Übergangsphase zwischen zwei Positionen
Die Übergangsphase ist der Zeitraum zwischen dem Ende einer Position und dem Beginn der nächsten. Auf Führungsebene dauert sie häufig mehrere Monate, weil Besetzungsprozesse lang sind und Kündigungsfristen, Freistellungen und Wettbewerbsverbote den frühestmöglichen Starttermin mitbestimmen.
Wie es in der Praxis läuft
Für Geschäftsführer und Vorstände ist die Lücke zwischen zwei Positionen eher Normalfall als Ausnahme. Die Trennung kommt oft mit Freistellung, der Vertrag läuft noch Monate, und der Markt auf dieser Ebene arbeitet langsam: Ein Besetzungsprozess über einen Personalberater dauert vom ersten Gespräch bis zur Unterschrift meist mehrere Monate, dazu kommt die Kündigungsfrist beim neuen Arbeitgeber des Wunschkandidaten. Wer im Januar freigestellt wird, startet selten vor dem Sommer.
Formal ist die Phase geregelt: Wer arbeitslos wird, meldet sich bei der Agentur für Arbeit, um Kranken- und Rentenversicherung zu sichern. Bei einer Eigenkündigung oder einem Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit folgen. Dazu berät Sie ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, bevor Sie unterschreiben.
Was das für Sie als Führungskraft bedeutet
Die Lücke selbst ist auf Ihrer Ebene kein Makel. Personalberater wissen, wie lange Prozesse dauern, und erwarten bei einer Führungskraft nach einer Trennung keine nahtlose Fortsetzung. Was sie lesen, ist die Dauer und die Erzählung dazu. Sechs Monate mit einem klaren Ziel wirken anders als achtzehn Monate ohne erkennbaren Plan.
Der Marktwert sinkt mit der Zeit, das beschreiben Betroffene selbst so: Mit jedem Monat ohne Position wird die Verhandlungsposition schwächer. Deshalb zählt der Zeitpunkt, an dem Sie anfangen, nicht der Zeitpunkt, an dem der alte Vertrag endet.
Worauf Sie achten sollten
Der häufigste Irrtum: erst einmal abwarten, „bis der Kopf frei ist“. Die Freistellung ist verständlicherweise auch eine Erholungsphase, aber die ersten Wochen sind die wertvollsten, weil Ihr Netzwerk noch von Ihrer Trennung weiß und Sie noch aus einer Position heraus sprechen. Ein zweiter Irrtum: die Übergangsphase mit Aktivität zu füllen, die nach Suche aussieht. Ein überarbeitetes Profil und ein Interim-Mandat zur Überbrückung sind sinnvoll, eine Flut von Bewerbungen auf Anzeigen ist es auf Ihrer Ebene selten.
Sabines Blick
Ich frage Klienten in dieser Phase zuerst nach dem Kalender, nicht nach dem Lebenslauf. Wann endet der Vertrag, wann die Freistellung, wann das Wettbewerbsverbot? Aus diesen Daten ergibt sich ein realistisches Startfenster. Wer das kennt, kann Gespräche so terminieren, dass Angebot und Verfügbarkeit zusammenfallen. Die meisten verschenken hier drei bis vier Monate, weil sie zu spät anfangen und dann zu lange verfügbar sind.