Zum Inhalt springen
Podcastfolge · Vorstellungsgespräch & Auswahlverfahren

Vorstellungsgespräch auf C-Level: Was mehr zählt als Fachwissen. Mit Christian Niemeyer

Erschienen
Dauer
29 Minuten
Gast
Christian Niemeyer, Director Food Affairs der Compass Group
Als Video auf YouTube
Zum Hören auf Spotify

Auch bei Apple Podcasts und Audible.

Warum dieses Thema?

Wer sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet, schaut meist auf die eigene Seite: Was frage ich, was antworte ich, wie präsentiere ich meine Erfolge? Hilfreicher ist der Blick von gegenüber. In dieser Folge spreche ich mit Christian Niemeyer, Führungskraft bei der Compass Group, dem weltgrößten Catering-Konzern, der Hunderte Bewerbungsgespräche geführt hat. Mich hat interessiert, was er bei Führungskräften sucht, wie er Gespräche führt und was in der Krise wichtiger geworden ist. Sie gehen mit einem klaren Bild ins nächste Interview: was dort geprüft wird und warum Ihre eigene Geschichte mehr trägt als jede Standardantwort.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Disziplin und Kreativität als Paar

Die Kombination, die in der Folge im Mittelpunkt steht, klingt zunächst widersprüchlich. Disziplin bündelt Kreativität und bringt sie zum Ergebnis. Kreativität sorgt dafür, dass ein Unternehmen neue Wege findet und sich von anderen absetzt. Dazu kommen Mut und Entscheidungsfreude, auch bei Entscheidungen, die nicht jedem gefallen. Die menschlichen Eigenschaften wiegen dabei schwerer als die fachlichen. Für Ihre Vorbereitung heißt das: Fachwissen wird auf dieser Ebene vorausgesetzt. Was Sie unterscheidet, sind Beispiele, an denen man sieht, wie Sie Ideen durchsetzen und wie Sie entscheiden.

Authentizität spürt man im Raum

Der Auswahlprozess lief in der Pandemie fast vollständig digital, und er hat funktioniert. Trotzdem ist das persönliche Gegenübertreten für Führungspositionen schwer zu ersetzen. Im Raum lässt sich besser spüren, ob jemand meint, was er sagt, ob Worte und Haltung zusammenpassen. Daraus entsteht der Eindruck von Integrität. Rechnen Sie also damit, dass Ihre Wirkung im persönlichen Gespräch noch einmal genau geprüft wird. Wer im Video überzeugt hat, sollte am Tisch dieselbe Person sein. Gerade wenn die ersten Runden digital liefen, lohnt vor dem Präsenztermin ein ehrlicher Blick darauf, wie Sie im Raum ankommen: Begrüßung, Blick, die ersten Sätze.

Die Gastgeber-Frage

Ein Werkzeugkasten mit Standardfragen kommt in diesen Gesprächen nicht zum Einsatz. Stattdessen entstehen Situationen, die mehr hervorlocken als eine einstudierte Antwort. Eine Lieblingsfrage aus der Gastronomie: Wie empfangen Sie Gäste zu Hause? Kochen Sie selbst, was tischen Sie auf? An der Antwort hört man, ob jemand gern Gastgeber ist und Lust auf Menschen hat. Für eine Führungskraft ist das keine Nebensache. Standardfloskeln will auf der anderen Seite des Tisches ohnehin niemand mehr hören. Gefragt sind kurze, echte Geschichten: wie Sie mit einem Konflikt tatsächlich umgegangen sind, nicht die angepasste Version.

Empathie in der Krise

Die Pandemie hat zwei Eigenschaften nach vorn geschoben. Disziplin, um Kosten zu senken und die Krise zu managen. Und Empathie für Menschen, die monatelang nicht arbeiten konnten und trotzdem dazugehören wollten. Gesucht sind Führungskräfte, die beides zugleich können. Auch die Kreativität bekam einen Schub, etwa bei neuen Lösungen für Hygiene und Sicherheit. Wenn Sie im Gespräch von einer schwierigen Phase erzählen, zeigen Sie deshalb beide Seiten: was Sie entschieden haben und wie Sie die Menschen dabei mitgenommen haben. Beides lässt sich mit einem Beispiel in wenigen Sätzen zeigen.

Aus der Selbstständigkeit in den Konzern

Eine Sorge schwingt bei vielen mit, die einige Jahre selbstständig waren: Nimmt mich ein Konzern überhaupt noch? Die Folge zeigt am Beispiel eines Managers aus der Spitzengastronomie, dass der Wechsel gut gelingen kann. Ein Konzern bietet Sicherheit und Struktur, und wenn er Lust auf Kreativität hat, entsteht eine starke Verbindung. Die Szene, auf die Sie hinarbeiten: Im Gespräch fragt niemand mehr, ob Sie sich einfügen können, weil Ihre Beispiele längst gezeigt haben, wie Sie Freiheit und Struktur zusammenbringen. Auch mein Gast selbst ist nach Jahren der Selbstständigkeit in den Konzern gegangen und fühlt sich dort sichtbar wohl.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie vor einem Vorstellungsgespräch in einem Konzern stehen und wissen wollen, worauf künftige Vorgesetzte bei Führungskräften achten. Ebenso, wenn Sie einige Jahre selbstständig waren und sich fragen, ob ein Wechsel zurück in eine Konzernstruktur glaubwürdig ist.

Impuls für heute

Welche kurze Geschichte aus Ihrem Berufsleben zeigt, wie Sie mit einem Konflikt wirklich umgehen?

Jetzt reinhören

Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

Zuhören ist der erste Schritt.

Der zweite ist ein Gespräch über Ihre Situation.

Zwanzig Minuten am Telefon, kostenfrei und vertraulich. Sie schildern Ihre Lage und wissen am Ende, ob und wie ich Sie auf dem Weg in die nächste Position unterstützen kann.

20 Minuten, kostenfrei und vertraulich