Background-Check
Ein Background-Check ist die strukturierte Prüfung von Identität, Werdegang, Abschlüssen und Referenzen an der Quelle vor der Einstellung einer Führungskraft. Geprüft werden Fakten, nicht das Privatleben. Der Prüfer sammelt und dokumentiert, die Bewertung trifft das Unternehmen. In Deutschland ist dafür Ihre Einwilligung nötig.
Wie es in der Praxis läuft
Immer mehr Unternehmen lassen Kandidaten für Führungspositionen prüfen, aus Compliance-Gründen, wegen der Haftung von Organen und wegen der Kosten einer Fehlbesetzung. Bei Vorständen und C-Level läuft der Check meist auf der Shortlist, bei den letzten zwei oder drei Kandidaten, häufig durch einen spezialisierten Dienstleister.
In einem transparenten Verfahren füllen Sie eine Selbstauskunft aus und unterschreiben eine Einwilligung. Das dauert etwa eine halbe Stunde. Die Prüfung selbst nimmt fünf bis sieben Arbeitstage in Anspruch. Verglichen werden Lebenslauf, Zeugnisse, Abschlüsse, Registereinträge und Referenzen, jeweils direkt bei der Quelle: bei der Hochschule, beim früheren Arbeitgeber, im Handelsregister.
Was das für Sie als Führungskraft bedeutet
Der Check ist kein Misstrauensvotum, sondern Teil der Sorgfaltspflicht des Gremiums, das Sie beruft. Wer bis zur Shortlist gekommen ist, wird gewollt. Die Prüfung soll bestätigen, was Sie gesagt haben. Reto Marti, der solche Prüfungen durchführt, beschreibt es im Gespräch mit mir so: Der Prüfer liefert Fakten, der Auftraggeber entscheidet, was er daraus macht.
Geprüft wird, was Sie selbst angegeben haben. Social-Media-Aktivitäten oder das Privatleben gehören in Deutschland nicht dazu, Datenschutz und Persönlichkeitsrecht setzen enge Grenzen. Was zählt, ist Konsistenz über Lebenslauf, LinkedIn-Profil und Zeugnisse hinweg. Stimmen Daten, Titel und Abschlüsse überall überein, ist der Check nach einer Woche eine Formsache.
Worauf Sie achten sollten
Als Warnsignal gelten Unwahrheiten, auch kleine. Ein nicht abgeschlossenes Studium, das im Lebenslauf als Abschluss geführt wird. Ein Titel, der intern anders lautete als im Profil. Eine Referenzperson, die sich an Sie nicht erinnert. Jede einzelne Abweichung wirft die Frage auf, was sonst noch nicht stimmt.
Ein häufiger Irrtum betrifft das Schärfen alter Stationen: Erzählen dürfen Sie Ihre Stationen neu, umdeuten nicht. Die Verantwortung für ein Projekt zuzuspitzen ist legitim. Eine Funktionsbezeichnung zu erfinden, die es so nie gab, fällt auf, spätestens beim Anruf beim früheren Arbeitgeber.
Sabines Blick
Ich kenne den Fall eines CFO, dessen Referenzen sich Monate nach der Einstellung als erfunden herausstellten. Die Trennung war teuer, für ihn und für das Unternehmen, und seitdem prüft dieses Haus jeden Organkandidaten. Mein Rat an Klienten ist unspektakulär: Legen Sie Lebenslauf, Profil und Zeugnisse nebeneinander und lesen Sie sie wie ein Prüfer. Wer das einmal gemacht hat, geht in den Check mit der Ruhe dessen, der nichts zu erklären hat.