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Von Sabine Lanius geprägt

Warnsignale (acht Signale)

Definition

Acht Warnsignale zeigen, dass eine Führungsposition wackelt, bevor es jemand ausspricht: vom neuen Eigentümer über förmlichere Kommunikation und ausbleibende Einladungen bis zum Montagmorgen-Gefühl. Keines dieser Signale allein bedeutet etwas, drei davon innerhalb eines Quartals bedeuten fast immer etwas.

Wie es in der Praxis läuft

Auf Führungsebene wird niemand entwickelt, er wird ausgetauscht. Die Entscheidung fällt Wochen vorher im kleinen Kreis, zwischen Gesellschafter, Vorsitzendem und vielleicht einem Personalberater, und sie wird erst ausgesprochen, wenn die Nachfolge geregelt ist. Bis dahin verändern sich nur Kleinigkeiten: Der CEO kopiert die Personalleitung in Mails, die früher zu zweit liefen. Ihr Budget wird „vorerst“ eingefroren. Zu einem Strategieworkshop sind Sie nicht eingeladen, „weil es nur um die Finanzseite geht“.

Die acht Signale reichen vom neuen Eigentümer oder Vorsitzenden über den Verlust von Verantwortung, formellere Kommunikation, einen Berater im Haus, der mit Ihrer zweiten Ebene spricht, bis zu dem Gefühl am Montagmorgen, das sich nicht mehr wegdiskutieren lässt. Einzeln ist jedes erklärbar. Gehäuft sind sie ein Muster.

Was das für Sie als Führungskraft bedeutet

Die meisten Führungskräfte sagen im ersten Gespräch nach einer Trennung, im Rückblick hätten sie es ein halbes Jahr vorher gesehen. Dieses halbe Jahr ist der Unterschied zwischen zwei Ausgängen: Der eine verhandelt später ein Paket aus einer Position der Stärke, mit Optionen in der Hand. Der andere nimmt eines.

Lange Zugehörigkeit schützt dabei nicht mehr. Die Bundesagentur für Arbeit zählte 2025 so viele arbeitslose Führungskräfte wie nie zuvor, und viele davon waren länger als zehn Jahre im selben Haus. Zugehörigkeit ist heute eher Angriffsfläche als Schutz, weil sie teuer ist und als Beharrung gelesen wird.

Worauf Sie achten sollten

Drei Denkfehler machen aus einem Signal eine Krise. „Mir passiert das nicht“ ist der erste und häufigste. Der zweite lautet „Ich kann das noch drehen“ und führt zu Mehrarbeit statt Vorbereitung. Der dritte ist Aktionismus nach außen: Wer plötzlich auf LinkedIn postet und Headhunter anruft, macht sein Wackeln sichtbar, bevor er eine Alternative hat. Die Vorbereitung muss still sein: Leistungsdossier aktualisieren, eigenen Vertrag lesen, Netzwerk mit inhaltlichen Anlässen pflegen, Profil in Ruhe schärfen. Nichts davon ist von außen erkennbar, nichts verpflichtet zu etwas.

Sabines Blick

Mein Vier-Wochen-Plan für die stille Vorbereitung hat vier Bausteine: Leistungsdossier, Vertrag, Netzwerk, Sichtbarkeit. Wer ihn durchläuft und dann doch bleibt, hat nichts verloren außer vier Wochenenden. Wer ihn nicht durchläuft und gehen muss, verliert Monate. Ich habe in fast dreißig Jahren niemanden erlebt, der die Vorbereitung bereut hat.

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