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Podcastfolge · Vorstellungsgespräch & Auswahlverfahren

Präsenz im Video-Interview: Wie Sie am Bildschirm als Person ankommen. Mit Sebastian Weber

Erschienen
Dauer
37 Minuten
Gast
Sebastian Weber, Schauspieler und Auftrittstrainer
Als Video auf YouTube
Zum Hören auf Spotify

Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

Fachlich sind Sie vorbereitet. Trotzdem bleibt nach manchem Video-Interview das Gefühl, dass Sie nicht so rübergekommen sind wie am Konferenztisch, etwas steifer, etwas weiter weg. Und das ausgerechnet in dem Gespräch, das darüber entscheidet, ob Sie das Unternehmen persönlich kennenlernen. In dieser Folge spreche ich mit Sebastian Weber, Schauspieler von Bühne und Fernsehen und Trainer für Auftritte, über Präsenz am Bildschirm. Sie erfahren, warum Präsenz kein Talent ist, das man hat oder nicht, und wie Sie sie vor und während des Gesprächs gezielt herstellen.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Den eigenen Raum bewusst gestalten

Im Büro eines Unternehmens ist der Raum vorgegeben. Zu Hause müssen Sie ihn selbst festlegen, äußerlich und im Kopf. In der Folge geht es um ein Bild, das mir seither nicht aus dem Kopf geht: Wir haben drei Häute. Die erste ist der Körper, die zweite die Kleidung, die dritte der Raum, in dem wir uns bewegen. Was die Kamera zeigt, wirkt wie eine Verlängerung von Ihnen. Die Kleidung bringt Sie in den Arbeitsmodus, gern bis zu den Schuhen, auch wenn sie niemand sieht. Bei mir ist das seit Jahren so. Wer das für sich klärt, sitzt im Gespräch in einer Umgebung, die ihn stützt.

Präsenz heißt: im Moment und im Kontakt sein

Präsenz bedeutet Gegenwärtigkeit. Sie lässt sich aktiv herstellen, und ihr größter Gegner ist Angst, weil Angst den Blick nach innen zieht. Als präsent erleben wir Menschen, die uns zugewandt sind und etwas von sich zeigen. Viele Führungskräfte wollen im Interview besonders seriös wirken und drücken dabei ihre Persönlichkeit weg. Heraus kommt eine merkwürdige Sachlichkeit. Inhalte geben Ihnen Sicherheit, und sie sind wichtig. Ihr Gegenüber prüft aber auch, ob es mit Ihnen über Jahre zusammenarbeiten möchte. Das kann es nur beurteilen, wenn es Sie als Person erlebt.

Ein Gespräch unter Gleichen statt einer Prüfung

Das Wort Bewerbung weckt bei vielen Erinnerungen an die Schule, an die Tafel und das Gedicht vor der Klasse. Hilfreicher ist ein anderer Rahmen: zwei Seiten, die herausfinden wollen, ob sie zusammenpassen. Sie haben etwas zu bieten, und Sie dürfen prüfen, wie das Unternehmen tickt. Sitzen Ihnen zwei Personen gegenüber, etwa die künftige Vorgesetzte und jemand aus dem Personalbereich, hilft ein Trick von der Bühne: die Worte des anderen innerlich mitsprechen. Das holt Sie zurück ins Hier und Jetzt und in die Beziehung zu den Menschen, mit denen Sie sprechen.

Zwei Fallen, die Lampenfieber verstärken

Die erste heißt gut sein wollen, die zweite gemocht werden wollen. Läuft beides unterschwellig mit, setzen Sie sich unter Druck, und das kennt jeder Sportler. Ob Ihr Gegenüber Sie überzeugend findet, entscheidet es selbst. Diese Erlaubnis dürfen Sie ihm innerlich geben. Statt gut sein zu wollen, verbinden Sie sich vor dem Gespräch mit zwei Werten, die Ihnen als Führungskraft wirklich wichtig sind, zum Beispiel Neugier. Dann gehen Sie mit einer Frage hinein: Wie arbeitet dieses Unternehmen, und passt das zu mir? Wer so ins Gespräch geht, wirkt auf andere spürbar präsenter.

Energie über den Körper holen

Präsenz läuft über den Körper. Kurz vor dem Termin klein zusammengesunken am Schreibtisch zu warten, ist deshalb der falsche Weg. Besser: zwei Minuten aufstehen, den Körper groß machen und dazu ein inneres Bild wählen, das für Sie Ruhe und Souveränität ausstrahlt, etwa einen großen Baum. Wer zu viel Unruhe hat, steigt vorher ein paar Treppen. Stellen Sie sich den Unterschied vor: Um 9.58 Uhr stehen Sie noch am Fenster, um 10 Uhr klicken Sie auf den Link. Nach der ersten Frage merken Sie, dass Sie zuhören statt sich zu beobachten. Und am Ende stellen Sie die Frage nach der Kultur im Team, die Sie wirklich interessiert.

Für wen ist diese Folge?

Für Führungskräfte, die Video-Interviews als steifer erleben als persönliche Gespräche, und für alle, bei denen vor wichtigen Terminen das Lampenfieber steigt. Besonders hilfreich, wenn Sie in Auswahlverfahren fachlich überzeugen, aber das Gefühl haben, als Person nicht ganz anzukommen, oder wenn in den nächsten Wochen ein Gespräch mit einem Gremium per Video ansteht.

Impuls für heute

Welche zwei Werte tragen Sie als Führungskraft, und würde Ihr Gegenüber sie im nächsten Gespräch spüren?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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