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Begriff

Selbstvorstellung im Gespräch

Definition

Die Selbstvorstellung ist die kurze, frei gesprochene Darstellung der eigenen Laufbahn zu Beginn eines Auswahlgesprächs. Auf Führungsebene dauert sie zwei bis vier Minuten und verbindet Herkunft, belegte Ergebnisse und die Logik, warum genau diese Position der nächste Schritt ist.

Wie es in der Praxis läuft

Fast jedes Gespräch mit einem Personalberater, einem Aufsichtsrat oder einem Gesellschafter beginnt mit derselben Aufforderung: „Erzählen Sie doch kurz etwas über sich“ oder auf Englisch „Talk me through your CV“. Der Fragende hat den Lebenslauf gelesen. Er will nicht die Stationen hören, sondern wie Sie sie ordnen, welche Schwerpunkte Sie setzen und ob Sie in wenigen Minuten einen roten Faden legen können.

Bewährt hat sich eine Dreiteilung: Woher komme ich (ein, zwei Sätze zur Herkunft), was habe ich bewirkt (drei Ergebnisse mit Zahlen, chronologisch oder thematisch) und warum sitze ich heute hier (die Brücke zur Aufgabe). Länger als vier Minuten sollte das nicht dauern; danach fragt der Gesprächspartner nach, und genau das soll er.

Was das für Sie als Führungskraft bedeutet

Auf Ihrer Ebene wird in dieser Phase weniger Fachliches geprüft als Führung: Kann diese Person komplexe Sachverhalte verdichten? Weiß sie, wofür sie steht? Hört sie auf, wenn das Wichtige gesagt ist? Ein Vorstand, der nach acht Minuten noch bei seiner zweiten Station ist, beantwortet diese Fragen ungewollt.

Die Selbstvorstellung ist zugleich Ihre erste Verhandlung. Was Sie hier als Ihre Kernkompetenz setzen, wird im weiteren Gespräch geprüft und später im Vertrag bewertet. Wer sich als Sanierer vorstellt, bekommt Sanierungsfragen; wer sich als Wachstumsmanager vorstellt, bekommt andere.

Worauf Sie achten sollten

Der häufigste Fehler ist das Nacherzählen des Lebenslaufs von der Ausbildung an. Der zweite: Erfolge als Aufgaben zu formulieren („verantwortlich für“ statt „Ergebnis verbessert um“). Der dritte: die Brücke zur Position zu vergessen, sodass der Zuhörer selbst herausfinden muss, warum Sie passen. Und vermeiden Sie Bewertungen früherer Arbeitgeber; sie fallen immer auf den Sprecher zurück.

Sabines Blick

Ich lasse Klienten ihre Selbstvorstellung aufnehmen und dann selbst anhören. Die meisten sind beim ersten Mal überrascht, wie lange sie sprechen und wie wenig Zahlen vorkommen. Beim dritten Durchgang sind es meist drei Minuten, drei Ergebnisse und ein Schlusssatz, der die Aufgabe des Unternehmens aufgreift. Das ist keine Inszenierung, das ist Vorbereitung. Und Personalberater merken den Unterschied sofort.

Ihr nächster Schritt

Ein Begriff erklärt den Markt. Ihre Lage erklärt er nicht.

Zwanzig Minuten über Ihre Situation.

Im Erstgespräch schildern Sie Ihre Lage, ich frage nach, und am Ende wissen Sie, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann. Kostenfrei und vertraulich.