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Podcastfolge · Headhunter & Executive Search

Verdeckter Arbeitsmarkt: Über welche Kanäle Führungskräfte ankommen. Mit Christopher Funk

Erschienen
Dauer
54 Minuten
Gast
Christopher Funk, Macher von #Vertriebsfunk, ehemaliger Headhunter
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Warum dieses Thema?

<p>Ab einer gewissen Ebene funktioniert das Bewerben nicht mehr wie früher. Hundert Bewerbungen auf Anzeigen führen selten zur passenden Position, und die Headhunter von damals melden sich nicht zurück. Viele Führungskräfte fragen sich dann, wo diese verdeckten Positionen eigentlich sind und wie man an sie herankommt. Dieses Gespräch habe ich mit Christopher Funk für seinen Podcast #Vertriebsfunk geführt, er kennt den Markt als früherer Headhunter von innen. Sie erfahren, über welche Kanäle Positionen auf Ihrer Ebene besetzt werden und wie Sie jeden davon gezielt nutzen.</p>

Das erfahren Sie in dieser Folge

Was den verdeckten Arbeitsmarkt ausmacht

Gemeint sind alle Positionen, die nicht oder noch nicht ausgeschrieben sind: nicht auf der Unternehmensseite, nicht bei Headhuntern, nicht in den Portalen. Ein Beispiel aus meiner Beratung zeigt, wie das abläuft. Bei einem Klienten, Geschäftsführer eines international tätigen Unternehmens, kündigte überraschend ein Mitglied der Geschäftsleitung. Während wir über eine Umstrukturierung nachdachten, fiel uns ein gemeinsamer Bekannter ein. Er hat die Position heute. Ohne diesen Einfall wäre sie nie auf den Markt gekommen. Schätzungen zufolge liegen 70 bis 80 Prozent der Positionen in diesem Bereich. Dort konkurrieren Sie mit einer Handvoll Kandidaten statt mit Hunderten, und Ihre Chancen steigen entsprechend.

Headhunter gezielt ansprechen, nicht flächendeckend

Der häufigste Reflex lautet, die Headhunter von früher zu aktivieren und neue mit Lebensläufen zu versorgen. Das bringt meist wenig. Ein Headhunter arbeitet für das Unternehmen, das ihn beauftragt. Hat er gerade keine passende Position, kann er nichts für Sie tun, so gut Ihr Profil auch ist. Sinnvoll ist der Kontakt zu Beratern, die auf Ihre Funktion oder Branche spezialisiert sind und auf Ihrer Ebene arbeiten. Wer seinen Lebenslauf zu breit streut, wirkt dagegen wie eine Immobilie, die bei zu vielen Maklern liegt. Sie nutzen diesen Kanal am besten als einen von mehreren, und Sie sparen sich monatelanges Warten auf Rückrufe.

Ohne klare Positionierung ist jeder Kanal der falsche

Auf die Frage, was sie suchen, antworten viele Führungskräfte mit „alles“ oder „etwas, wo ich gestalten kann“. Für einen Headhunter oder Entscheider ist das kaum greifbar. Bevor Sie an den Markt gehen, brauchen Sie eine klare Positionierung und Zielsetzung: Wer sind Sie, was können Sie, was wollen Sie künftig tun? Interessant werden Sie, wenn mindestens zwei Überschneidungen passen, etwa Produkt, Kunden oder Marktumfeld. Auch die Situation des Unternehmens zählt, ob es aus einer Krise kommt oder ein Finanzinvestor einsteigt. Der Lebenslauf folgt dieser Zielsetzung und betont, was für die angestrebte Rolle relevant ist. So erkennt Ihr Gegenüber sofort, wofür Sie stehen.

Initiativ ansprechen, nach gründlicher Recherche

Den Lebenslauf an Hunderte Adressen zu schicken, ist keine Strategie. Die Folge plädiert für eine kleine, sorgfältig recherchierte Auswahl an Unternehmen. Neben der Unternehmensseite lohnen Wirtschaftsnachrichten, Arbeitgeberbewertungen und Gespräche mit Menschen, die dort arbeiten. Daraus ergibt sich, welchen Nutzen Sie diesem Unternehmen gerade bieten können. Adressat ist der Entscheider, der von der Besetzung profitiert. Stellen Sie sich vor, Sie rufen den Geschäftsführer Ihres Wunschunternehmens an. Er nimmt ab, hört zu, und am Ende steht ein Termin. Nicht jedes Gespräch läuft so, aber das Schlimmste ist der Hinweis auf die Personalabteilung. Mit diesem Schritt heben Sie sich von fast allen anderen Kandidaten ab.

Das Netzwerk aktivieren, auch den zweiten Kreis

Viele rufen alte Weggefährten an und sagen, sie suchten etwas Neues. Die Antwort lautet dann oft, man melde sich, wenn man etwas höre, und dann passiert nichts. Was fehlt, ist auch hier die konkrete Zielsetzung. Ihr Netzwerk kann nur helfen, wenn es weiß, wohin Sie wollen. Dazu kommen Branchen- und Wirtschaftsveranstaltungen, auch wenn man an einem Winterabend wenig Lust darauf hat. Die Forschung zeigt, dass Karrierechancen meist über lose Kontakte entstehen, über den früheren Kollegen eines Bekannten. Wer einen solchen zweiten Kreis gezielt aufbaut, erfährt von Positionen, bevor sie jemand ausschreibt, und wird dort empfohlen, wo entschieden wird.

LinkedIn, Plan und Disziplin

Erfahrene Führungskräfte sträuben sich oft gegen das digitale Netzwerken. LinkedIn ist heute aber der Ort, an dem Headhunter und Recruiter suchen. Ein Profil mit den richtigen Schlüsselbegriffen und einem aktuellen Foto macht Sie auffindbar. Wer zusätzlich kommentiert und gelegentlich zu Branchenthemen schreibt, zeigt digitale Kompetenz, nach der gerade bei erfahrenen Kandidaten gefragt wird. Entscheidend ist am Ende der Plan: Welche Kanäle nutzen Sie in welcher Woche, und wie messen Sie Ihre Aktivität? Wer das wie ein Projekt angeht, verliert sich nicht in Nebenwegen und greift nicht nach dem erstbesten Angebot. Sie behalten Ihr Ziel im Blick und kommen schneller dort an.

Für wen ist diese Folge?

<p>Für Führungskräfte, die auf ihrer Ebene kaum passende Anzeigen finden und sich fragen, wo die Positionen sind. Für alle, die bisher auf Empfehlungen gesetzt haben und merken, dass diese ausbleiben. Und für Sie, wenn Sie Headhunter angeschrieben haben und seitdem auf einen Rückruf warten.</p>

Impuls für heute

Wenn ein früherer Kollege heute gefragt würde, wofür man Sie anrufen sollte: Was würde er antworten?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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