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Von Sabine Lanius geprägt

Zwei-Ebenen-Regel

Definition

Die Zwei-Ebenen-Regel besagt, dass eine Ansprache im verdeckten Markt an die Person geht, die zwei Ebenen über der angestrebten Position steht. Eine Ebene darüber ist oft befangen, drei Ebenen ordnen nicht mehr ein, und die Personalabteilung verwaltet nur Prozesse, die bereits beschlossen sind.

Wie es in der Praxis läuft

Wer eine Bereichsleitung anstrebt, schreibt an die Geschäftsführung. Wer eine Geschäftsführung anstrebt, an den Beirats- oder Aufsichtsratsvorsitzenden oder den Hauptgesellschafter. Wer den Vorsitz anstrebt, an den Aufsichtsratsvorsitzenden oder die Eigentümerfamilie. Die Person eine Ebene über der Zielposition ist der künftige Vorgesetzte, und der liest eine Ansprache oft als Angriff auf den eigenen Stelleninhaber oder als Frage, die er nicht allein entscheiden darf.

In Familienunternehmen und bei Private-Equity-Beteiligungen entscheidet nicht immer, wer im Organigramm oben steht. Dort kann der Seniorchef im Beirat oder der Partner des Investors die Person sein, die den Ausschlag gibt. Die Zwei-Ebenen-Regel fragt deshalb nach der tatsächlichen Entscheidungsebene, nicht nach dem Titel.

Was das für Sie als Führungskraft bedeutet

Ansprachen, die inhaltlich hervorragend sind und nie eine Antwort bekommen, scheitern meist an der Adresse. „Sehr geehrte Damen und Herren“ an die Personalabteilung landet in einem Prozess, der nur bereits beschlossene Stellen kennt. Dieselbe Ansprache an den Beiratsvorsitzenden, der gerade mit der Nachfolge ringt, trifft auf ein Problem, das noch keinen Titel hat. Genau dort entstehen Positionen.

Die Person findet sich in einer Stunde: Website, Handelsregister, Geschäftsbericht, LinkedIn und ein diskreter Anruf im eigenen Netzwerk. Auf Gesellschafterebene lebt der Brief auf Papier, kurz, mit einem konkreten Bezug zum Unternehmen und ohne Lebenslauf im Anhang. Sorgfalt in der Anrede wird dort als Stellvertreter für Kompetenz gelesen.

Worauf Sie achten sollten

Der häufigste Irrtum ist, die Regel als Trick zu verstehen. Sie funktioniert nur, wenn die Ansprache ein echtes Angebot enthält: eine Beobachtung über das Unternehmen und einen Satz dazu, welches Problem Sie lösen können. Wer zwei Ebenen höher nur seinen Lebenslauf schickt, verbrennt die beste Adresse. Der zweite Fehler ist der Umweg über den Personalberater des Hauses in der Hoffnung, er leite weiter. Berater arbeiten für ihre Mandate, nicht als Postfach.

Sabines Blick

In etwa der Hälfte meiner Fälle gibt es jemanden im Netzwerk des Klienten, der die Zielperson kennt. Die warme Empfehlung schlägt dann jeden Kanal: Ein Satz von einem Bekannten des Beiratsvorsitzenden öffnet eine Tür, die zehn Briefe nicht öffnen. Deshalb beginnt die Arbeit an der Ansprache bei mir nicht mit dem Text, sondern mit der Frage, wer die Zielperson kennt.

Ihr nächster Schritt

Ein Begriff erklärt den Markt. Ihre Lage erklärt er nicht.

Zwanzig Minuten über Ihre Situation.

Im Erstgespräch schildern Sie Ihre Lage, ich frage nach, und am Ende wissen Sie, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann. Kostenfrei und vertraulich.