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Podcastfolge · Führung & Unternehmen

Nachhaltigkeit im Unternehmen einführen und in der Karriere nutzen. Mit Enrico Eberlein

Erschienen
Dauer
31 Minuten
Gast
Enrico Eberlein, Geschäftsleitung Region Ost, Deutsche Bank
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Warum dieses Thema?

Im Vorstellungsgespräch kommt sie inzwischen fast immer: die Frage, wie Sie es mit Nachhaltigkeit halten. Viele Führungskräfte antworten dann mit Allgemeinplätzen, weil ihnen ein eigenes Beispiel fehlt. Und im eigenen Unternehmen wissen sie oft nicht, wo sie anfangen sollen, ohne dass das Thema nach Marketing klingt. In dieser Folge spreche ich mit Enrico Eberlein, Geschäftsleitung Region Ost und Projektleiter Grüne Filialen bei der Deutschen Bank. Sie erfahren, wie er Nachhaltigkeit vom Gesprächsthema zur gelebten Praxis gemacht hat und wie Sie Ihre eigene Erfahrung damit in einer beruflichen Neuorientierung sichtbar machen.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Vom Privaten ins Geschäftliche

Am Anfang stand bei meinem Gast keine Unternehmensanalyse, sondern eine Reihe privater Erlebnisse. Die Kinder fragten irgendwann sehr direkt, was er als Mitglied der Geschäftsleitung eigentlich konkret für Nachhaltigkeit tue. Dazu kam eine schwere Krankheit, die die Frage verschärfte, was von der eigenen Arbeit bleiben soll. Mir gefällt an diesem Einstieg, wie ehrlich er ist. Für Sie steckt darin eine Erkenntnis: Ein Thema trägt im Unternehmen erst dann, wenn es für Sie persönlich Bedeutung hat. Genau diese Verbindung macht Sie später auch im Gespräch mit Entscheidern glaubwürdig.

Erst fragen, dann handeln

Der erste Schritt war eine Frage im Management-Meeting: Warum wird in der Gesellschaft so viel über Nachhaltigkeit gesprochen, während die Kunden kaum danach fragen? Niemand hatte eine Antwort. Also führte das Team vertrauliche Einzelinterviews mit Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Führungskräften auf allen Ebenen. Daraus entstand ein klares Bild, wo man ansetzen kann. Ich arbeite in meinen Projekten genauso, deshalb hat mich dieser Teil der Folge besonders angesprochen. Ihr Gewinn: Wer zuerst zuhört, startet dort, wo der Bedarf wirklich liegt, und bekommt Mitstreiter statt Widerstand.

Die grüne Filiale als Signal nach innen

Aus den Gesprächen entstand das Projekt Grüne Filiale, ein Konzept aus vielen Bausteinen: Workshops, die das private Engagement ins Berufliche holen, Transparenz darüber, was der Konzern bereits tut, gezielte Qualifizierung für die Beratung. Die sichtbare Mooswand in den Filialen war vor allem ein Zeichen an die eigenen Leute: Wir meinen es ernst, perfekt sind wir nicht. Dazu kam ein Ideenwettbewerb und soziales Engagement der Teams, das bei Kunden überraschend den stärksten Eindruck hinterließ. Für Sie heißt das: Wer Nachhaltigkeit einführt, gewinnt zuerst die Menschen im eigenen Haus. Die Außenwirkung folgt daraus.

Handeln vor Reden, Fortschritt vor Perfektion

Zwei Empfehlungen aus der Folge sind für Führungskräfte besonders wertvoll. Binden Sie die Mitarbeitenden ein, denn niemand kennt das Unternehmen so gut wie sie, und viele engagieren sich privat längst. Und machen Sie erst Ihre Hausaufgaben, bevor Sie darüber sprechen. Die Debatte ist oft schwarz-weiß, dabei steht jeder noch am Anfang. Wer zuerst etwas bewegt und dann davon erzählt, wirkt authentisch. Dazu gehört Geduld: Nicht jede Idee lässt sich sofort umsetzen, aber jeder sollte sehen, dass Sie dranbleiben. So entsteht Vertrauen, auch wenn der Prozess länger dauert als gedacht.

Nachhaltigkeit im Vorstellungsgespräch

Zum Schluss geht es um Ihre Seite des Tisches. Wenn Sie sich neu orientieren, werden Sie im Interview nach Ihrer Haltung und nach Maßnahmen gefragt. Zwei Wege helfen: Fachexpertise in Ihrer Branche aufbauen, auch zur Regulatorik, und konkrete Erfahrung damit zeigen, wie Sie den Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb gelöst haben. Das Bild aus der Folge dafür: den Motor eines großen Tankers umbauen, während er mit voller Fahrt unterwegs ist. Stellen Sie sich vor, der Vorsitzende der Geschäftsführung fragt genau danach. Sie erzählen ein eigenes Projekt mit Kosten, Hürden und Ergebnis, und er macht sich eine Notiz. Genau dieses Beispiel trennt Sie dann von den Kandidaten mit Allgemeinplätzen.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie in Ihrem Unternehmen Verantwortung für Veränderung tragen und Nachhaltigkeit glaubwürdig voranbringen wollen. Und für Sie, wenn Sie gerade in Auswahlgesprächen stehen und merken, dass Ihre Antwort auf die Nachhaltigkeitsfrage noch nach Pflichtprogramm klingt statt nach eigener Erfahrung.

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Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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