Zum Inhalt springen
Von Sabine Lanius geprägt

LinkedIn-Profil als Landingpage

Definition

Das LinkedIn-Profil einer Führungskraft ist ihre Landingpage für Headhunter und deren KI-Werkzeuge, keine Chronik der Stationen. Es enthält die Begriffe, nach denen Personalberater suchen, und zeigt in wenigen Zeilen, welches unternehmerische Problem diese Person löst und in welcher Situation sie gebraucht wird.

Wie Headhunter Profile heute lesen

Personalberater suchen keine Jobtitel, sie suchen Kompetenzmuster. In ihren Datenbanken und im LinkedIn Recruiter geben sie Begriffe ein: Branche, Funktion, Situation, etwa „Restrukturierung“, „Carve-out“ oder „Internationalisierung im Mittelstand“. KI-Werkzeuge, die diese Suche inzwischen vorsortieren, gewichten Profile höher, die eine zusammenhängende Erzählung aus Situation, Kompetenz und Ergebnis zeigen. Ein Profil, das nur Stationen auflistet, taucht in dieser Suche gar nicht erst auf.

Die Headline hat rund 220 Zeichen und ist in Suchergebnissen oft das Einzige, was neben Name und Foto sichtbar ist. Der Berater liest sie wie eine Karteikarte in seiner Datenbank: Wofür ist diese Person die Antwort? Steht dort nur der aktuelle Titel, bleibt die Karte leer.

Was das für Sie als Führungskraft bedeutet

Ihr Profil arbeitet, während Sie arbeiten. Personalberater prüfen es vor jedem Anruf, Aufsichtsräte vor jedem Gespräch, und seit einiger Zeit lesen es auch Sprachmodelle, die Longlists vorbereiten. Wer darin erkennbar für eine Situation steht, bekommt Anrufe zu passenden Mandaten. Wer alles anbietet, bekommt Anrufe, die nicht passen, oder gar keine.

Drei Muster tauchen bei Führungskräften besonders häufig auf: das Archiv, das jede Station gleich gewichtet, die Adjektivsammlung („ergebnisorientierte Führungspersönlichkeit“) und der Bauchladen mit 35 Kompetenzen. Fünf Einträge unter „Ich biete“ sind ein Suchtreffer, 35 sind Rauschen.

Worauf Sie achten sollten

Der grüne Rahmen „Open to Work“ wirkt auf Top-Level wie ein Preisschild und gehört nicht an das Profil einer Geschäftsführerin oder eines Vorstands. Wer aus ungekündigter Position sondiert, schaltet vorher die Benachrichtigung über Profiländerungen ab, sonst sieht das eigene Netzwerk jede Umformulierung in Echtzeit.

Ein häufiger Irrtum: Das Profil soll vollständig sein. Vollständig ist der Lebenslauf. Das Profil ist die Auswahl daraus, geschrieben für den einen Leser, der gerade ein Mandat auf Ihrer Ebene besetzt. Der CV belegt, das Profil positioniert.

Sabines Blick

Als Headhunterin habe ich Profile als Karteikarten gelesen, und daran hat sich bis heute nichts geändert, nur dass heute eine Maschine die erste Sichtung übernimmt. Am Abend blieben in meiner Longlist die Kandidaten, die mir einen Haken gegeben hatten: einen Satz, der sagte, wofür sie stehen. Genau dieser Satz gehört in Ihre Headline, bevor Sie irgendetwas anderes am Profil anfassen.

Ihr nächster Schritt

Ein Begriff erklärt den Markt. Ihre Lage erklärt er nicht.

Zwanzig Minuten über Ihre Situation.

Im Erstgespräch schildern Sie Ihre Lage, ich frage nach, und am Ende wissen Sie, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann. Kostenfrei und vertraulich.