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Podcastfolge · Führung & Unternehmen

Die ersten 100 Tage als Führungskraft: Warum es keine Schonfrist gibt. Mit Carsten Knop

Erschienen
Dauer
36 Minuten
Gast
Carsten Knop, Herausgeber der FAZ
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Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

Der Vertrag ist unterschrieben, der Start steht fest. Und irgendwo im Hinterkopf liegt die beruhigende Vorstellung, dass Sie erst einmal hundert Tage Zeit haben, um anzukommen, zuzuhören und sich ein Bild zu machen. Genau diese Vorstellung stellt mein Gast in Frage. Carsten Knop, seit 2020 Herausgeber der FAZ, hat mehrere Positionswechsel selbst erlebt und kennt den Wandel einer ganzen Branche von innen. Mir war wichtig, seine Sicht auf den Start in einer neuen Rolle weiterzugeben. Sie wissen danach, warum der erste Eindruck ab Tag eins zählt und wie Sie diese Phase für sich nutzen.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Eine Branche, die sich neu erfinden musste

Als ich 1998 begann, war der Stellenteil der FAZ am Samstag der Höhepunkt der Woche für Headhunter und Bewerber auf Führungspositionen. Heute liegen diese Anzeigen im Netz, und mit ihnen ist ein großer Teil der Erlöse der Verlage abgewandert. In dieser Folge beschreibt Carsten Knop, wie Zeitungshäuser seitdem umgebaut wurden: weg vom reinen Printgeschäft, hin zu digitalen Abos, ohne die langjährigen Leser zu verlieren. Wer sich in der Medienbranche neu orientiert, bekommt hier ein ehrliches Bild davon, in welchem Umfeld er künftig führt.

Was eine Führungskraft in Redaktion und Verlag heute können muss

Das Bild des Redaktions- oder Ressortleiters hat sich stark erweitert. Print, Online und Social Media gehören zusammen, Redaktion und Verlag arbeiten mit Daten über ihre Leser, etwa für die Steuerung der Paywall. Verwalten reicht nicht mehr, gefragt sind Agilität und aktives Gestalten. Dazu kommt eine Moderationsaufgabe nach innen und außen, die viel Zeit verlangt, oft außerhalb der klassischen Arbeitszeit. Für Sie heißt das: Wer sich für eine solche Rolle bewirbt, überzeugt mit Antworten darauf, wie er Menschen durch diesen Wandel führt.

Zuhören, bevor der erste Tag beginnt

Ein Gedanke aus der Folge hat mir besonders gefallen: Die Phase des Zuhörens sollte möglichst schon vor dem Antritt beginnen. Bei einem internen Wechsel lässt sich mit dem künftigen Team einzeln sprechen, solange man noch nicht Chef ist. Dann bekommt man das ehrlichste Feedback, das es gibt. Bei einem Wechsel in ein neues Unternehmen geht das meist nicht. Trotzdem lohnt sich der Gedanke: Je früher Sie wissen, was Ihre Leute bewegt, desto schneller können Sie entscheiden, ohne die Mannschaft zu verlieren.

Die Mär von den 100 Tagen

Die 100-Tage-Regel stammt aus der Politik und ist alt. In der Praxis beobachten und beurteilen Mitarbeitende eine neue Führungskraft ab der ersten Sekunde. Das klingt nach Druck, ist aber ein Vorteil, denn zu Beginn ist die Bereitschaft zur Veränderung am größten. Die Empfehlung in der Folge: Zuhören ja, aber deutlich kürzer als die berühmten hundert Tage, und dann entscheiden. Was offensichtlich nicht funktioniert, darf nicht liegen bleiben. Der Markt gibt keinen Welpenschutz, gerade in einer Branche im Umbau. Wer das weiß, plant seine ersten Wochen anders.

Zuhören, Feedback, Mut zur Entscheidung

Auf meine Frage, welche Kompetenzen bei Positionswechseln am meisten geholfen haben, kommen drei Dinge zusammen: zuhören und darüber nachdenken, ehrliches Interesse an den Kolleginnen und Kollegen mit offenem Feedback, auch wenn es unbequem ist, und Mut zu Entscheidungen. Stellen Sie sich Ihre vierte Woche in der neuen Position vor. Sie haben mit Ihren wichtigsten Leuten gesprochen, kennen die zwei Themen, die keinen Aufschub vertragen, und verkünden die erste Entscheidung. Niemand ist überrascht, weil alle wissen, dass Sie zugehört haben. Genau so entsteht Vertrauen in eine neue Führung.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie gerade eine neue Führungsposition zugesagt haben und Ihren Start planen. Ebenso, wenn Sie sich in der Zeitungs- und Medienbranche neu orientieren und wissen möchten, welche Anforderungen an Redaktions- und Ressortleiter heute gestellt werden und wie Sie im Gespräch darauf antworten.

Impuls für heute

Mit wem würden Sie in Ihrer neuen Rolle sprechen wollen, noch bevor Sie den ersten Arbeitstag haben?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

Zuhören ist der erste Schritt.

Der zweite ist ein Gespräch über Ihre Situation.

Zwanzig Minuten am Telefon, kostenfrei und vertraulich. Sie schildern Ihre Lage und wissen am Ende, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann.

20 Minuten, kostenfrei und vertraulich