Individualisierter Lebenslauf für Führungskräfte: Relevanz vor Vollständigkeit
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Warum dieses Thema?
Ihr Lebenslauf ist über die Jahre gewachsen, Station um Station, Aufgabe um Aufgabe. Jetzt liegt da ein Dokument, das alles enthält und trotzdem nicht sagt, warum Sie für genau diese Position die Richtige oder der Richtige sind. Ein erfahrener Klient fragte mich kürzlich, ob er einen universellen CV verwenden oder ihn für jede Position anpassen soll. Diese Frage höre ich oft, und meine Antwort ist eindeutig. In dieser Solofolge erkläre ich, warum sich der Mehraufwand lohnt. Sie erfahren, an welchen Stellen Sie Ihren Lebenslauf mit wenig Aufwand passgenau machen.
Das erfahren Sie in dieser Folge
Der CV ist das Herzstück, nicht das Archiv
Ob ein Anschreiben gelesen wird, ist auf der Unternehmensseite oft Geschmackssache. Der Lebenslauf wird dagegen zuerst gelesen, und auf seiner Grundlage entscheidet der Leser, ob er weiterliest. Für mich ist er Ihre eigene Werbebroschüre. Viele Führungskräfte folgen noch der alten Maxime der Vollständigkeit und kommen so auf sehr lange Lebensläufe mit allen Aufgaben aus allen Jahren. Heute zählt Relevanz, und eine Lücke von wenigen Wochen ist längst keine Katastrophe mehr. Die große Kunst besteht darin, für jede Position auszuwählen, was für diese Aufgabe tatsächlich zählt.
Die Langversion als Werkzeug im Hintergrund
Mein erster Tipp: Legen Sie sich eine Bruttoversion an, in der tatsächlich alles steht. Diese Fassung verschicken Sie nie. Sie dient als Steinbruch, aus dem Sie für jede Position die passenden Teile wählen. Ich habe einen Maschinenbauingenieur beraten, der sich über die Jahre in den Vertrieb technischer Produkte entwickelt hatte. Für seine nächste Vertriebsposition haben wir den Lebenslauf so fokussiert, dass sichtbar wurde, wie er Schritt für Schritt erfolgreich in den Vertrieb hineingewachsen ist. Technische Details aus früheren Jahren traten zurück, und der Weg wurde stimmig.
Das Deckblatt wie ein Magazincover
Das Deckblatt ist umstritten, und ich habe viele wenig sinnvolle gesehen. Gut gemacht verschafft es Ihnen einen klaren Vorteil. Stellen Sie sich einen großen Zeitschriftenkiosk am Flughafen vor. Sie greifen zu dem Magazin, dessen Titelseite Sie mit Bild und Schlagzeilen anspricht. Genau diese Aufgabe hat das Deckblatt. Neben Foto und Kontaktdaten stehen dort wenige ausgewählte Kompetenzen, die auf die Position zugeschnitten sind. Der Leser erkennt in Sekunden, dass Sie passen, und blättert mit dem Gedanken weiter: Das könnte interessant sein.
Aufgaben, Foto, Fortbildungen, Hobbys
Der zweite Hebel sind die Aufgabenbeschreibungen. Jeder Leser geht davon aus, dass oben steht, was Ihren Alltag am meisten bestimmt hat. Innerhalb der Wahrheit können Sie die Reihenfolge der Aufgaben und Erfolge auf die Position ausrichten. Auch das Foto lässt sich anpassen, etwa über Outfit und Farbwelt des Unternehmens. Fortbildungen nennen Sie nur, wenn sie relevant sind. Und Hobbys können eine Brücke sein: Eine Klientin mit Leidenschaft für Kunstgeschichte passte hervorragend zu einer Frankfurter Privatbank, die Museen und Kulturveranstaltungen fördert. Das wurde ein ausschlaggebender Punkt.
Der Leser sieht den Unterschied
Ein erfahrener Personalberater oder Entscheider erkennt, ob sich jemand Gedanken über die Position gemacht hat oder einen Standardlebenslauf schickt. Ein Standardlebenslauf muss nicht schlecht sein. Ein angepasster verschafft Ihnen aber einen echten Vorsprung. Stellen Sie sich vor, wie ein Berater Ihren CV öffnet, auf dem Deckblatt genau die Kompetenzen findet, nach denen sein Mandant fragt, und noch am selben Tag zum Telefon greift. Ja, das macht mehr Arbeit. Sie lohnt sich, weil Sie damit in die engere Auswahl kommen statt in den Stapel.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge ist für Sie, wenn Ihr Lebenslauf über die Jahre lang geworden ist und Sie für jede Bewerbung dieselbe Fassung verschicken. Ebenso, wenn Sie sich auf Positionen mit unterschiedlichem Schwerpunkt bewerben und wissen möchten, wie Sie Ihren Werdegang jeweils so darstellen, dass der Leser die Passung sofort erkennt.
Welche drei Kompetenzen würden auf Ihrem Deckblatt stehen, wenn es nur für Ihre nächste Wunschposition gemacht wäre?