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Podcastfolge · Positionierung & Sichtbarkeit

Sichtbar auf LinkedIn, ohne laut zu werden: Warum Führungskräfte gefunden werden müssen

Erschienen
Dauer
8 Minuten
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Warum dieses Thema?

Zwanzig Jahre lang wurden Sie geholt, beworben haben Sie sich kaum. Jetzt steht ein Wechsel an, und überall heißt es: Werden Sie sichtbar. Abends scrollen Sie durch LinkedIn, sehen Posts über Joggingrunden und den ersten Schultag und klappen den Laptop lieber zu. Ihr Lebenslauf ist fein geschliffen, Ihr Profil seit Jahren unverändert. Viele meiner Klienten kennen genau dieses Gefühl. In dieser kurzen Solofolge erkläre ich, warum Sichtbarkeit heute nichts mit Lautsein zu tun hat. Danach wissen Sie, ob ein Fremder in zehn Sekunden erkennt, wofür Sie stehen, und was Sie als Erstes ändern.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Ihr Profil wird vor Ihrem Lebenslauf gelesen

Positionen ab einem gewissen Level wurden schon immer seltener ausgeschrieben, und es werden weniger. Auf jede Ausschreibung kommt inzwischen eine Flut oft KI-geschriebener, austauschbarer Bewerbungen, die kaum jemand seriös sichten kann. Unternehmen und Headhunter suchen deshalb zunehmend direkt. Und sie suchen auf LinkedIn, der Datenbank, die jeder selbst pflegt und die deshalb nicht altert. Dort sieht ein Headhunter, wofür jemand steht, ob er gerade neu gestartet ist oder ansprechbar wäre. Ihr Lebenslauf kommt erst später ins Spiel. Für Sie heißt das: Die wichtigere Frage ist nicht, was andere denken, wenn Sie aktiv werden, sondern was passiert, wenn Sie es nicht tun. Wer nicht gefunden wird, wird nicht angesprochen.

„Ich will nicht laut werden“

Diesen Satz höre ich in fast jedem Gespräch über LinkedIn. Selbstmarketing verbinden wir in unserem Kulturkreis schnell mit Angeben und mit Leuten, die jedes Mittagessen posten. So will niemand gesehen werden, und das verstehe ich gut. Darum geht es auch nicht. Selbstmarketing und Sichtbarkeit sind zwei verschiedene Dinge. Sichtbar werden heißt, für die Themen erkannt zu werden, in denen Sie seit vielen Jahren Ergebnisse liefern. Private Einblicke brauchen Sie dafür nicht. Sie brauchen ein Profil, das Ihre berufliche Kompetenz zeigt, und gelegentlich eine fundierte Meinung zu Ihren Themen. Das ist so leise oder so deutlich, wie Sie es wollen.

Reichweite ist nicht das Ziel

Ein Beispiel aus meiner Beratung hat mich nachdenklich gemacht. Eine Führungskraft erzählte mir stolz von hohen Kommentar- und Followerzahlen. Ich habe nachgesehen, worüber sie schrieb: über die schlechte Verkehrsführung in ihrer Region. Ich musste kurz schlucken. Denn der Algorithmus ordnet jeden Nutzer wenigen Hauptthemen zu, und in diesem Fall war es die Verkehrslage, nicht das Fachgebiet, für das ein Headhunter ihn suchen würde. Viele Follower können also sogar schaden, wenn sie Sie dem falschen Thema zuordnen. Sie brauchen keine Masse. Es genügt, wenn die richtigen wenigen Menschen Sie mit Ihrem Thema verbinden, Personalberater und Entscheider, die über Ihre nächste Position mitreden.

Sichtbar werden heißt eindeutig werden

Sichtbarkeit bedeutet weder tägliches Posten noch Influencer-Ehrgeiz. Sie bedeutet, eindeutig zugeordnet werden zu können, zu klaren Themen, für die Sie stehen. Mein Impuls zum Schluss der Folge: Sehen Sie sich Ihr Profil einmal mit den Augen von jemandem an, der Sie noch nicht kennt. Ist auf einen Blick klar, wofür Sie stehen? Wirkt das Profil gepflegt? Zeigt das Foto Sie so, wie Sie heute aussehen? Stellen Sie sich vor, ein Headhunter tippt Ihren Namen ein und findet ein Profil, das genau zu der Position passt, über die er mit Ihnen sprechen will. Die nächste Folge zeigt, wie Sie das konkret umsetzen.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie bisher kaum auf LinkedIn aktiv waren, weil Ihnen der Ton dort fremd ist, und jetzt einen Wechsel planen. Ebenso, wenn Ihr Profil seit Jahren nicht aktualisiert wurde oder Sie zwar Reichweite haben, aber trotzdem keine Anfragen zu passenden Positionen bekommen.

Impuls für heute

Würde ein Headhunter, der Sie nicht kennt, nach zehn Sekunden auf Ihrem Profil wissen, wofür Sie stehen?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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