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Podcastfolge · Neuorientierung & Trennung

Standortbestimmung im Jobwechsel: Warum sie alles Weitere trägt. Mit Dr. Thomas Büttner

Erschienen
Dauer
18 Minuten
Gast
Dr. Thomas Büttner, Managing Director der Gemini PharmChem Mannheim GmbH
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Warum dieses Thema?

Nach einer Trennung ist der Impuls fast immer derselbe: sofort handeln. Bewerbungen schreiben, das Netzwerk anrufen, nebenbei über Selbstständigkeit nachdenken. Der Kalender ist voll, und trotzdem kommen Sie nicht voran. In dieser Folge spreche ich mit Dr. Thomas Büttner, heute Managing Director der Gemini PharmChem Mannheim GmbH. Wir haben vor einigen Jahren ein halbes Jahr zusammengearbeitet, vom Verlust der Position bis zur neuen, zu ihm passenden Aufgabe. Mit dem Abstand von heute blickt er auf diesen Prozess zurück. Sie erfahren, warum die Standortbestimmung über alles Weitere entscheidet und was dabei heute wichtiger ist als früher.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Die schwierigste Phase trägt alle anderen

Ein Wechsel verläuft in vier Phasen: Standortbestimmung, Profil und Unterlagen, Vorbereitung auf die Gespräche, Entscheidung und Start in die neue Rolle. Rückblickend ist die erste die wichtigste. Wer sie zu schnell durchläuft oder nicht ehrlich mit sich ist, baut alles Weitere auf Sand. Gerade wenn man glaubte, einen hervorragenden Job gemacht zu haben, und plötzlich draußen steht, gibt es Verletzungen, und man beginnt, sich etwas vorzumachen. Dazu gehört die unbequeme Frage, warum es so gekommen ist. Lieber zwei, drei Wochen mehr in diese Phase investieren. Der Rest des Weges wird dadurch leichter und erfolgreicher.

Aktionismus füllt die Leere, bringt Sie aber nicht weiter

Viele Führungskräfte gehen aus dem Schock der Trennung direkt in die Aktivität. Sie bewerben sich hier und da, aktivieren das Netzwerk, prüfen nebenbei ein Franchise-Modell. Das ist menschlich verständlich, denn plötzlich ist viel Zeit da. Nur füllt diese operative Hektik vor allem eine Leere. Wer nicht weiß, was er wirklich will, verbringt Wochen mit Gesprächen, die nirgendwohin führen. In der Folge wird deutlich, was stattdessen trägt: innehalten, reflektieren, ein Fundament schaffen und dann loslegen. Für Sie bedeutet das: Die Zeit, die Sie am Anfang investieren, holen Sie später mehrfach wieder herein.

Was Sie nicht mehr wollen, ist die härtere Frage

Was man will, lässt sich vergleichsweise leicht beantworten. Schwieriger ist die Frage, was man sich nicht mehr antun möchte. Dazu gehört ein genauer Blick auf die Organisation: Arbeiten Sie für eine Aktiengesellschaft mit Vorstand, für private Eigentümer oder für einen Finanzinvestor? Was in einem Umfeld funktioniert hat, trägt im nächsten nicht automatisch. Dazu kommt die Lebensphase. Wer früher gern viel gereist ist, möchte heute vielleicht mehr Zeit mit der Familie. Diese Klarheit über die eigenen Grenzen schützt Sie später davor, eine Position anzunehmen, die auf dem Papier glänzt und im Alltag nicht passt.

Vom Ergebnis zum Profil

Lebenslauf und Online-Profile sind Übersetzungsarbeit: Was in der Standortbestimmung erarbeitet wurde, wird in die passende Form gebracht. Dabei hat sich viel verändert. Heute interessiert vor allem, was Sie in den letzten Jahren verantwortet und bewegt haben, der Lebenslauf beginnt mit der aktuellen Station. Für die Form darf man sich Unterstützung holen, wenn einem das Gestalten nicht liegt. Die Inhalte müssen aber von Ihnen kommen. Sinnvoll ist es, wenn dieselbe Person, die mit Ihnen den Standort geklärt hat, auch Inhalt und Form zusammenbringt. Dann erzählt Ihr Profil genau die Geschichte, die Sie im Gespräch vertreten können.

Die Entscheidung, die vorher getroffen wurde

Rückblickend würde mein Gast den Rhythmus heute anders wählen: zu Beginn wöchentlich, in der aktiven Phase dichter, danach nach Bedarf. Der eigentliche Wert der Standortbestimmung zeigt sich aber am Ende. Ich habe Klienten erlebt, die ein hoch dotiertes Angebot gegen ihre eigenen Kriterien angenommen haben und schnell wieder bei mir saßen, frustriert. Stellen Sie sich die andere Variante vor: Das Angebot mit dem großen Gehalt liegt auf dem Tisch. Sie legen es neben Ihre Liste aus der ersten Phase, sehen den Widerspruch und sagen freundlich ab. Ein paar Wochen später nehmen Sie eine Position an, über die Sie abends sagen: Genau das wollte ich.

Für wen ist diese Folge?

Für Führungskräfte, die gerade eine Trennung erlebt haben und merken, dass sie viel tun, aber nicht vorankommen. Ebenso für alle, die nach vielen Jahren im selben Unternehmen vor der Frage stehen, was als Nächstes wirklich zu ihnen passt, und für jene, die ein verlockendes Angebot prüfen, das sich nicht ganz richtig anfühlt.

Impuls für heute

Was würden Sie heute nicht mehr tun, selbst wenn das Gehalt stimmt?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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