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Podcastfolge · Karrierewege

Vom Konzern ins Interim Management: Was der Wechsel wirklich verlangt. Mit Holger Kimmes

Erschienen
Dauer
31 Minuten
Gast
Holger Kimmes, ehemaliger Personalvorstand bei Opel und Interim Manager
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Warum dieses Thema?

Nach Jahrzehnten im Konzern endet der Weg, und eine Frage taucht auf, die Sie vorher nie ernsthaft gestellt haben: Will ich überhaupt wieder angestellt sein? Interim Management klingt nach Freiheit und Wirksamkeit. Ob es zu Ihnen passt, wissen Sie damit noch nicht. In dieser Folge habe ich mit Holger Kimmes gesprochen, Jurist und früher Personalvorstand bei Opel, zum Zeitpunkt der Aufnahme seit sieben Jahren als Interim Manager tätig. Holger Kimmes ist inzwischen verstorben, seine Erfahrungen haben nichts von ihrem Wert verloren. Sie erfahren, was er Einsteigern geraten hat und woran man den Schritt sorgfältig prüft.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Am Anfang steht die Entscheidung, nicht das erste Mandat

Holger Kimmes hatte eine typische Konzernkarriere hinter sich, mit Stationen in Linie und Stab, national und international. Als dieser Weg endete, nahm er sich Zeit für die Frage, was er wollte und was nicht. Gerade als Personaler glaubt man, solche Prozesse zu kennen, bis man selbst betroffen ist. Er hat sich dabei professionell unterstützen lassen und das nie bereut. Die Botschaft der Folge ist eindeutig: Keine Stunde, die Sie in diese Entscheidung investieren, ist verschwendet. Für Sie bedeutet das: Wer diese Phase ernst nimmt, startet mit einer Richtung statt mit Hoffnung.

Den Provider-Markt kennen und ein klares Profil zeigen

Es gibt sehr viele Provider, mit schönen Internetseiten und großen Versprechen. Wer sich dort nur per Mail in die Datenbank einträgt und wartet, geht leicht unter. In der Folge wird deutlich, was stattdessen trägt: das eigene Profil auf die Provider zuschneiden, was zu einer zweiten ehrlichen Prüfung zwingt, und persönliche, durchaus lange Gespräche mit den Ansprechpartnern führen. Er arbeitete regelmäßig mit zwei, drei Providern zusammen und blieb bei den übrigen gelistet. Sie gewinnen so Menschen, die Sie kennen, wenn ein passendes Mandat auf den Tisch kommt.

Aus dem Konzernkind wird ein Unternehmer

Die größte Umstellung lag für ihn in der Denkweise. Als Interim Manager sind Sie Unternehmer, von der Umsatzsteuervoranmeldung bis zur Akquise. Bemerkenswert offen geht es in der Folge um ein Mandat, das ausgerechnet in seinem früheren Kernfeld lag und das er rückblickend als gescheitert ansah: In einer komplexen Konzernstruktur mit wechselnden Auftraggebern kam er nie richtig in die Aufgabe hinein. Ein anderes Projekt, in dem die Betriebsparteien nur noch per Schriftsatz verkehrten, gelang dagegen über Gespräche und Beziehungsarbeit. Sie sehen daran, dass Erfahrung im Fach allein noch keinen Erfolg im Mandat sichert, der Kontext entscheidet mit.

Die Freiheit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren

Was an der Rolle reizt: Man wird nicht geholt, um die Welt zu retten, sondern um ein bestimmtes Problem zu lösen. Keine Vorbereitung für Aufsichtsratssitzungen, keine Reports, die niemand liest. Bei der Ausgestaltung von Lösungen nahm er sich Freiheiten, die er sich als Angestellter vielleicht nicht genommen hätte. Dazu gehörte, auch mit der eigenen Auftraggeberseite offen zu sprechen und ihr Raum zu geben, eine Position zu überdenken, ohne das Gesicht zu verlieren. Wer diese Haltung mitbringt, findet im Interim Management eine Wirksamkeit, die im Linienalltag oft verloren geht.

Wissen, was Sie nicht machen wollen

Zum klaren Profil gehört die Grenze. Er selbst übernahm keine Geschäftsführermandate, obwohl sie zu den lukrativsten gehören, weil er diese Rolle hinter sich hatte. Auch die Lebensweise will gewollt sein: bei größeren Projekten die ganze Woche unterwegs, über Monate. Das erste Mandat kam bei vielen über frühere Kontakte, später über Empfehlungen, kaum über die Website. Stellen Sie sich das Gespräch mit einem Provider vor: Sie sagen in zwei Sätzen, wofür man Sie holt und was Sie ablehnen. Ihr Gegenüber notiert sich Ihren Namen für ein konkretes Projekt, statt Ihnen eine Broschüre zu schicken.

Für wen ist diese Folge?

Für Führungskräfte aus dem Konzern, die nach einer Trennung oder einem Umbruch überlegen, ob Interim Management ein sinnvoller nächster Schritt ist. Und für alle, die den Gedanken schon länger mit sich tragen und wissen wollen, wie der Einstieg aus der Sicht von jemandem aussah, der ihn selbst gegangen ist.

Impuls für heute

Wenn ein Provider Sie morgen fragt, welche Aufgaben Sie ablehnen würden: Wüssten Sie die Antwort?

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Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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