Referenzen
Referenzen sind Personen, die einem künftigen Arbeitgeber oder Personalberater Auskunft über Ihre Arbeit geben: frühere Vorgesetzte, Aufsichtsräte, Gesellschafter, Kunden oder Geschäftspartner. Anders als das Arbeitszeugnis sind sie freiwillig, mündlich oder schriftlich, und auf Führungsebene fast immer Teil der letzten Auswahlrunde.
Wie es in der Praxis läuft
Im Executive Search gehören Referenzgespräche zum Standard, meist nach der Endrunde und vor dem Vertragsangebot. Der Personalberater oder der Entscheider ruft zwei bis vier Personen an, die Sie benannt haben, und fragt nach konkreten Situationen: Wie hat diese Person in der Krise geführt? Wie ging sie mit dem Gesellschafter um? Würden Sie wieder mit ihr arbeiten? Gefragt wird nach Verhalten, nicht nach Adjektiven.
Daneben gibt es informelle Referenzen, die niemand ankündigt. Der Markt auf Ihrer Ebene ist klein, und ein Aufsichtsrat kennt meist jemanden, der jemanden kennt. Wer Sie beurteilt, hat sich oft schon ein Bild gemacht, bevor er Ihre Liste bekommt.
Was das für Sie als Führungskraft bedeutet
Ihre Referenzen sind kein Formular, das Sie am Ende ausfüllen, sondern Beziehungen, die Sie pflegen, bevor Sie sie brauchen. Geeignet sind Personen, die Ihre Arbeit aus eigener Anschauung kennen und mindestens auf Ihrer Ebene stehen: ein früherer CEO, ein Beiratsvorsitzender, ein Investor, ein Großkunde. Ehemalige Mitarbeiter ergänzen das Bild, tragen es aber nicht allein.
Jede Referenz braucht Ihre Vorbereitung: ein Anruf vorab, eine kurze Information zur Position und zu den Themen, die vermutlich gefragt werden. Niemand soll von einem Personalberater überrascht werden und dann improvisieren. Und die Zustimmung des Referenzgebers ist Pflicht, schon aus Gründen des Datenschutzes.
Worauf Sie achten sollten
Der häufigste Irrtum: Referenzen aus dem aktuellen Unternehmen zu benennen, solange der Wechsel vertraulich ist. Das gefährdet die Diskretion und bringt den Referenzgeber in eine Loyalitätsfrage. Zweitens: zu alte Referenzen. Wer nur Namen aus einer Position vor zehn Jahren nennt, wirft die Frage auf, warum niemand aus der jüngeren Zeit spricht. Drittens: Referenzen unaufgefordert in die Unterlagen zu legen. Auf Führungsebene genügt der Hinweis, dass Referenzen auf Wunsch zur Verfügung stehen.
Sabines Blick
Als Headhunterin habe ich Referenzgespräche geführt, in denen der Referenzgeber nach dem zweiten Satz stockte, weil er nicht wusste, um welche Position es ging. Das war kein Urteil über den Kandidaten, aber es hinterließ einen Eindruck. Heute bitte ich Klienten, ihre drei wichtigsten Referenzen schon zu Beginn der Neuorientierung anzurufen. Nicht, um etwas zu erbitten, sondern um im Gespräch zu bleiben. Wenn der Anruf des Beraters kommt, ist der Referenzgeber dann im Bild.