Zum Inhalt springen
Begriff

Sabbatical für Führungskräfte

Definition

Ein Sabbatical ist eine geplante berufliche Auszeit von meist drei bis zwölf Monaten, bei der das Arbeitsverhältnis in der Regel bestehen bleibt. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es in Deutschland nicht; Grundlage sind Vertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag, finanziert über Zeitwertkonten, Gehaltsverzicht oder unbezahlte Freistellung.

Wie es in der Praxis läuft

Drei Modelle sind verbreitet. Beim Zeitwertkonto nach § 7b SGB IV sparen Sie Gehaltsteile oder Überstunden an, die während der Auszeit ausgezahlt werden; Sozialversicherung läuft weiter. Beim Ansparmodell arbeiten Sie etwa vier Jahre für 80 Prozent des Gehalts und sind das fünfte Jahr frei. Bei der unbezahlten Freistellung ruht die Vergütung, das Arbeitsverhältnis bleibt, aber Kranken- und Rentenversicherung müssen nach einem Monat selbst geregelt werden. Auf Führungsebene kommt ein viertes Modell hinzu: die Auszeit zwischen zwei Positionen, nach einem Aufhebungsvertrag, finanziert aus der Abfindung.

Für Geschäftsführer und Vorstände ist ein Sabbatical im laufenden Mandat selten, weil die Organstellung eine Vertretung erschwert. Hier wird die Auszeit meist mit dem Wechsel verbunden. Rechtliche und sozialversicherungsrechtliche Fragen gehören zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht oder einem Steuerberater.

Was das für Sie als Führungskraft bedeutet

Die Frage, die Sie beschäftigt, ist selten die Finanzierung, sondern die Wirkung: Wie liest ein Personalberater sechs Monate ohne Position? Die Antwort hängt davon ab, wie Sie sie erzählen. Eine geplante Auszeit mit Zweck, etwa ein Beiratsmandat vorbereiten, eine Weiterbildung, ein Projekt, liest sich anders als eine Lücke ohne Erklärung. Berater fragen danach, und eine klare Antwort in zwei Sätzen genügt.

Ein Sabbatical ist zugleich eine Standortbestimmung mit Abstand. Viele Führungskräfte merken erst außerhalb des Kalenders, welche Rolle sie als nächste wollen und welche nicht mehr.

Worauf Sie achten sollten

Planen Sie die Rückkehr vor dem Beginn: Welche Position, welcher Zuständigkeitsbereich, welcher Termin? Eine Vereinbarung, die nur „eine gleichwertige Position“ zusagt, ist auf Ihrer Ebene wenig wert. Klären Sie auch, wie variable Vergütung und Zielvereinbarung für das Jahr der Auszeit behandelt werden.

Ein häufiger Irrtum: Die Auszeit sei die Zeit, in der Sie „nichts“ machen. Für den Markt ist sie die Zeit, in der Sie unsichtbar sind. Wer in dieser Phase Kontakte hält und sein Profil pflegt, kehrt mit Optionen zurück, nicht nur mit Erholung.

Sabines Blick

Ich erlebe oft, dass Klienten nach einem Aufhebungsvertrag bewusst einige Monate frei nehmen und fürchten, der Markt würde sie dafür abstrafen. Meist tritt das Gegenteil ein: Sie kommen ausgeruht in die Gespräche, mit einer klaren Vorstellung der nächsten Rolle, und Berater merken das. Entscheidend ist, dass die Auszeit ein Ende hat und dieses Ende vorher feststeht.

Ihr nächster Schritt

Ein Begriff erklärt den Markt. Ihre Lage erklärt er nicht.

Zwanzig Minuten über Ihre Situation.

Im Erstgespräch schildern Sie Ihre Lage, ich frage nach, und am Ende wissen Sie, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann. Kostenfrei und vertraulich.