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KARRIERE-BLOG · KARRIEREBERATUNG

Wer arbeitet eigentlich für Sie? Headhunter, Karriereberatung, Coaching: was Sie von wem erwarten können, wenn Sie wechseln wollen.

Wer als Führungskraft über einen Wechsel nachdenkt, landet schnell bei vier Begriffen, die oft durcheinandergehen: Headhunter, Karriereberatung, Coaching, Outplacement. Alle reden über Ihre Laufbahn, aber jeder arbeitet in einem anderen Auftrag und wird von jemand anderem bezahlt. Daraus folgt, was Sie von wem erwarten können und was nicht. Dieser Beitrag ordnet die vier Rollen ein, aus der Sicht von jemandem, der selbst als Headhunterin gearbeitet hat. Dadurch sprechen Sie mit jedem über das, was er für Sie leisten kann, und warten nicht auf Anrufe, die so nicht kommen.
Von Sabine Lanius · Stand: Oktober 2026 · Lesezeit rund sieben Minuten
Ich habe viele Jahre auf der anderen Seite gesessen und Führungskräfte für Unternehmen gesucht. Heute berate ich Führungskräfte, die selbst wechseln wollen. Aus beiden Rollen weiß ich, wie viel Zeit verloren geht, wenn man vom falschen Gegenüber das Falsche erwartet. Die häufigste Erwartung lautet: „Ich melde mich bei drei Headhuntern, dann wird schon etwas kommen.“ Warum das selten aufgeht, erklärt sich aus einer einzigen Frage: Wer bezahlt wen?
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Der Headhunter arbeitet für das Unternehmen

Ein Headhunter, auch Personalberater oder Executive Searcher genannt, hat einen Auftraggeber: das Unternehmen, das eine Position besetzen will. Von dort kommt das Honorar, oft ein Drittel des ersten Jahreseinkommens der gesuchten Person. Sein Job ist es, für genau diese eine Position die drei oder vier passendsten Kandidaten zu finden.
Daraus folgt: Ein Headhunter sucht keine Position für Sie. Er sucht eine Person für eine Position. Wenn Ihr Profil zu einem laufenden Mandat passt, ist er Ihr bester Kontakt. Wenn nicht, legt er Sie freundlich ab und meldet sich vielleicht in zwei Jahren wieder.
So funktioniert sein Geschäftsmodell. Für Sie heißt das: Headhunter sind wichtig, aber Sie müssen so auffindbar und so klar positioniert sein, dass Sie in die richtigen Mandate passen, und zwar in dem Moment, in dem sie entstehen.
Was Sie davon haben: Sie hören auf, auf Rückrufe zu warten, und richten Ihr Profil so aus, dass ein Headhunter Sie bei der nächsten passenden Suche findet.
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Die Karriereberatung arbeitet für Sie

Eine Karriereberatung für Führungskräfte hat einen anderen Auftraggeber: Sie selbst, oder Ihr bisheriger Arbeitgeber, wenn er die Beratung im Rahmen einer Trennung bezahlt. In beiden Fällen geht es um Ihr Ziel, nicht um das eines suchenden Unternehmens.
Die Arbeit beginnt bei der Frage, welche Rolle zu Ihnen passt. Dann folgen Positionierung, Lebenslauf und LinkedIn-Profil, die Ansprache von Entscheidern und Headhuntern, die Vorbereitung auf Gespräche und am Ende die Verhandlung. Eine gute Karriereberatung kennt den verdeckten Stellenmarkt, also die Positionen, die über Netzwerke und Suchmandate besetzt werden, bevor eine Anzeige erscheint.
Wichtig zu wissen: Eine Karriereberatung bietet Ihnen keine fertige Stelle an. Sie sorgt dafür, dass Sie selbst an die richtigen Menschen kommen und dort überzeugen. Wer Ihnen eine Position verspricht, verspricht etwas, das kein seriöser Anbieter halten kann.
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Coaching und Outplacement: zwei Formate mit eigenem Zweck

Coaching ist in der Regel prozessorientiert. Ein Coach unterstützt Sie dabei, Ihre eigenen Antworten zu finden, etwa zu Führungsstil, Rollenkonflikten oder einer persönlichen Krise. Den Stellenmarkt auf Ihrer Ebene muss er nicht kennen. Für einen Wechsel ist das oft zu wenig, für die innere Klärung davor kann es genau richtig sein.
Outplacement ist Karriereberatung, die Ihr bisheriger Arbeitgeber bezahlt, meist als Teil eines Aufhebungsvertrags. Inhaltlich überschneidet es sich stark mit der Karriereberatung. Der Unterschied liegt im Auftrag: Das Unternehmen wählt oft den Anbieter aus, und viele Programme sind für das mittlere Management gebaut. Sie können verhandeln, dass Sie den Anbieter selbst wählen.
Zum Vergleich in einem Satz pro Rolle:
• Headhunter: bezahlt vom suchenden Unternehmen, sucht eine Person für eine Position.
• Karriereberatung: bezahlt von Ihnen oder Ihrem bisherigen Arbeitgeber, arbeitet an Ihrem Weg in die passende Position.
• Coaching: bezahlt von Ihnen oder Ihrem Arbeitgeber, arbeitet an Ihrer inneren Klärung.
• Outplacement: bezahlt von Ihrem bisherigen Arbeitgeber, Karriereberatung im Rahmen einer Trennung.
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Woran Sie die Rollen im Erstgespräch erkennen

Die Begriffe werden am Markt nicht sauber getrennt. Manche Personalberatungen bieten auch Outplacement an, manche Coaches nennen sich Karriereberater. Drei Fragen bringen schnell Klarheit.
1. Wer bezahlt Sie in meinem Fall, und wofür? Die Antwort zeigt den Auftrag.
2. Arbeiten Sie parallel für Unternehmen, bei denen ich mich bewerben könnte? Wenn ja, ist das nicht verboten, aber Sie sollten den möglichen Interessenkonflikt kennen.
3. Haben Sie selbst Positionen auf meiner Ebene besetzt oder Führungskräfte meiner Ebene beraten? Wer den Auswahlprozess nur aus Büchern kennt, kann Sie darauf schlecht vorbereiten.
Ergebnis vom Ergebnis: Sie sprechen mit dem Headhunter über sein Mandat und nicht über Ihre Wünsche. Mit Ihrer Beraterin arbeiten Sie an Ihrem Weg, statt auf einen Anruf zu warten. Und drei Monate später führen Sie Gespräche über Positionen, die nie in einer Anzeige standen, weil die richtigen Menschen wissen, wofür Sie stehen.
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Sabine Lanius
ÜBER DIE AUTORIN
Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten. Unabhängig von Unternehmen und Personalberatungen.

Sie wollen wechseln und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Abwarten ist auch eine Entscheidung.

Nur meist die teuerste. Das Erstgespräch ist für Führungskräfte, die etwas verändern wollen: zwanzig Minuten am Telefon, vertraulich und kostenfrei. Sie schildern Ihre Lage, ich frage nach und sage Ihnen am Ende offen, ob ich die Richtige für Ihren Weg bin.

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