Festanstellung oder Selbstständigkeit: So entscheiden Führungskräfte. Mit Sabine Votteler
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Warum dieses Thema?
<p>Vielleicht stehen Sie gerade an dieser Kreuzung: Die bisherige Rolle passt nicht mehr, und neben der nächsten Festanstellung reizt Sie der Gedanke, etwas Eigenes aufzubauen, als Interim Manager zu arbeiten oder mehrere Mandate zu kombinieren. Viele probieren dann alles gleichzeitig und verlieren dabei an Kraft und Profil. Ich spreche in dieser Folge mit Sabine Votteler, die Führungskräfte auf dem Weg in die Selbstständigkeit berät. Wir arbeiten mit Menschen in derselben Lage, nur von zwei Seiten. Sie erfahren, wie Sie eine Entscheidung treffen, die zu Ihrem Leben passt und auch in einigen Monaten noch trägt.</p>
Das erfahren Sie in dieser Folge
Hin zu etwas oder weg von etwas?
Die wichtigste Frage am Anfang ist die nach dem Motiv. Manche tragen seit Jahren eine Idee mit sich, die sie nicht loslässt. Andere wollen vor allem weg: vom neuen Vorstandsvorsitzenden, vom Mikromanagement, von der Bürokratie. Ich nenne das Hin-zu- und Weg-von-Motivation. Beides ist legitim, führt aber zu sehr unterschiedlichen Entscheidungen. Wer nur weg will, sieht in der Selbstständigkeit schnell die radikalste Lösung und unterschätzt, wie viel Fremdbestimmung auch dort steckt. Das Gras auf der anderen Seite wirkt eben grüner. Sie prüfen mit dieser Unterscheidung, ob Ihre Idee ein Ziel ist oder eine Flucht.
Ausprobieren statt grübeln, aber nicht alles gleichzeitig
In einem echten beruflichen Umbruch weiß man oft nicht, was man will, solange man nichts ausprobiert hat. Die Folge zeigt deshalb einen Weg über kleine Tests: Gespräche mit Menschen aus dem Feld, ein Abend in der Branche, ein erstes Projekt. Ein Gespräch mit jemand anderem zählt schon. Entscheidend ist die Absicht dahinter. Wer aus Angst, etwas zu verpassen, gleichzeitig eine Festanstellung, ein Interim-Mandat und eine Gründung verfolgt, zerstreut seine Energie. Im Interview wirkt das wie Overselling. Mehrere Positionierungen auf einmal glaubwürdig zu verkörpern, gelingt kaum. Sie gewinnen mit gezielten Tests ein Gefühl dafür, welcher Weg zu Ihnen passt.
Mehr Optionen, als die meisten sehen
Zwischen Festanstellung und eigener Firma liegt ein breites Feld. Es gibt Fractional-Rollen als CXO an zwei oder drei Tagen pro Woche, Interim Management, Franchising und die Portfolio-Karriere mit mehreren Standbeinen. Jede Form verlangt etwas anderes. Ein Interim-Mandat bedeutet meist ein Projekt, bei dem es brennt, mit voller Präsenz vor Ort und danach vielleicht einer Pause. Manche lieben diesen Rhythmus, für andere passt er nicht zum Familienleben. Die Folge ordnet diese Formate ein. Sie sehen danach, welche Varianten für Ihre Lage überhaupt infrage kommen, und sparen sich Umwege über Modelle, die nie gepasst hätten.
Der Job zahlt aufs Leben ein, nicht umgekehrt
Ab einem gewissen Punkt im Berufsleben verschiebt sich die Frage. Sie lautet weniger, was die Karriere verlangt, und mehr, was Sie im Leben noch erreichen wollen. Daraus ergeben sich Rahmenbedingungen: zeitlich, räumlich, in der Art zu arbeiten. Manche sind nicht mehr verhandelbar, etwa ein weiterer Umzug. Wer das vorher klar hat, kann Angebote leichter ablehnen, die nicht tragen. Ich arbeite dafür mit dem idealen Positionsprofil, das Kompetenzen, Rahmenbedingungen und den Markt zusammenbringt. Die Schnittmenge ist Ihr Suchprofil. Damit treffen Sie Entscheidungen aus Überzeugung und beißen nicht aus Angst in den sauren Apfel.
Wenn Sie an der Weggabelung im Wald stehen
Sie stehen im Wald, der Weg teilt sich, und keiner der beiden ist ausgeschildert. Stehen bleiben ist die schlechteste Wahl. Sie gehen ein paar hundert Meter in eine Richtung, und plötzlich sehen Sie Dinge, die vorher verborgen waren. Die nächste Abzweigung kommt bestimmt, und Sie entscheiden dann mit mehr Wissen. So beschreibt die Folge den Umgang mit der großen Entscheidung. Wer sich festgelegt hat, sollte einige Wochen dabei bleiben, statt nach zwei Tagen wieder zu zweifeln. Ein Sparringspartner von außen erinnert Sie daran, warum Sie so entschieden haben, und Sie bewegen sich wieder, statt im Kreis zu denken.
Ein zweiter Kreis neben Familie und Freunden
Das nahe Umfeld kann in dieser Phase oft wenig helfen. Familie und Freunde haben selbst Angst, wollen kein Risiko und verstehen manchmal nicht, warum Sie eine sichere Position aufgeben. Die Folge rät, einen zweiten Kreis aufzubauen: Menschen in ähnlicher Lage, Netzwerkveranstaltungen, auch Begegnungen, die nichts mit dem Job zu tun haben. Gerade wenn das Selbstwertgefühl angekratzt ist, möchte man sich lieber zurückziehen. In meinen kleinen Gruppencalls testen Klienten zum Beispiel ihre Selbstpräsentation vor anderen. Sie bekommen dort ehrliche Resonanz und Impulse, die das eigene Umfeld nicht geben kann.
Für wen ist diese Folge?
<p>Für Führungskräfte, die nach einer Trennung oder aus eigener Unzufriedenheit überlegen, ob die nächste Festanstellung der richtige Weg ist. Für alle, die mit Interim Management, Fractional-Rollen oder einer Gründung liebeäugeln. Und für Sie, wenn Sie gerade drei Optionen gleichzeitig verfolgen und merken, dass keine davon richtig vorankommt.</p>
Wollen Sie mit Ihrer Idee irgendwo hin, oder vor allem von etwas weg?