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Begriff

Wechselmotivation

Definition

Die Wechselmotivation ist die Begründung, mit der eine Führungskraft ihren Wunsch nach einer neuen Position erklärt, gegenüber sich selbst, gegenüber Personalberatern und gegenüber dem künftigen Arbeitgeber. Überzeugend ist sie, wenn sie auf ein Ziel hinführt und nicht nur von einer Situation wegführt.

Wie es in der Praxis läuft

„Warum wollen Sie wechseln?“ ist die erste inhaltliche Frage in fast jedem Beratergespräch, und sie kommt früh. Der Berater prüft damit drei Dinge: ob Ihr Wunsch echt ist oder ein Reflex auf eine Kränkung, ob Ihre Gründe zum Mandat passen und ob Sie über Ihren bisherigen Arbeitgeber loyal sprechen. Dieselbe Frage stellt später das Gremium, oft in der Variante „Was hat Ihnen zuletzt gefehlt?“.

Bei einer Trennung, die vom Unternehmen ausging, kennt der Berater den Hintergrund häufig schon, weil der Markt klein ist. Dann geht es weniger um das Warum als um die Haltung, mit der Sie darüber sprechen.

Was das für Sie als Führungskraft bedeutet

Eine Wechselmotivation, die trägt, hat zwei Teile: einen sachlichen Grund für das Ende der alten Phase und ein konkretes Ziel für die neue. „Nach dem Eigentümerwechsel hat sich die Strategie verändert, und ich will wieder ein Geschäft mit eigener Ergebnisverantwortung führen“ ist so ein Satz. Er wertet niemanden ab, erklärt den Zeitpunkt und sagt, wohin Sie wollen.

Gründe, die schaden, sind bekannt: mehr Geld, weniger Belastung, Streit mit dem Chef, „ich bin überall offen“. Nicht weil sie falsch wären, sondern weil sie dem Berater nichts über Ihre nächste Rolle sagen. Besonders die Offenheit für alles liest er als fehlende Richtung.

Worauf Sie achten sollten

Klären Sie Ihre Motivation zuerst für sich, ehrlich und ohne Publikum. Was wollen Sie, was nicht mehr, und was davon ist ein Muster Ihrer Laufbahn? Erst danach entsteht die Fassung für Gespräche, die kürzer und positiver ist, aber nicht erfunden. Berater merken, wenn Antwort und Lebenslauf nicht zusammenpassen.

Ein häufiger Irrtum: Eine Kündigung durch das Unternehmen müsse verschleiert werden. Auf Ihrer Ebene ist sie Alltag, nach Eigentümerwechseln, Fusionen und Strategiewechseln. Zwei sachliche Sätze dazu, dann der Blick nach vorn, wirken souveräner als jede Umschreibung.

Sabines Blick

Ich lasse Klienten ihre Wechselmotivation laut sagen, zweimal: einmal die ehrliche Version für uns beide, dann die für den Berater. Wenn die zweite Version die erste verrät, stimmt etwas nicht, und wir arbeiten weiter an der ersten. Eine Motivation, die Sie selbst glauben, hört man am Ton, bevor man die Worte versteht.

Ihr nächster Schritt

Ein Begriff erklärt den Markt. Ihre Lage erklärt er nicht.

Zwanzig Minuten über Ihre Situation.

Im Erstgespräch schildern Sie Ihre Lage, ich frage nach, und am Ende wissen Sie, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann. Kostenfrei und vertraulich.