In fünf Monaten zur Wunschposition: ein Erfahrungsbericht. Mit Andreas Grundey
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Warum dieses Thema?
Viele erfahrene Führungskräfte gehen davon aus, dass ihre Erfahrung für sich spricht. Sie haben viele Jahre Verantwortung getragen, warum sollte ein Wechsel schwierig sein? Dann kommen die ersten Gespräche, und es läuft anders als erwartet. Die Prozesse haben sich verändert, und Online-Interviews folgen eigenen Regeln. In dieser Folge spreche ich mit Andreas Grundey, Head of Logistics, wenige Tage nach seinem Start in der neuen Position. Er schildert die Stationen seiner fünfmonatigen Neuorientierung. Sie erfahren, welche Schritte den Unterschied gemacht haben und wo Sie in Ihrer eigenen Vorbereitung ansetzen können.
Das erfahren Sie in dieser Folge
Der Anlass: Restrukturierung und ein klares Ziel
Mein Gast hat sich im Zuge einer Restrukturierung entschieden, das Unternehmen zu wechseln. Sein Ziel stand früh fest: in der Supply Chain der Modebranche bleiben, wo seine Leidenschaft seit langem liegt, internationaler arbeiten und die Lieferkette von der Produktion bis zum Endkunden verantworten. Genau diese Rolle hat er heute als Head of Logistics. Mir war in diesem Gespräch wichtig zu zeigen, wie viel ein klar formuliertes Ziel ausmacht. Wer weiß, was er will, kann Angebote schnell sortieren und verliert keine Zeit mit Positionen, die nur auf dem Papier passen.
Erfahrung allein reicht nicht
Am Anfang dachte auch mein Gast, er wisse als erfahrene Führungskraft, wie Bewerbungsprozesse laufen. Die ersten Gespräche zeigten dann genau die Punkte, die wir vorher besprochen hatten. Prozesse haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert, und wer nicht auf dem aktuellen Stand ist, verschenkt Chancen. Dazu kam die Erfahrung, dass ein Gespräch am Bildschirm anders wirkt als im Raum: Kamera, Hintergrund, Ausrichtung, Gestik, alles verlangt Aufmerksamkeit. Für Sie heißt das: Ihre Erfahrung ist die Grundlage, aber wie Sie sie zeigen, müssen Sie für den heutigen Markt neu üben.
Positionierung ist das Fundament
Bevor die erste Bewerbung herausging, stand die Selbstreflexion: Wofür stehe ich, was will ich, und was will ich ausdrücklich nicht mehr? Diese Frage nach dem Nicht-Wollen wird oft unterschätzt, dabei filtert sie sofort. Ich erlebe bei erfahrenen Managern häufig, dass sie sich vor einer klaren Positionierung scheuen, weil sie so vieles können. Dann klingt das Profil wie eine Pizza mit allem. Mein Gast hat das Thema sofort aufgegriffen und eine klare Positionierung erarbeitet. Für mich ist das wie beim Hausbau: Ohne Fundament steht später alles schief. Erst danach ging es um Lebenslauf und Anschreiben. Ihr Gewinn: Unterlagen, die auf einem klaren Profil aufbauen, finden die richtigen Leser.
Der Durchbruch kam mit dem Interviewtraining
Nach den Unterlagen war das Interviewtraining der entscheidende Schritt, gerade für Gespräche per Video. Besonders geholfen hat eine kompakte Selbstvorstellung, die für jedes Gespräch neu auf die Position zugeschnitten wird. Danach ging es rasant: Kontakte kamen über Personalberater und direkt von Unternehmen, und bei der jetzigen Position ging es vom Erstkontakt bis zur Unterschrift besonders schnell. Die eigentliche Bewerbungsphase nach der Vorbereitung war deutlich kürzer als die gesamten fünf Monate. Stellen Sie sich den Moment vor: Ein Personalberater bittet Sie, kurz Ihren Werdegang zu schildern. Sie antworten in zwei Minuten, präzise und auf seine Position bezogen, und er fragt nach dem nächsten Termin. Genau dafür lohnt sich die Vorbereitung.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge ist für Sie, wenn Ihre Position im Zuge einer Restrukturierung zur Disposition steht und Sie den Wechsel aktiv angehen wollen. Und für Sie, wenn Sie seit vielen Jahren kein Vorstellungsgespräch mehr geführt haben, Interviews per Video noch ungewohnt sind und Sie wissen möchten, wie eine strukturierte Vorbereitung in der Praxis aussieht.
Was wollen Sie in Ihrer nächsten Position ausdrücklich nicht mehr, und steht das schon klar vor Ihnen?