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Podcastfolge · Neuorientierung & Trennung

Jobwechsel nach 16 Jahren im Unternehmen: Eine Zwischenbilanz. Mit Björn Deselaers

Erschienen
Dauer
25 Minuten
Gast
Björn Deselaers, ehemaliger Klient, nach fast 16 Jahren bei einem Arbeitgeber gewechselt
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Warum dieses Thema?

<p>Sie sind seit vielen Jahren im selben Haus, haben dort einiges bewegt, und trotzdem fragen Sie sich morgens auf dem Weg ins Büro, ob das noch Ihres ist. Intern gibt es keine passende Position, draußen fehlt der Vergleich. Viele bleiben genau an diesem Punkt stehen. In dieser Folge ziehe ich mit Björn Deselaers eine Zwischenbilanz. Er hat nach fast 16 Jahren gekündigt, seine Wunschposition gefunden und stand zum Zeitpunkt der Aufnahme zwischen altem und neuem Job. Sie hören, welche Schritte ihm Sicherheit gegeben haben und welche Fragen Sie sich vorher stellen können.</p>

Das erfahren Sie in dieser Folge

Wenn das Tagesgeschäft nicht mehr trägt

Am Anfang stand kein Karriereplan, sondern eine leise Unzufriedenheit. Mein Gast merkte nach der Pandemie, dass Bürokratie und Verwaltung seinen Arbeitstag immer stärker füllten und das, was ihn antrieb, immer weniger Platz hatte. Ein interner Wechsel kam nicht zustande. Viele Führungskräfte kennen dieses Gefühl und schieben es weg, weil die Position objektiv gut ist. Die Folge zeigt, wie wichtig es ist, diese Unzufriedenheit ernst zu nehmen, bevor sie die Freude an der Arbeit ganz aufzehrt. Sie erkennen dann früher, ob Sie etwas verändern wollen, und behalten selbst die Wahl über den Zeitpunkt.

Komfortzone verlassen, Risiko nüchtern abwägen

Innerhalb eines Unternehmens Neues zu wagen, ist eine Sache. Die sichere Anstellung aufzugeben, eine andere. In der Folge geht es um die Frage, was im ungünstigsten Fall passiert. Die Antwort meines Gastes war ernüchternd und befreiend zugleich: Das eigentliche Risiko lag für ihn darin, weitere Jahre unzufrieden zu bleiben. Dazu kam der Rückblick auf frühere Situationen, in denen er Neues angepackt und es gut gemacht hatte. Wer seine eigene Geschichte so liest, gewinnt Zutrauen. Sie wägen Sicherheit und Veränderung dann mit Fakten ab statt mit diffusen Befürchtungen.

Warum Freunde zum Bleiben raten

Familie und Freunde meinen es gut. Sie wollen Ihre Sicherheit und fragen deshalb, ob Sie sich das gut überlegt haben. Ich nenne das gern mit einem Begriff aus der Physik: Systeme erhalten sich selbst. Ein Blick von außen gehört nicht zu diesem System. Er sortiert die vielen ungeordneten Gedanken und prüft, ob sie der Realität standhalten. Viele meiner Klienten, die sich nach einem Konflikt getrennt haben, sagen im Rückblick, sie hätten den Schritt früher gehen sollen. Für Sie heißt das: Holen Sie sich beide Perspektiven, die besorgte und die neutrale. Die Mischung macht die Entscheidung belastbar.

Die eigenen Erfolge wieder ausgraben

Wer lange in einem Unternehmen ist, hört oft mehr über Schwächen als über Stärken. Fähigkeiten, die man jeden Tag einsetzt, werden selbstverständlich und fallen einem selbst nicht mehr auf. Draußen sind sie es nicht. Wir haben in unserer Zusammenarbeit fast archäologisch gearbeitet: Erfolge ausgegraben, angeschaut und daraus Success Stories gemacht, die man in wenigen Sätzen erzählen kann. Am Ende stand ein gut gefüllter Werkzeugkasten. Stellen Sie sich das erste Gespräch mit einem Entscheider vor, in dem Sie Ihre Erfahrung nicht erklären müssen, weil Sie sie in drei konkreten Geschichten zeigen. Genau dieses Zutrauen trägt Sie durch den Wechsel.

Erst wissen, was Sie nicht mehr wollen

Der erste Schritt zur Wunschposition war bei meinem Gast die Frage, was er nicht mehr will. Daraus ergab sich nach und nach, was er sucht. Eine Persönlichkeitsanalyse half, die Richtung zu prüfen. Sie zeigte zum Beispiel, dass ihm Projektarbeit mit Anspannung und anschließender Entspannung liegt, verbunden mit Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit. So ließ sich vermeiden, in einer Rolle zu landen, die nicht zur eigenen Persönlichkeit passt. Eine einfache Pro- und Contra-Liste, bei mir heißt sie Job from Hell und Job from Heaven, ergänzt das. Sie wissen danach, wonach Sie suchen und was Sie ablehnen.

Die Übergangsphase bewusst nutzen

Zwischen zwei Positionen bleibt Zeit, sich neu aufzustellen. Mein Gast hat sich vorgenommen, im neuen Job jede Woche einen festen Termin mit sich selbst zu halten und zu prüfen, ob seine Erwartungen aufgehen. Dazu gehört die Balance zum Privatleben, gerade in der Phase, in der man allen zeigen will, dass man das Vertrauen verdient. Auch eine gewisse Unsicherheit vor dem Start ist normal. Die Folge zeigt, wie man ihr mit der Frage nach dem schlimmsten Fall begegnet. Sie gehen dann gefestigter in die ersten Wochen.

Für wen ist diese Folge?

<p>Für Führungskräfte, die seit vielen Jahren beim selben Arbeitgeber sind und merken, dass ihre Rolle nicht mehr passt. Für alle, die intern keine Perspektive sehen und den Arbeitsmarkt lange nicht getestet haben. Und für Sie, wenn Freunde und Familie zum Bleiben raten und Sie eine zweite, neutrale Sicht suchen.</p>

Impuls für heute

Welche Fähigkeit setzen Sie jeden Tag ein, ohne sie noch als Stärke wahrzunehmen?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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