Mit der Haltung eines Leistungssportlers zur neuen Position. Mit Tim Vorfalt
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Warum dieses Thema?
Die erste Absage nach einer guten Endrunde trifft. Die zweite auch. Irgendwann fragen Sie sich, ob es an Ihnen liegt, und die Energie für den nächsten Anlauf wird kleiner. Viele Führungskräfte unterschätzen, dass ein Wechsel auf ihrer Ebene Zeit, Training und Ausdauer braucht. In dieser Folge erzählt ein früherer Klient, der lange Leistungssport betrieben hat, wie ihm diese Erfahrung auf dem Weg zur neuen Position geholfen hat. Mir war wichtig, seine Parallelen weiterzugeben, weil sie so gut übertragbar sind. Sie nehmen eine Haltung mit, die Sie auch nach Rückschlägen weitermachen lässt.
Das erfahren Sie in dieser Folge
Erst der Leistungsstand, dann der Plan
Tim Vorfalt kam zu mir mit einer klassischen Frage: Was kann ich, was will ich, und welche Position passt zu mir? Wir begannen mit einer Standortbestimmung. Im Rudern, erzählt er, analysiert man zuerst, wie man im Boot sitzt, wo die Stärken liegen und welche Muskeln noch Training brauchen. Erst dann entsteht ein Plan. Genauso funktioniert ein Wechsel. Eine neutrale Sicht von außen, eine Persönlichkeitsanalyse und die Frage nach Muss und Wunsch für die nächste Rolle haben ihm geholfen, sein Ziel klar zu fassen.
Werte als Entscheidungsgrundlage
Den Ausschlag, über einen internen Wechsel hinaus an etwas ganz Neues zu denken, gab die Arbeit an seinen Werten. Welcher Wert steht oben, welcher ist weniger wichtig? Aus dieser Rangfolge ergab sich, was die nächste Position bieten muss. Das klingt weich, ist aber ein sehr hartes Werkzeug, gerade wenn am Ende mehrere Optionen auf dem Tisch liegen. Wer seine Werte kennt, prüft Angebote schneller und sagt leichter Nein zu dem, was nicht passt. Für Sie heißt das: Bevor Sie Positionen vergleichen, lohnt der Blick darauf, wonach Sie eigentlich vergleichen.
Der Trainingsplan für den Wechsel
Ein Wechsel neben dem laufenden Job ist ein Job neben dem Job. Mein Gast hat das wie Training organisiert: Zu Wochenbeginn plant er, wann er was erledigt, zwischen Meetings oder abends. Nicht alles klappt, aber Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Zwei Wochen mit voller Kraft und dann Pause bringen wenig. Und wie im Sport braucht es Abwechslung. Stellenbörsen allein sind zu wenig. Gespräche mit früheren Kollegen und Kontakten zeigen Aufgaben und Unternehmenskulturen, die Sie sonst nie kennenlernen würden, und manchmal auch, was Sie auf keinen Fall wollen.
Rückschläge gehören dazu
Auch im Rudern gibt es vernichtende Niederlagen, nach denen man am Montagabend trotzdem wieder ins Boot steigt. Das verlorene Rennen und das gescheiterte Gespräch sind Vergangenheit. Hilfreich ist der Blick nach vorn: Was lerne ich daraus, was trainiere ich gezielt? Wer merkt, dass die eigene Vorstellung im Gespräch holprig ist, übt genau diesen Start, so wie eine Mannschaft eine ganze Einheit nur Starts trainiert. Und das nächste Gespräch ist ohnehin ein anderes Unternehmen mit anderen Menschen. Jede Absage macht Sie damit ein Stück sicherer.
Vertrauen in das eigene Training
Das Wichtigste aus dem Sport ist für meinen Gast Resilienz: akzeptieren, dass es Rückschläge gibt, und darauf vertrauen, dass man es kann, weil man trainiert hat. Nervös ist man vor dem Wettkampf trotzdem. Ich erinnere mich an den Moment, als er mir nach intensiver Vorbereitung sagte, man könne ihn jetzt fragen, was man wolle. Er fühlte sich sicher. Genau diese Ruhe spürt ein Gegenüber im Interview. Sein Rat an andere: sich eine neutrale Sicht von außen holen und den langen Atem einplanen.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge ist für Sie, wenn Sie neben Ihrer aktuellen Position einen Wechsel vorbereiten und merken, dass Zeit und Energie knapp werden. Ebenso, wenn Sie nach mehreren Absagen an Schwung verloren haben und eine Haltung suchen, mit der Sie konsequent weitermachen, auch ohne selbst Sport zu treiben.
Woran würden Sie merken, dass Sie für Ihr nächstes Gespräch genauso gut vorbereitet sind wie für ein wichtiges Board-Meeting?