt ist in der Praxis der Berater oft der eigentliche Grund, wenn eine Besetzung scheitert. Für eine Geschäftsführung mit 160 Bewerbungen fanden sich vier Frauen, obwohl Mandanten ausdrücklich Kandidatinnen wünschen. Bewerben Sie sich bei achtzig bis neunzig Prozent Passung. Erfahrung ist kein Makel, sie muss als Antwort auf ein konkretes Problem erzählt werden.

V

Verdeckter Stellenmarkt

Von Sabine Lanius geprägt

Verdeckter Stellenmarkt: Der verdeckte Stellenmarkt umfasst Positionen, die vergeben werden, bevor eine Anzeige erscheint, oft bevor ein Personalberater beauftragt ist. Sie entstehen aus Gesprächen mit Gesellschaftern, Aufsichtsräten und Vorsitzenden, die ein Problem haben, das noch keinen Titel trägt.

Einordnung: Auf Führungsebene werden die meisten Positionen in diesem Markt besetzt, über Netzwerke, Headhunter und Gespräche mit Entscheidern. Ich rate deshalb, etwa siebzig Prozent der Suchzeit dort zu investieren, nicht in Stellenportale. Ein Geschäftsführer, mit dem ich seine Liste durchging, hatte dreißig passende Anzeigen markiert; nach fünf Monaten standen zwölf unverändert online, sechs davon waren intern besetzt. Wer den verdeckten Markt wie ein Projekt bearbeitet, mit Zielfirmenliste und festem Rhythmus, ist erfahrungsgemäß schneller als der, der auf Anrufe wartet. Er verhandelt aus einer Position, in der man ihn wollte, nicht aus einer, in der er sich vorgestellt hat.

Vergütung verhandeln

Begriff

Vergütung verhandeln: Auf Top-Level gibt es keine Gehaltsverhandlung im klassischen Sinn, sondern die Gestaltung eines Pakets innerhalb eines bekannten Marktbands aus Funktion, Unternehmensgröße, Branche und Region. Die Faustregel lautet, Fixum wenig, Ziele viel, Vertragsschutz immer.

Einordnung: Ich habe Führungskräfte erlebt, die ein sehr gutes Angebot verloren, weil sie in der letzten Runde fünfzehn Prozent mehr wollten, und andere, die fünf Jahre zu wenig verdienten, weil sie „das passt schon“ sagten. Das Fixum macht üblicherweise fünfzig bis siebzig Prozent aus, innerhalb des Bandes sind fünf bis zehn Prozent beweglich. Mehr Spielraum liegt beim Bonus, weniger in der Prozentzahl als in erreichbaren Zielen, und im Vertragsschutz, der über Ihr Einkommen der nächsten drei Jahre bestimmt, wenn es anders kommt. Der Zeitpunkt zählt mehr als die Worte, verhandelt wird, wenn das Unternehmen Sie will, einmal, vollständig, in einem Zug. Kleinigkeiten nachzuverhandeln kostet Ansehen.

Vier Ligen der Personalberatung

Von Sabine Lanius geprägt

Vier Ligen der Personalberatung: Der Markt der Personalberatung besteht aus vier Ebenen: Personaldienstleister, Personalberatung für Fach- und Führungskräfte, Executive Search und eine kleine internationale Spitze. Jede Ebene hat ein eigenes Geschäftsmodell, und nur eine davon ist für Ihre Position zuständig.

Einordnung: Die Begriffe sind nicht geschützt, ein klangvoller Name sagt nichts über die Liga. Executive Search besetzt Führungskräfte auf erster und zweiter Ebene, die Spitze ausschließlich C-Level-Positionen mit Vergütungen ab etwa 250.000 Euro. Zwischen den Ebenen gibt es eine gläserne Decke, auch für die Berater selbst. Der Berater, der Sie vor zwölf Jahren als Abteilungsleiter platziert hat, arbeitet möglicherweise noch in Ebene 2, während Sie inzwischen in Ebene 3 gehören. Er meint es gut, aber er hat die Mandate nicht. Ich rate, bestehende Kontakte in einer Stunde nach Ebene und Spezialisierung zu sortieren und die Hälfte zu streichen.

W

Warnsignale (acht Signale)

Von Sabine Lanius geprägt

Warnsignale (acht Signale): Acht Warnsignale zeigen, dass eine Führungsposition wackelt, bevor es jemand ausspricht, vom neuen Eigentümer über förmlichere Kommunikation bis zum Montagmorgen-Gefühl. Keines allein bedeutet etwas, drei innerhalb eines Quartals fast immer.

Einordnung: Die meisten Führungskräfte sagen mir im ersten Gespräch, im Rückblick hätten sie es ein halbes Jahr vorher gesehen. Auf ihrer Ebene wird niemand entwickelt, er wird ausgetauscht, und die Entscheidung fällt Wochen vorher im kleinen Kreis. Die Bundesagentur für Arbeit zählte 2025 so viele arbeitslose Führungskräfte wie nie zuvor; lange Zugehörigkeit ist heute eher Angriffsfläche als Schutz. Drei Denkfehler machen aus einem Signal eine Krise, allen voran „Mir passiert das nicht“. Mein Vier-Wochen-Plan für die stille Vorbereitung, Leistungsdossier, Vertrag, Netzwerk, Sichtbarkeit, ist von außen unsichtbar und verpflichtet zu nichts. Der eine verhandelt später ein Paket, der andere nimmt eines.

Wettbewerbsverbot

Begriff

Wettbewerbsverbot: Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot untersagt der Führungskraft nach dem Ausscheiden für bis zu zwei Jahre die Tätigkeit für Wettbewerber. Es ist nur wirksam mit einer Karenzentschädigung von mindestens der Hälfte der zuletzt bezogenen vertragsmäßigen Leistungen.

Einordnung: Im Aufhebungsvertrag kann das Verbot aufgehoben, verkürzt oder gegen Zahlung bestätigt werden, und die Frage lautet, was für Ihren nächsten Schritt besser ist, Freiheit oder Entschädigung. Bei einem Umbau ist das Unternehmen oft bereit, darauf zu verzichten, man muss fragen. Ein Wettbewerbsverbot kann Ihnen die Hälfte Ihres Marktes nehmen. In Private-Equity-Verträgen wollen Investoren häufig weite Verbote, die nach dem Exit den halben Markt schließen; hier rate ich zu enger Begrenzung. Wer seine Position wackeln sieht, liest die Klausel im eigenen Vertrag, bevor er sie braucht.

Z

Zielfirmenliste

Begriff

Zielfirmenliste: Die Zielfirmenliste ist das Arbeitsdokument, mit dem Führungskräfte den verdeckten Markt wie ein Projekt bearbeiten. Sie enthält je Route rund fünfzig Unternehmen, ausgewählt nach der Frage, wer gerade braucht, was Sie können, und es bezahlen kann.

Einordnung: Im Vertrieb gibt es ein ideales Kundenprofil, eine Zielliste und die Regel, dass kein Angebot ohne Follow-up rausgeht. Genau das übertrage ich auf den Wechsel. Statt einer Leiter nach oben definieren Sie drei Routen, etwa die nächste Ebene in der eigenen Branche, die gleiche Ebene in einem größeren Haus einer Nachbarbranche und den Wechsel auf die Kundenseite. Pro Unternehmen stehen Lücke, Entscheider, letzter Kontakt und nächster Schritt in der Liste. Das Werkzeug, das die meisten nicht nutzen, ist der Maulwurf-Anruf bei jemandem, der dort auf Ihrer Zielebene arbeitet. Fünf Aktivitäten am Tag halten das Projekt in Bewegung.

Zwei-Ebenen-Regel

Von Sabine Lanius geprägt

Zwei-Ebenen-Regel: Die Zwei-Ebenen-Regel besagt, dass eine Ansprache im verdeckten Markt an die Person geht, die zwei Ebenen über der angestrebten Position steht. Eine Ebene ist oft befangen, drei Ebenen ordnen nicht mehr ein, die Personalabteilung verwaltet nur beschlossene Prozesse.

Einordnung: Ich habe Ansprachen gesehen, die inhaltlich hervorragend waren und nie eine Antwort bekamen, weil sie an „Sehr geehrte Damen und Herren“ gingen. Wer eine Bereichsleitung anstrebt, schreibt an die Geschäftsführung; wer den Vorsitz anstrebt, an den Aufsichtsratsvorsitzenden oder Hauptgesellschafter. In Familienunternehmen und bei Private-Equity-Beteiligungen entscheidet nicht immer, wer im Organigramm oben steht. Die Person findet sich in einer Stunde über Website, Register, LinkedIn und einen diskreten Anruf im Netzwerk. Auf Gesellschafterebene lebt der Brief auf Papier, und die warme Empfehlung schlägt jeden Kanal; in der Hälfte meiner Fälle gibt es diesen Kontakt. Sorgfalt in der Anrede wird als Stellvertreter für Kompetenz gelesen.

Sabine Lanius
WER HIER ERKLÄRT
Sabine Lanius ist Karriereberaterin für Top-Führungskräfte und ehemalige Headhunterin. Seit 1998 selbstständig in Frankfurt am Main, rund 1.500 Vorstände, Geschäftsführer und Executives beraten. Sie kennt die Seite, die auswählt, und die Seite, die ausgewählt werden will.

Ein Begriff erklärt den Markt. Ein Gespräch erklärt Ihre Situation.

Zwanzig Minuten am Telefon, vertraulich, kostenfrei. Ich stelle Ihnen ein paar Fragen und sage Ihnen offen, wo ich Sie sehe und was Ihr nächster Schritt trägt.

Sabine Lanius Coaching & Consulting GmbH

Berger Straße 174
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