Kurzprofil (Executive Summary)
Ein Kurzprofil, auch Executive Summary genannt, verdichtet eine Führungslaufbahn auf einer Seite: Positionierung, drei bis vier belegte Ergebnisse, Branchen- und Führungserfahrung sowie die Zielrolle. Es ersetzt den Lebenslauf nicht, sondern entscheidet darüber, ob er überhaupt gelesen wird.
Wie es in der Praxis läuft
Personalberater und Aufsichtsräte bekommen pro Besetzung Dutzende Profile. Gelesen wird zuerst, was schnell geht: eine Seite, auf der steht, wer Sie sind, was Sie bewegt haben und wofür Sie heute stehen. Im Executive Search ist das Kurzprofil deshalb das übliche Format für den ersten Kontakt, sei es als Anhang einer Initiativansprache oder als Dokument, das der Berater seinem Mandanten vorlegt. Der vollständige Lebenslauf folgt, wenn Interesse besteht.
Ein gutes Kurzprofil hat eine feste Ordnung: oben die Positionierungszeile, darunter in wenigen Sätzen das Profil, dann drei bis vier Ergebnisse mit Zahlen, schließlich die Stationen in einer Zeile pro Position. Keine Aufgabenbeschreibungen, keine Soft Skills, kein Foto als Pflicht.
Was das für Sie als Führungskraft bedeutet
Der Blick eines Lesers bleibt nur Sekunden auf der ersten Seite. In dieser Zeit entsteht eine Hypothese: passt oder passt nicht. Alles danach bestätigt sie nur noch. Ihr Kurzprofil muss also die Frage beantworten, die der Leser gar nicht stellt: Welche unternehmerische Aufgabe löst diese Person für mich? Wer dort „erfahrene Führungskraft mit breitem Hintergrund“ schreibt, beantwortet nichts.
Das zwingt zu einer Entscheidung, die viele scheuen: Sie müssen sich auf eine Zielrolle festlegen. Ein Kurzprofil für „CFO, COO oder Geschäftsführer, je nachdem“ wird in keiner der drei Suchen als Treffer erkannt.
Worauf Sie achten sollten
Der häufigste Irrtum: das Kurzprofil als gekürzten Lebenslauf zu verstehen. Es ist ein Angebot, kein Archiv. Jedes Ergebnis braucht eine Zahl oder einen nachprüfbaren Effekt (Umsatz, Ergebnis, Mitarbeiter, Standorte, Integration abgeschlossen). Zweiter Irrtum: Fachbegriffe aus dem alten Unternehmen. Der Leser kennt Ihre internen Bezeichnungen nicht, er kennt den Markt. Und drittens: Das Dokument muss maschinenlesbar bleiben, weil es bei größeren Häusern durch ein Bewerbermanagementsystem läuft.
Sabines Blick
Ich lege Klienten ihr eigenes Kurzprofil für sieben Sekunden hin und frage dann, was hängen geblieben ist. Meist nennen sie Name und letzten Titel, selten das, wofür sie stehen. Danach schreiben wir die erste Zeile neu, und zwar so, wie ein Personalberater seinem Mandanten den Kandidaten in einem Satz beschreiben würde. Dieser eine Satz ist die eigentliche Arbeit; der Rest der Seite folgt daraus.