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Podcastfolge · Lebenslauf & Unterlagen

Was Recruiter erwarten: Vom Anschreiben bis zum Video-Interview. Mit Roberto Atzori

Erschienen
Dauer
28 Minuten
Gast
Roberto Atzori, Teamhead Talent Acquisition and Employer Branding, Apleona Group
Als Video auf YouTube
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Warum dieses Thema?

Sie haben Unterlagen verschickt, eine Woche vergeht, dann zwei, und Sie fragen sich: Liegt meine Bewerbung überhaupt bei jemandem auf dem Tisch? Und darf ich nachfragen, ohne mir etwas zu verderben? Solche Fragen beantwortet am besten jemand, der täglich auf der anderen Seite sitzt. In dieser Folge spreche ich mit Roberto Atzori, der bei der Apleona Group das Recruiting leitet und 13 Jahre Erfahrung in diesem Feld mitbringt. Sie erfahren, wie Recruiter Ihre Unterlagen lesen, worauf sie im Video-Interview achten und wie Sie Ihre Chancen erhöhen, ins Gespräch zu kommen.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Hin zu etwas, nicht nur weg von etwas

Recruiter und Fachbereiche wollen erkennen, warum jemand genau zu diesem Unternehmen möchte. In unsicheren Zeiten bewerben sich viele, weil die Lage im eigenen Haus schwierig ist, und das ist im Gespräch spürbar. Eine reine Weg-von-Motivation überzeugt selten, auch wenn sie menschlich nachvollziehbar ist. Wer dagegen benennen kann, was ihn an Aufgabe und Unternehmen reizt, gibt der Gegenseite den Grund, den sie sucht. Für Sie heißt das: Klären Sie vor dem ersten Kontakt, was Sie an dieser Position anzieht. Diese Antwort trägt Anschreiben und Gespräch gleichermaßen.

Die Anforderungen der Anzeige ernst nehmen

Wenn eine Ausschreibung Kündigungsfrist, Gehaltsvorstellung oder Arbeitsort abfragt, erwartet der Recruiter diese Angaben. Fachliches gehört in den Lebenslauf, Gehaltswunsch und Eintrittsdatum ins Anschreiben. Ein fehlender Gehaltswunsch ist in der Praxis meist kein Ausschlusskriterium, wenn das Profil passt, dann folgt eher ein Anruf. Liegt die Vorstellung aber weit über dem Rahmen, den das Unternehmen zahlen kann, endet der Prozess an dieser Stelle. Hilfreich ist ein kritischer Blick von außen, bevor die Unterlagen rausgehen. Dann erkennen Sie Lücken, solange Sie sie noch schließen können.

Der Lebenslauf als Abgleich mit der Stelle

Recruiter schauen fast immer zuerst in den Lebenslauf und suchen dort die Übereinstimmung mit der Anzeige. Was Sie in einer Station zwar getan, aber seltener gemacht haben, darf nach oben rücken, wenn genau das gefragt ist. Interne Stellentitel versteht außerhalb Ihres Unternehmens kaum jemand, deshalb gehören die Inhalte in klare Stichpunkte. Skalen, auf denen jede Fähigkeit als sehr gut markiert ist, wirken wenig glaubwürdig. Und alles, was im Lebenslauf steht, kann im Gespräch zur Frage werden. Das Anschreiben ergänzt den Lebenslauf um Motivation und Persönlichkeit. Stimmt beides zusammen, kann Ihr Leser Sie einordnen und Sie leichter auswählen.

Das Video-Interview wie ein persönliches Gespräch behandeln

Ein Video-Interview zeigt deutlich mehr als ein Telefonat. In der Folge geht es um einen Kandidaten, der am Telefon nicht überzeugte und im Video mit derselben Stimme plötzlich doch, weil Mimik und Haltung hinzukamen. Behandeln Sie das Format deshalb mit derselben Sorgfalt wie einen Termin vor Ort: ruhiger Raum, nichts Ablenkendes im Hintergrund, Telefon aus. Ein Notizzettel neben dem Bildschirm hilft, bei der Frage zu bleiben und nicht in einen Monolog zu geraten. Und die Frage nach den Schwächen verdient eine echte Antwort. Wer Perfektionismus nennt, erntet bestenfalls ein müdes Lächeln.

Nachfragen ist erlaubt, eine Absage ist kein Urteil

Ein höfliches Nachfragen nach einer angemessenen Zeit wird in der Regel positiv aufgenommen. Im Recruiting laufen viele Prozesse parallel, da rutscht auch einmal etwas durch. Hinter einer Absage stecken oft Gründe, die von außen nicht sichtbar sind: ein Kundenauftrag, der nicht kommt, oder eine Position, die intern schon so gut wie vergeben ist. Stellen Sie sich das Ergebnis vor: Nach zehn Tagen Stille rufen Sie die Recruiterin an, nennen Ihre Bewerbung und fragen freundlich nach dem Stand. Sie erfahren, dass der Fachbereich noch entscheidet, und Ihr Name liegt danach wieder oben auf dem Stapel.

Für wen ist diese Folge?

Für Führungskräfte, die sich auf ausgeschriebene Positionen bewerben und wissen wollen, wie ihre Unterlagen auf der anderen Seite des Tisches gelesen werden. Und für alle, die nach dem Versand unsicher sind, ob und wie sie nachfragen dürfen, oder die gerade ein erstes Interview per Video vor sich haben.

Impuls für heute

Würde ein Recruiter in den ersten Zeilen Ihres Lebenslaufs erkennen, warum Sie genau zu dieser Stelle passen?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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