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Podcastfolge · Vorstellungsgespräch & Auswahlverfahren

Dresscode im Vorstellungsgespräch, vor Ort und per Video. Mit Katharina Starlay

Erschienen
Dauer
25 Minuten
Gast
Katharina Starlay, Expertin für Corporate Dresscode und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat
Als Video auf YouTube
Zum Hören auf Spotify

Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

Zum Vorstellungsgespräch kommt man passend gekleidet, das ist klar. Doch was heißt passend, wenn das Gespräch am Bildschirm stattfindet und der Alltag ohnehin lässiger geworden ist? Hemd und Sakko oben, Jogginghose unten? In dieser Folge spreche ich mit Katharina Starlay, Expertin für Corporate Dresscode, Mitglied im Deutschen Knigge-Rat und bekannt durch ihre Kolumne „Starlay Express“ beim Manager Magazin online. Sie erfahren, wie Sie im engen Bildausschnitt einer Kamera wirken, welche Farben und Details tragen und warum Kleidung immer eine Botschaft an Ihr Gegenüber ist.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Oben schick, unten bequem funktioniert nicht

Im Homeoffice hat sich eine Gewohnheit eingeschlichen: oben schick, unten bequem. Für ein Vorstellungsgespräch rät die Folge klar davon ab. Kleidung ist eine Haltung, und die spürt man in Energie und Körperspannung, auch wenn die Kamera nur den Oberkörper zeigt. Wer vollständig angezogen ist, sitzt anders und spricht anders. Lässigkeit lässt sich bewusst dosieren, über Stoffe und Kleidungsstücke, etwa eine Weste statt eines Sakkos. So bestimmen Sie selbst, wie formell Sie wirken, und überlassen es nicht der Bequemlichkeit. Passende Schuhe gehören übrigens auch dazu.

Kleidung spricht für Sie, bevor Sie sprechen

Authentisch heißt nicht, im Hoodie zu erscheinen, weil man eben so ist. Aussehen, Auftreten und Benehmen bleiben eine Botschaft an den Empfänger. Im Video haben Sie für den ersten Eindruck nur einen Augenblick, die Kleidung muss also für Sie sprechen. Sie zeigt auch, ob Ihnen der Anlass und Ihr Gegenüber etwas wert sind. Der Maßstab ist immer der Empfänger: Sitzt Ihnen ein Vorstand aus einem konservativen Haus gegenüber oder eine Führungskraft aus der Werbebranche? Stellen Sie sich den Moment vor, in dem das Bild aufgeht: Ihr Gegenüber sieht Sie, verschwendet keinen Gedanken an Ihre Kleidung und beginnt sofort mit der ersten Frage. Dann hat Ihr Auftritt seine Arbeit getan.

Der enge Bildausschnitt

Die Kamera zeigt wenig, und auf diesem kleinen Raum zählt jedes Element. Zu viele Details lenken von Ihrer Ausstrahlung ab: lange Haare, Revers, Tuch und auffälliger Schmuck auf engstem Raum. Frauen rät die Folge deshalb, den Hals freizulassen, denn er signalisiert Beweglichkeit. Männer sollten die Sitzprobe machen. Staucht sich das Sakko nach oben, wirkt man halslos. Umgekehrt kann offener Kragen ohne Bart, weißes Hemd und dunkles Sakko zu wenig Information sein, ein Hemd mit Farbe oder dezentem Muster hilft. Wer einen Vollbart trägt, achtet darauf, dass der Bildrand ihn nicht abschneidet.

Farben, Krawatte, Frisur

Farben haben eine persönliche und eine strategische Seite. Passen sie zu Haut, Haar und Augen, wirkt das Gesicht frischer und präsenter. Trägt jemand eine Farbe, die ihm nicht steht, fragt sich das Gegenüber insgeheim, warum, und hört nicht mehr richtig zu. Weiche Töne wirken im Geschäftsleben schnell zu weich, kräftiges Rot kann im vertraulichen Gespräch zu viel sein. Die Krawatte ist kein Muss mehr. Wer sie gern trägt, setzt damit heute fast ein Statement, allerdings ohne Krawattennadel. Knoten und Stoff sollten zur Statur passen, Frisur und Bart gepflegt und aufeinander abgestimmt sein.

Stil ist für den anderen da

Am Ende der Folge steht ein Gedanke, der alle Tipps zusammenhält: Stil ist kein Selbstzweck. Er ist Ausdruck Ihrer Persönlichkeit und zugleich eine Geste an den Menschen, der Ihnen gegenübersitzt. Wer sich bewusst kleidet, nimmt sein Gegenüber ernst und zeigt, dass er sich mit dem Anlass beschäftigt hat. Wer seinen Stil noch sucht, findet Orientierung bei einer professionellen Stil- und Farbberatung, die mit den vielen Videokonferenzen eher an Bedeutung gewonnen hat. Das Ergebnis spüren Sie im nächsten Gespräch: Sie denken nicht mehr über Ihr Hemd nach, sondern über Ihre Antworten.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Ihr nächstes Vorstellungsgespräch per Video stattfindet und Sie unsicher sind, wie formell Sie sich kleiden sollen. Ebenso, wenn Sie sich in eine Branche mit anderem Dresscode bewerben als bisher und Ihr Auftritt vor der Kamera zur Zielposition passen soll.

Impuls für heute

Wer sitzt Ihnen im nächsten Gespräch gegenüber, und was soll diese Person in der ersten Sekunde über Sie denken?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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