Bewerbungsfoto oder Business-Porträt: Womit Führungskräfte punkten. Mit Christian Hamer
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Warum dieses Thema?
Gehört auf den Lebenslauf einer Führungskraft noch ein Foto? In den USA ist das tabu, in Deutschland fällt eine Bewerbung ohne Bild eher auf, und zwar nicht positiv. Dazu kommen Fragen nach Format, Kleidung und dem Video, das manche statt eines Fotos schicken. In dieser Folge spreche ich mit Christian Hamer, Geschäftsführer von PicturePeople, einer Fotostudiokette mit mehr als 60 Standorten. Sie erfahren, wie aus dem klassischen Bewerbungsbild ein Business-Porträt wird, das zu Ihrer Zielposition passt, und wie Sie den Fotografen so briefen, dass Sie sich auf dem Ergebnis wiedererkennen.
Das erfahren Sie in dieser Folge
Ohne Foto wird es schwer
Die Einschätzung in der Folge ist deutlich: Eine Bewerbung ohne Foto kommt bei vielen Personalern in Deutschland nicht gut an und wird nicht selten aussortiert. Mit Äußerlichkeiten hat das wenig zu tun. Entscheider möchten wissen, wer ihnen gegenübersitzt, und sich einen ersten Eindruck machen. Wichtiger als die Frage nach dem Ob ist deshalb die Qualität. Ein professionelles Business-Porträt signalisiert, dass Sie den Anlass ernst nehmen. Das gilt genauso für Ihr Profil auf LinkedIn: Spätestens wenn Sie einen Wechsel vorbereiten, hat das Urlaubsfoto dort ausgedient.
Mehrere Bilder für mehrere Anlässe
Das eine Standardfoto im Hochformat reicht für Führungskräfte selten. Ein großes Bild auf dem Deckblatt wirkt anders als ein kleines oben rechts im Lebenslauf, und beide brauchen eine eigene Aufnahme. Querformat fällt mehr auf. Hinzu kommen Profile, Presseanfragen und Vorträge. Für LinkedIn empfiehlt sich ein Bild aus derselben Serie wie in der Bewerbung, nicht zwingend identisch, aber klar wiedererkennbar. Berater, die Ihre Unterlagen lesen und danach Ihr Profil aufrufen, sehen so sofort dieselbe Person. Planen Sie das Shooting deshalb gleich für mehrere Einsatzzwecke, das spart später Zeit und Abstimmung.
Den Fotografen richtig briefen
Ein gutes Porträt beginnt vor dem Shooting. Je mehr der Fotograf weiß, desto besser: Für welche Art Unternehmen ist das Bild, wo wird es eingesetzt, was soll es aussagen? Zeigt das Unternehmen auf seiner Website eher Alphatiere oder eher zurückhaltende Persönlichkeiten? Ein praktischer Tipp aus der Folge: Drucken Sie ein paar Bilder von der Website des Zielunternehmens aus und nehmen Sie sie mit. Das Ergebnis ist ein Foto, auf dem Sie aussehen wie jemand, der dort bereits arbeitet. Im ersten Gespräch fällt das niemandem bewusst auf, und gerade deshalb wirkt es.
Kleidung und Haltung
Unifarben sind auf Fotos fast immer die bessere Wahl, Muster lenken ab. Ob Sakko und Krawatte nötig sind, hängt von Branche und Position ab. Meine Faustregel für Klienten: Sehen Sie auf dem Foto so aus, als hätten Sie in der Zielposition einen offiziellen Termin. Bei der Pose gilt dasselbe Prinzip. Spiegeln Sie die Stelle: Wer sich auf eine Alphatier-Position bewirbt, darf Stärke zeigen, für eine Rolle, die Seriosität und Zurückhaltung verlangt, passt ein ruhigeres Bild. Denkerpose und Telefonhörer haben ausgedient, Natürlichkeit wirkt stärker als jede Inszenierung.
Aktuell muss es sein, ein Video eher nicht
Ein veraltetes Foto kostet mehr, als man denkt. Ich erinnere mich an einen Interviewtag aus meiner Zeit in der Personalberatung: Ein Kandidat kam herein, und ich erkannte ihn nicht. Für einen Moment dachte ich an eine Verwechslung im Terminplan. Er hatte schlicht ein altes Foto verwendet. Ein unglücklicher Einstieg, den man sich sparen kann. Bewerbungsvideos überzeugen dagegen selten. Die erste Sichtung einer Bewerbung dauert nur kurz, ein Link ohne Informationen geht dabei unter. Wenn überhaupt Video, dann sehr kurz, und eher im Onboarding als in der Bewerbung.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge ist für Sie, wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen neu aufsetzen und Ihr letztes professionelles Foto einige Jahre alt ist. Oder wenn Sie sich gezielt bei wenigen Unternehmen bewerben und Ihr Auftritt vom Deckblatt bis zum LinkedIn-Profil wie aus einem Guss wirken soll.
Würde ein Personalberater Sie anhand Ihres aktuellen Fotos an der Tür erkennen?