Kundenorientierung als Führungsaufgabe: Was Digital Leadership verlangt. Mit Stefan Voss
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Warum dieses Thema?
<p>Kundenorientierung steht in fast jedem Leitbild. In der Organisation sieht es oft anders aus: Marketing, Vertrieb, Service und IT arbeiten nebeneinander, der Kunde muss sich durch die Struktur kämpfen. Wer heute eine Position auf C-Level oder in der Geschäftsführung anstrebt, wird früher oder später gefragt, wie er das ändern würde. Ich spreche darüber mit Stefan Voss, der die Digitalisierung in Marketing und Vertrieb seit über 20 Jahren mitgestaltet, unter anderem bei Amazon, ProSieben und Axel Springer. Sie erfahren, welche Führungskompetenzen dabei zählen und wie Sie darüber überzeugend sprechen.</p>
Das erfahren Sie in dieser Folge
Was einen Digital Leader ausmacht
Die Digitalisierung hat die Anforderungen an Führungskräfte deutlich erweitert. Produkte, Wettbewerb, Kundenverhalten und Technik verändern sich in einem Tempo, das Führen unter dauerhafter Unsicherheit bedeutet. In der Folge geht es um mehrere Kompetenzen, die daraus folgen. Ein Digital Leader erkennt Kundenbedürfnisse und leitet daraus Geschäftsmodelle ab. Er stellt den Status quo in Frage, versteht genug von Daten und Technologien wie KI, um ihren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit zu beurteilen, und führt interdisziplinäre, oft virtuelle Teams. Wenn Sie Ihre Erfahrung entlang dieser Punkte erzählen, erkennen Entscheider schneller, dass Sie die Anforderungen ihrer Organisation verstehen.
Wenn die Organisation die Konstante ist und nicht der Kunde
Viele Unternehmen sind nach wie vor in funktionalen Silos aufgestellt, und selbst innerhalb des Marketings gibt es getrennte Einheiten. Die Schnittstellen arbeiten meist nacheinander statt miteinander. Die Folge: Ein Kunde hat in verschiedenen Bereichen verschiedene Identitäten, die Erlebnisse sind uneinheitlich, die Customer Journey bleibt bruchstückhaft. Wichtige Steuerungsgrößen wie der Customer Lifetime Value lassen sich so kaum nutzen, und Wettbewerbsvorteile verpuffen. Wer dieses Muster in seinem bisherigen Unternehmen erkannt und verändert hat, besitzt eine starke Success Story. Sie zeigt einem künftigen Arbeitgeber, dass Sie über Ihren eigenen Bereich hinausdenken.
Drei Hebel, um Silos aufzubrechen
Die Voraussetzung ist eine gemeinsame Strategie mit einheitlichen Kennzahlen und einem gemeinsamen Kundenverständnis, auch gegenüber Agenturen und Dienstleistern. Die Folge beschreibt drei Hebel. Erstens eine zentrale Kundendatenhaltung, auf die alle Abteilungen zugreifen, damit der Service weiß, wer anruft, und Kampagnen keine Bestandskunden mehr umwerben. Zweitens eine weitgehende Standardisierung von Kampagnen über Produkte und Märkte hinweg, damit alle aus denselben Ergebnissen lernen. Drittens eine ehrliche Prüfung, welche Kompetenzen im Haus bleiben müssen und was sich auslagern lässt. Kundendaten gehören nicht zur Agentur. Mit diesem Raster können Sie in Gesprächen konkret darlegen, wo Sie ansetzen würden.
Warum Matrix-Organisationen oft lähmen
Viele Führungskräfte haben erlebt, dass Matrix-Organisationen in der Umsetzung zu Konflikten und Unsicherheit führen. Die Ursachen liegen meist in unklaren Schnittstellen und widersprüchlichen Zielen der Abteilungen. Oft bildet die Matrix nur die bestehende Struktur ab und ergänzt eine internationale Dimension. Für Konflikte gibt es dann keine Regel, sie werden ausgetragen oder ausgesessen, und die Agilität leidet. Abhilfe schafft eine übergeordnete Strategie mit klarer Priorisierung, welche Ziele im Konfliktfall vorgehen, verbunden mit einer gesunden Fehlerkultur. Als Beispiel dient das Modell großer Beratungen, in dem der Kunde entscheidet, welches Angebot er annimmt. So erkennen Sie, welche Strukturen Tempo ermöglichen.
KI als strategische Führungsaufgabe
Stellen Sie sich das Gespräch mit dem Aufsichtsrat vor, in dem die Frage fällt, was Sie mit künstlicher Intelligenz vorhaben. Sie antworten nicht mit Tools, sondern mit drei Fragen: Was soll besser werden, worin besteht die Verbesserung, und wie messen Sie sie? Genau dieses Raster schlägt die Folge vor. KI hilft, Prozesse zu skalieren und Muster zu erkennen, wenn die Datenbasis stimmt. Der eigentliche Gewinn liegt in besserer Kundenorientierung, etwa durch Personalisierung in Echtzeit. Kosteneinsparung durch Personalabbau ist dagegen eine kurzsichtige Begründung. Ein schlechter Prozess bleibt schlecht, auch mit KI. Mit dieser Haltung überzeugen Sie als jemand, der KI als Führungsthema begreift.
Agenturen, Beratungen und die Macht der Systeme
Auch Agenturen und Beratungen spiegeln häufig noch die Silos ihrer Auftraggeber. Beratungen sind stark in Strategie und übergreifendem Denken, tun sich aber mit der Umsetzung schwer. Agenturen setzen hervorragend um, sehen aber seltener das ganze Unternehmen. Dazu kommen die großen Technologieanbieter, deren Systeme Prozesse so stark vereinheitlichen, dass Marken sich kaum noch unterscheiden. Die Folge endet mit einem klaren Grundsatz: Technologie ist Mittel zum Zweck, den Zweck muss die Führung bestimmen. Wenn Sie Dienstleister und Systeme in Ihrer nächsten Rolle steuern, hilft Ihnen dieser Blick, die richtigen Partner auszuwählen und die eigene Marke zu schützen.
Für wen ist diese Folge?
<p>Für Geschäftsführer, CMOs, CDOs und Vertriebsleiter, die eine Position mit Verantwortung für Digitalisierung und Kundenerlebnis anstreben. Für alle, die in Gesprächen mit Gremien ihre Erfahrung in Transformationsprojekten überzeugend einordnen wollen. Und für Sie, wenn Sie wissen möchten, welche Führungskompetenzen Unternehmen in diesem Feld heute erwarten.</p>
Welche Ihrer bisherigen Entscheidungen hat einem Kunden spürbar den Weg durch Ihre Organisation erleichtert?