Zum Inhalt springen
Podcastfolge · Headhunter & Executive Search

Wie Headhunter Führungskräfte auswählen: Inside Headhunting, Teil 1

Erschienen
Dauer
34 Minuten
Gast
Gerhard Dobrowolski und Uwe Happel, Personalberater bei Dr. Weber & Partner
Als Video auf YouTube
Zum Hören auf Spotify

Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

Viele Führungskräfte erleben den Headhunter als Blackbox: ein Anruf, ein langes Gespräch, dann Funkstille. Was dazwischen passiert, erfährt man selten. Deshalb habe ich mit zwei Personalberatern von Dr. Weber & Partner gesprochen, Gerhard Dobrowolski und Uwe Happel. In diesem Haus habe ich 1998 selbst angefangen, ich kenne es also von innen. Aus dem Gespräch ist die vierteilige Reihe „Inside Headhunting“ entstanden. Im ersten Teil sehen Sie, wie ein Auswahlprozess heute abläuft und wonach Personalberater entscheiden, wen sie dem Kunden vorstellen. Wer das weiß, bereitet sich auf das richtige Gespräch vor.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Erstinterview per Video: Stunden, die zählen

Das erste ausführliche Gespräch findet heute meist per Video statt, gern mit zwei Beratern zugleich. Einer prüft die Fachlichkeit, der andere beobachtet, wie Sie wirken. Zwei bis drei Stunden sind dabei keine Ausnahme. Erst wenn der Kunde Sie sehen möchte, folgt in der Regel ein persönliches Treffen mit dem Berater, damit am Tisch des Auftraggebers keine Überraschung entsteht. Für Sie heißt das: Das Videointerview ist keine Vorrunde, die man nebenbei erledigt. Es entscheidet, ob Ihr Name überhaupt beim Unternehmen landet.

Kamera und Bildschirm in eine Richtung

Ein Detail aus der Folge, das ich seitdem jedem Klienten mitgebe: Wenn Kamera und Bildschirm nicht in dieselbe Richtung zeigen, sieht das Gegenüber jeden Blick zur Seite. Und es deutet ihn. Erfahrene Berater merken sofort, wann jemand im Lebenslauf oder in Notizen nachliest. Stichworte am Rand helfen im Video, im persönlichen Gespräch fehlen sie plötzlich, und der Eindruck kippt. Wer sich auf das Video so vorbereitet, als säße er im selben Raum, wirkt in beiden Formaten gleich sicher. Genau diese Beständigkeit sucht der Berater, bevor er Sie präsentiert.

Fachlichkeit, Soft Skills, Persönlichkeit: so wird gewichtet

Die beiden arbeiten mit einem eigenen Bewertungsschema: 50 Prozent Fachlichkeit, 30 Prozent Soft Skills, 20 Prozent Persönlichkeitsmerkmale wie Ausstrahlung und Auftreten. Fachlichkeit lässt sich an Zeugnissen und gezielten Fragen messen. Den Ausschlag gibt am Ende die Passung: Kommen Sie mit dem künftigen Vorgesetzten und der Geschäftsführung zurecht? Hakt die Chemie in der Berichtslinie, wird es für alle Seiten teuer. Deshalb klopfen gute Berater genau das vorher ab. Für Ihre Vorbereitung bedeutet es: Ihre Erfolge öffnen die Tür, im Gespräch wird geprüft, ob Sie in genau dieses Gefüge passen.

Die Frage nach Ihren Mitarbeitern

Bei Führungspositionen interessiert die Berater vor allem Ihr Führungsstil. Eine Frage, die sie gern stellen: Was schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern besonders? An der Antwort hört man, wie nah jemand an seinem Team ist, ob er Leistung sieht und Danke sagen kann. Wer nur Aufgaben und Termine aufzählt, verrät mehr, als ihm lieb ist. Stellen Sie sich die Szene vor: Die Frage kommt, und Ihnen fallen sofort zwei Namen und zwei konkrete Leistungen ein. Sie erzählen kurz, was diese Menschen besonders gut machen. Der Berater schreibt nicht mehr mit, er hört zu. In diesem Moment haben Sie die Führungsfrage beantwortet, ohne über Führung zu reden.

Offene Gespräche statt Fragenkatalog

Gute Personalberater arbeiten keine Liste von Frage 1 bis 25 ab. Sie haben die Anforderungen des Kunden als Bausteine im Kopf und springen zwischen den Themen. Am Beispiel einer Geschäftsführung für ein großes Bildungszentrum zeigt die Folge, wie viele Felder eine Position umfassen kann, vom Kaufmännischen über Führung und Digitalisierung bis zum Gebäudemanagement. Niemand deckt alle gleich gut ab. Der Berater will herausfinden, wo Sie stark sind und ob die Lücken für den Auftraggeber tragbar sind. Je offener Sie antworten, desto genauer kann er Sie empfehlen.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn ein Personalberater Sie angesprochen hat und Sie wissen wollen, was im Erstinterview auf Sie zukommt. Ebenso, wenn Sie schon mehrere Gespräche mit Headhuntern geführt haben, nie auf der Shortlist gelandet sind und verstehen möchten, nach welchen Kriterien dort entschieden wird.

Impuls für heute

Welche zwei Menschen aus Ihrem Team fallen Ihnen sofort ein, wenn ein Berater nach ihnen fragt?

Jetzt reinhören

Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

Zuhören ist der erste Schritt.

Der zweite ist ein Gespräch über Ihre Situation.

Zwanzig Minuten am Telefon, kostenfrei und vertraulich. Sie schildern Ihre Lage und wissen am Ende, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann.

20 Minuten, kostenfrei und vertraulich