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Was kostet Warten? Warum die teuerste Variante eines Wechsels meist die ist, die nichts kostet.
Wenn Führungskräfte über eine Karriereberatung nachdenken, stellen sie fast immer zuerst die Frage nach dem Honorar. Das ist verständlich, aber es ist die zweite Frage. Die erste lautet: Was kostet es, wenn ich es allein mache? Dieser Beitrag rechnet nüchtern nach, mit Zahlen aus einer großen Auswertung zu professionell unterstützten Wechseln und mit dem, was ich seit 1998 bei Führungskräften beobachte. Dadurch entscheiden Sie mit der vollständigen Rechnung vor Augen.
Von Sabine Lanius · Stand: Oktober 2026 · Lesezeit rund sechs Minuten
Ich verstehe die Zurückhaltung. Wer zwanzig Jahre lang Budgets verantwortet hat, prüft auch das eigene Geld genau, gerade in einer Phase, in der das nächste Gehalt noch nicht feststeht. Und viele Führungskräfte sagen sich: Ich habe es bisher immer allein geschafft. Das stimmt meistens. Nur waren die bisherigen Wechsel oft Anrufe, die von selbst kamen. Diesmal muss der Weg aktiv gegangen werden, und dafür gelten andere Regeln.
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Was die Zahlen sagen
Eine Studie des weltweit größten Outplacement-Anbieters wertet seit Jahren aus, wie schnell Berufswechsler mit professioneller Unterstützung wieder in einer neuen Aufgabe sind. Im Datenjahr 2023 lag der Durchschnitt bei 5,4 Monaten, über gut 12.000 Menschen aller Ebenen hinweg. Zwei von drei hielten oder verbesserten dabei ihr Gehalt.
Ohne Begleitung dauert es deutlich länger. Die Auswertung vergleicht mit einem Schnitt von rund 15 Monaten für Menschen, die ohne solche Programme suchen. Die Zahlen stammen aus einem europäischen Markt und mischen alle Hierarchieebenen, sie lassen sich also nicht eins zu eins auf Ihre Situation übertragen. Die Richtung deckt sich aber mit dem, was ich bei Führungskräften sehe: Mit Begleitung dauert der Wechsel meist rund ein halbes Jahr, auf eigene Faust oft ein Jahr oder länger.
Was Sie davon haben: Sie sehen die Größenordnung, um die es geht. Es geht um Monate.
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Die drei Kosten, die auf keiner Rechnung stehen
Der offensichtlichste Posten ist das Einkommen. Wer sechs Monate früher wieder im Vertrag ist, hat sechs Monatsgehälter mehr. Rechnen Sie das für Ihre Ebene einmal aus, die Zahl ist meist höher als jedes Beratungshonorar.
Der zweite Posten ist der Marktwert. Mit jedem Monat ohne Position wird die Frage im Gespräch lauter: Warum hat es so lange gedauert? Viele Führungskräfte senken dann ihre Ansprüche, schauen eine Ebene tiefer und nehmen die Position, die kommt, statt die, die passt. Das wirkt über Jahre nach, denn die nächste Vergütung orientiert sich an der letzten.
Der dritte Posten ist die Verhandlungsstärke. Wer unter Zeitdruck verhandelt, verhandelt schlecht. Wer zwei Optionen hat, verhandelt anders als jemand, der auf eine hofft.
Dazu kommt etwas, das sich nicht in Euro ausdrücken lässt: die Nerven. Die Abende mit der Frage, ob es am Markt liegt oder an Ihnen. Die Gespräche zu Hause, die irgendwann nur noch um dieses eine Thema kreisen.
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Ihre eigene Rechnung in fünf Minuten
Sie brauchen dafür keine Studie, nur drei Zahlen aus Ihrer eigenen Situation.
1. Ihr monatliches Bruttoeinkommen in der Zielposition. Nehmen Sie die Größenordnung, die Sie für realistisch halten.
2. Die Zeit, die Sie gewinnen würden. Seien Sie vorsichtig und rechnen Sie mit drei Monaten statt mit den sechs bis neun, die die Zahlen oben nahelegen.
3. Das Honorar einer Beratung, die zu Ihrer Ebene passt.
Multiplizieren Sie die ersten beiden Zahlen und stellen Sie das Ergebnis neben die dritte. Auf Führungsebene ist schon die vorsichtige Variante in aller Regel eindeutig. Verlorenen Marktwert und schwächere Verhandlung haben Sie dabei noch gar nicht eingerechnet.
Noch zwei Hinweise zur Finanzierung. Wenn Sie gerade einen Aufhebungsvertrag verhandeln, kann die Beratung Teil des Pakets werden; Beratungsleistungen zur beruflichen Neuorientierung, die der Arbeitgeber übernimmt, sind nach § 3 Nr. 19 EStG unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Und wenn Sie selbst zahlen, können die Kosten als Werbungskosten in Betracht kommen. Beides sollten Sie mit Ihrem Steuerberater klären.
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Woran Sie erkennen, ob sich Beratung für Sie lohnt
Ehrlich gesagt: nicht für jeden. Wenn Ihr Netzwerk gerade trägt, zwei Gespräche laufen und Ihr Profil klar ist, brauchen Sie vielleicht nur einen Sparringstermin vor der Verhandlung.
Anders sieht es aus, wenn eines davon zutrifft: Die Anrufe, die früher von selbst kamen, bleiben aus. Sie bewerben sich auf passende Positionen und hören nichts. Headhunter melden sich mit Mandaten, die eine Ebene zu tief liegen. Oder Sie wissen, was Sie können, aber nicht, wie Sie es in zwei Sätzen sagen.
Dann ist die Frage nicht mehr, ob Sie sich eine Beratung leisten können. Sie lautet, wie lange Sie sich das Warten leisten wollen.
Ergebnis vom Ergebnis: Fünf Monate nach dem Start liegen zwei Angebote auf Ihrem Tisch. Sie vergleichen sie in Ruhe, verhandeln beim besseren nach und unterschreiben eine Position auf Ihrer Ebene. Die Rücklagen, die für etwas anderes gedacht waren, sind noch da.
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ÜBER DIE AUTORIN
Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten. Unabhängig von Unternehmen und Personalberatungen.
Sie wollen die Rechnung für Ihre eigene Situation machen? Abwarten ist auch eine Entscheidung.
Nur meist die teuerste. Das Erstgespräch ist für Führungskräfte, die etwas verändern wollen: zwanzig Minuten am Telefon, vertraulich und kostenfrei. Sie schildern Ihre Lage, ich frage nach und sage Ihnen am Ende offen, ob ich die Richtige für Ihren Weg bin.
Sabine Lanius Coaching & Consulting GmbH
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