Karrierewechsel gestalten: Welche Kompetenzen in neue Felder tragen. Mit Michael Groß
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Warum dieses Thema?
<p>Wer lange erfolgreich in einer Rolle war, fragt sich vor dem Wechsel: Was davon zählt woanders noch? Und reicht das, was mich bisher getragen hat, auch für das, was jetzt kommt? Mein Gast hat diese Frage mehrfach für sich beantwortet. Prof. Dr. Michael Groß wurde als Schwimmer weltbekannt, baute danach eine Change-Management-Beratung auf, lehrt an der Goethe-Universität Frankfurt und kandidierte zum Zeitpunkt unseres Gesprächs als IHK-Präsident. Sie hören in dieser kurzen Folge, welche Haltung solche Übergänge möglich macht und welche Kompetenzen Sie in neue Felder mitnehmen.</p>
Das erfahren Sie in dieser Folge
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen
Im Sport lernt man früh, mit Niederlagen umzugehen. Jedes Rennen beginnt bei null, und die meisten werden nicht gewonnen, auch wenn darüber selten jemand schreibt. Diese Haltung überträgt sich direkt auf den beruflichen Wechsel. Eine Präsentation, ein Auswahlverfahren, eine Ausschreibung: Gewonnen ist noch nichts, und eine Absage gehört dazu. Wer das verinnerlicht, nimmt ein Nein als Teil des Weges und nicht als Urteil über die eigene Person. Für Sie heißt das: Sie gehen in das nächste Gespräch mit dem Kopf frei vom letzten, und genau das merkt Ihr Gegenüber.
Was gestern trug, hilft morgen nur bedingt
Disziplin ist der Klassiker unter den Sportlertugenden. Wichtiger ist in der Folge ein anderer Gedanke: Alles, was wir heute leisten, beruht auf dem, was wir uns früher angeeignet haben. Für die Zukunft sagt das wenig. Wer sich ständig an neue Bedingungen anpasst, empfindet Veränderung als Normalfall. Mein Gast beschreibt, wie ihn der Austausch mit Studierenden immer wieder auf neue Ideen bringt. Offenheit für Impulse von außen ist keine Frage des Alters. Sie bleiben damit für Entscheider interessant, weil Sie zeigen, dass Ihre Erfahrung in Bewegung ist.
Künstliche Intelligenz ausprobieren statt abwarten
Für viele Führungskräfte ist KI plötzlich ein Thema, ohne dass sie damit im Alltag arbeiten. Die Empfehlung der Folge ist einfach: ausprobieren, sich austauschen, Grenzen kennenlernen und eigene Anwendungsfälle bilden. Als Beispiel dient KI als Co-Pilot, der Ideen für eine Seminarplanung liefert. Das Ergebnis wird geprüft und weiterentwickelt, nicht kopiert. Dafür muss niemand Technikspezialist sein. Die Entwicklung verläuft so schnell, dass wir sie aus der Vergangenheit heraus leicht unterschätzen. Wenn Sie im nächsten Interview nach Ihrem Umgang mit KI gefragt werden, erzählen Sie von einem eigenen Anwendungsfall, statt allgemein zu bleiben.
Neues Wasser ins Glas füllen
Ein Bild aus der Folge bleibt hängen: Das Glas ist halb voll. Durch technologische Entwicklungen fließt aber ständig Wasser ab, weil manche Kompetenzen veralten. Es bringt wenig, krampfhaft zu verhindern, dass etwas abfließt. Wichtiger ist, laufend Neues nachzufüllen. Dazu gehört die Bereitschaft, eigene Denkmuster zu hinterfragen. Sätze wie „Ich kann nicht, weil“ oder „Ich habe noch Zeit“ wirken vernünftig und halten doch auf. Erfahrung schützt vor alten Fehlern und kann zugleich den Blick auf Neues verstellen. Mit dieser Selbstprüfung gehen Sie offener in den Wechsel und erkennen Chancen früher.
Meisterschaft entsteht durch Üben
Talent allein reicht nicht, das gilt im Becken wie im Beruf. Die Folge erinnert daran, dass große Leistungen in Sport, Musik oder Wirtschaft vor allem durch beharrliches Üben entstehen, durch das Aneignen von Handwerkszeug und dessen ständige Weiterentwicklung. Für einen Karrierewechsel bedeutet das: Gesundes Selbstbewusstsein speist sich aus dem, was Sie sich erarbeitet haben, und aus der Bereitschaft, weiter zu lernen. Mein Gast sieht seine Kandidatur für die IHK als Teamaufgabe, bei der er Menschen mitnehmen will. Sie nehmen aus der Folge mit, dass Ihre Erfahrung trägt, wenn Sie sie weiter pflegen.
Für wen ist diese Folge?
<p>Für Führungskräfte, die vor einem Wechsel in eine andere Branche oder Rolle stehen und prüfen, welche ihrer Fähigkeiten dort zählen. Für alle, die nach vielen Jahren Erfolg merken, dass alte Rezepte nicht mehr selbstverständlich greifen. Und für Sie, wenn Sie sich mit künstlicher Intelligenz noch fremd fühlen und einen pragmatischen Einstieg suchen.</p>
Welche Ihrer Kompetenzen fließt gerade aus dem Glas ab, und was füllen Sie nach?