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Podcastfolge · Neuorientierung & Trennung

Angst im Bewerbungsprozess: Selbstzweifel und Lampenfieber steuern. Mit Norman Welz

Erschienen
Dauer
38 Minuten
Gast
Norman Welz, Psychologe und Autor von „Trading-Psychologie“
Zum Hören auf Spotify

Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

<p>Die Position ist weg, und abends kommen Fragen, die Sie niemandem stellen: Bin ich jetzt einer, der verloren hat? Was, wenn nichts mehr kommt? Ich erlebe diese Gedanken bei erfahrenen Führungskräften häufiger, als man von außen vermuten würde. Sie sind kein Zeichen von Schwäche, sie bremsen aber genau dann, wenn Sie Tempo brauchen. Deshalb habe ich den Psychologen Norman Welz eingeladen. Sein Buch über die Psyche von Börsenhändlern hat mir gezeigt, wie ähnlich die Muster bei Bewerbern sind. Sie hören, wie Sie Angst einordnen und trotzdem souverän auftreten.</p>

Das erfahren Sie in dieser Folge

Sie haben einen Beruf, Sie sind nicht Ihr Beruf

Wer jahrzehntelang mit „Ich bin Geschäftsführer“ geantwortet hat, verliert mit der Position scheinbar ein Stück seiner selbst. Genau hier setzt die Folge an: Der Beruf ist ein Teil Ihrer Identität, nicht die ganze. Sie sind auch Vater oder Mutter, Freund, Tennispartner, jemand mit Interessen und Haltung. Wer das trennt, kann die beruflichen Sorgen einzeln betrachten statt als Ganzes. Ein Stück Kuchen isst sich leichter als der ganze. Für Sie heißt das: Sie bewerten Ihre Lage nüchterner und entscheiden aus Ruhe heraus, nicht aus Druck. Das spüren auch die Menschen, mit denen Sie in den nächsten Wochen sprechen.

Sinnvolle und sinnlose Angst unterscheiden

Angst schützt. Wenn über Ihnen beim Picknick ein schwerer Ast knackt, springen Sie weg, bevor Sie nachdenken. Das ist sinnvoll. Die Angst im Berufsleben entsteht meist anders: Ein Gedanke zieht den nächsten nach sich, bis aus einem kritischen Blick des Chefs der Verlust von Haus und Familie geworden ist. Nicht die Lage macht Angst, sondern die Geschichte, die man sich dazu erzählt. Die Folge zeigt, wie Sie diese Geschichten erkennen. Sie gewinnen damit einen Abstand zu Ihren eigenen Szenarien und können wieder unterscheiden, welche Sorge eine Handlung verlangt und welche nur Kraft kostet.

Informiert bleiben, ohne sich verrückt zu machen

Unser Gehirn sucht nach dem Negativen, weil das früher das Überleben sicherte. Nachrichten, Branchenmeldungen, Entlassungswellen in den Medien: All das zieht an und zieht herunter. Gleichzeitig müssen Sie in der Neuorientierung wissen, wie sich Ihr Markt und Ihre Zielunternehmen entwickeln. Die Folge zeigt einen Mittelweg, den ich selbst seit einigen Jahren lebe. Sie steuern bewusst, was Sie lesen, und strukturieren Ihre Informationen wie in einem Unternehmen. So bleiben Sie im Bild über die Entwicklungen, die für Ihre nächste Position zählen, und schützen gleichzeitig die Energie, die Sie für Gespräche brauchen.

Erst den Rucksack packen, dann losgehen

Gerade Männer in Führungsrollen wollen nach dem Aus sofort handeln. Ich bremse an dieser Stelle fast immer. Wer sind Sie, was können Sie, was wollen Sie künftig tun? Welche Kompetenzen stellen Sie auf den Speicher, welche nehmen Sie mit nach vorn? Aus diesen Fragen entsteht eine klare Positionierung. Dazu gehören Ihre Success Stories, also die konkreten Erfolge, die man so leicht als selbstverständlich abtut. Ein Klient sagte vor einem Gespräch mit einem Headhunter, er sei zum ersten Mal entspannt, weil er für jede Frage eine Antwort im Rucksack habe. In diesem Gespräch bekam er die Position. Sie gehen dann mit einem anderen Wert an den Markt.

Direkt ansprechen, wenn die Angst vor Ablehnung mitredet

Auf Top-Level werden viele Positionen über den verdeckten Arbeitsmarkt besetzt. Wer dort ankommen will, geht selbst auf Unternehmen zu. Viele Führungskräfte würden das gern tun und schieben es doch auf, weil ein Nein persönlich wirkt. In der Folge hören Sie, wie Affirmationen und Visualisierung helfen, die innere Haltung vor solchen Schritten zu stärken, so wie es Spitzensportler vor dem Wettkampf tun. Sie sehen sich schon im Gespräch, schon im Unternehmen. Der Nutzen für Sie: Die Direktansprache verliert ihren Schrecken, und Sie treten Entscheidern als jemand gegenüber, der etwas anzubieten hat.

Lampenfieber im Interview und der eigene Wert

Vor dem Gespräch mit dem Headhunter oder dem Aufsichtsrat steigt die Anspannung. Die Folge zeigt, wie Sie das Szenario vorher durchgehen und bei sich bleiben, statt zu raten, was der andere denkt. Dahinter steht ein Gedanke, der vielen Führungskräften in Deutschland schwerfällt: Arbeit ist ein Geschäft zwischen zwei Partnern. Sie haben etwas, das das Unternehmen braucht. Ihren Wert klar zu benennen ist Selbstvertrauen und keine Arroganz. Wer das verinnerlicht, tritt mit einem Angebot auf statt mit einer Bitte. Und genau so kommen Sie im Interview an.

Für wen ist diese Folge?

<p>Für Führungskräfte, die nach einer Trennung oder einem Merger mit Selbstzweifeln kämpfen und das niemandem zeigen wollen. Für alle, die Zielunternehmen direkt ansprechen möchten und es immer wieder verschieben. Und für Sie, wenn Sie vor wichtigen Interviews merken, dass die Nervosität Ihnen mehr im Weg steht als jede fachliche Frage.</p>

Impuls für heute

Welche Ihrer Erfolge halten Sie inzwischen für so selbstverständlich, dass Sie sie im Gespräch gar nicht mehr erwähnen?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

Zuhören ist der erste Schritt.

Der zweite ist ein Gespräch über Ihre Situation.

Zwanzig Minuten am Telefon, kostenfrei und vertraulich. Sie schildern Ihre Lage und wissen am Ende, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann.

20 Minuten, kostenfrei und vertraulich