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Podcastfolge · Neuorientierung & Trennung

Trennung vom Unternehmen professionell gestalten. Mit Mirjam Berle

Erschienen
Dauer
36 Minuten
Gast
Mirjam Berle, ehemalige Medienchefin beim DFB
Zum Hören auf Spotify

Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

Das Gespräch ist geführt, beide Seiten wissen, dass es nicht weitergeht. Jetzt kommen die Fragen, über die kaum jemand offen spricht: Wie gehe ich mit meiner Enttäuschung um? Was sage ich dem Team, was den Kunden, was dem nächsten Arbeitgeber? Und was, wenn die Nachricht nach außen dringt, bevor alles vereinbart ist? Trennungskultur ist ein Thema, das mich seit vielen Jahren in der Beratung beschäftigt. In dieser Folge spricht eine erfahrene Krisenkommunikatorin über ihren eigenen Ausstieg. Sie erfahren, wie Sie eine Trennung so gestalten, dass Ihr Ruf daran wächst.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Wenn die eigene Trennung zur Krisenkommunikation wird

Mein Gast ist Mirjam Berle, Medienchefin und Krisenmanagerin bei Goodyear, Thalia und zuletzt beim Deutschen Fußball-Bund. Ihr eigener Abschied wurde öffentlich, weil eine Nachricht vorzeitig an die Medien weitergegeben wurde, obwohl ein späterer Termin vereinbart war. Sie entschied sich in kürzester Zeit, öffentlich Stellung zu beziehen, gegen den Vorgang und ohne gegen Personen auszuteilen. Möglich war das, weil Botschaften und Rahmen vorher vorbereitet waren und sie ihre langjährige Erfahrung in Krisenkommunikation mitbrachte. Für Sie heißt das: Wer seine Trennung kommunikativ vorbereitet, kann auch unter Druck souverän reagieren.

Emotionen ernst nehmen und verarbeiten

Auch wenn sich beide Seiten einig sind, bleibt Enttäuschung. Niemand übernimmt eine Rolle, um sie bald wieder abzugeben. In solchen Momenten tauchen Gedanken auf, die nicht guttun, etwa dass man nicht gut genug war oder die anderen schuld sind. Die Empfehlung in der Folge: darüber sprechen, mit Menschen, die gute Fragen stellen statt Mitleid zu zeigen. Wer diese Gedanken ans Licht holt, nimmt ihnen die Schärfe. So vermeiden Sie Reaktionen, die sich im Moment gut anfühlen und eine Woche später schaden.

Eine Sprachregelung, die man glaubt

Neben Abfindung, Dienstwagen und Rückgabe des Laptops gehört eine Frage früh auf den Tisch: Welche Geschichte erzählen wir? Die üblichen Formeln, mehr Zeit für die Familie oder berufliche Neuorientierung, glaubt heute kaum noch jemand. Gebraucht wird eine authentische, eigene Geschichte, auf die sich beide Seiten verständigen. Oft kündigt sich eine Trennung an, und dann lohnt es sich, schon vor dem Gespräch zu überlegen, was Sie erzählen möchten. Eine klare Sprachregelung schützt Sie in jedem späteren Vorstellungsgespräch, denn Sie müssen nicht improvisieren, wenn jemand nach dem Grund für Ihren Wechsel fragt.

Verantwortung übernehmen und Person von Sache trennen

Das Wichtigste aus Sicht meines Gastes: gegenseitig Verantwortung übernehmen, für die Sache und dafür, wie die Trennung nach außen wirkt. Wann wird kommuniziert, wem wird was gesagt, mit welcher Geschichte? Ebenso wichtig ist, Person und Sache auseinanderzuhalten. Das gilt für Betroffene wie für Führungskräfte, die eine Trennung aussprechen müssen und dafür oft schlaflose Nächte haben. Eine berufliche Beziehung endet mit der Trennung nicht, sie verändert sich. Wer das versteht, verlässt das Unternehmen mit Haltung und hinterlässt Menschen, die später gut über ihn sprechen.

Sich wieder in die Augen schauen können

Ein guter Zustand danach ist, wenn Sie den früheren Kollegen irgendwann wieder begegnen und ganz selbstverständlich fragen können, wie es ihnen geht. Das zählt mehr, als man denkt: Das Netz vergisst nichts, und ein künftiger Arbeitgeber fragt vielleicht genau dort nach, wie Sie sich unter Druck verhalten haben. Stellen Sie sich das Telefonat vor, in dem ein Personalberater Ihren früheren Vorgesetzten anruft. Er hört, dass Sie auch beim Abschied fair und professionell geblieben sind. Und am Ende der Folge steht ein zweiter Rat: sich nach der Trennung Zeit zu lassen, statt die erstbeste Position anzunehmen.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn eine Trennung von Ihrem Arbeitgeber bevorsteht oder gerade vereinbart wurde und Sie überlegen, wie Sie sie nach innen und außen kommunizieren. Ebenso, wenn Sie als Führungskraft selbst Trennungen verantworten und wissen möchten, wie diese für beide Seiten fair und ohne Gesichtsverlust gelingen.

Impuls für heute

Welche Geschichte über Ihren Abschied möchten Sie in drei Jahren noch gern erzählen?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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Der zweite ist ein Gespräch über Ihre Situation.

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20 Minuten, kostenfrei und vertraulich