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Podcastfolge · Headhunter & Executive Search

Recruiting auf Führungsebene: Warum Prozesse stocken und Tempo zählt. Mit Mark Brenner

Erschienen
Dauer
20 Minuten
Gast
Mark Brenner, Headhunter und Geschäftsführer einer Personalberatung
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Warum dieses Thema?

Sie haben sich beworben, ein gutes erstes Gespräch geführt, und dann kommt wochenlang nichts. Kein Zwischenstand, keine Eingangsbestätigung. Viele Führungskräfte beziehen das auf sich und fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Oft liegt die Ursache woanders: in Prozessen, die in vielen Unternehmen langsam und aufgebläht sind. In dieser Folge spreche ich mit dem Headhunter Mark Brenner darüber, wie Recruiting heute wirklich funktioniert. Sie verstehen danach besser, wie Entscheidungen zustande kommen, warum Tempo zum Erfolgsfaktor geworden ist und wie Sie sich darauf einstellen.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Kleine Stolpersteine mit großer Wirkung

Mein Gast beschreibt eine Marktlage, in der Unternehmen dringend Leute suchen und trotzdem viele Kandidaten verlieren. Der Grund ist oft banal: die Geschwindigkeit der eigenen Prozesse. Bewerbungen bleiben ohne Zwischenmeldung liegen, Feedback kommt spät oder gar nicht, und manche Absage trifft erst Wochen nach dem Gespräch ein. Für Sie ist diese Einordnung entlastend. Wenn Sie nach einem Gespräch lange nichts hören, sagt das häufig mehr über die Organisation auf der anderen Seite aus als über Ihre Eignung. Das hilft, Funkstille nüchtern zu bewerten und nicht vorschnell an sich selbst zu zweifeln.

Wie lange ein Auswahlprozess heute dauert

Die Dauer hängt stark von der Rolle ab. Der Gesamtprozess besteht aus zwei Teilen: der Suche durch den Personalberater, der geeignete Kandidaten an den Tisch bringt, und dem internen Prozess beim Unternehmen. Gerade der zweite Teil zieht sich oft. Mehrstufige Interviewrunden, Assessment Center und zum Schluss die Rechtsabteilung, die den Vertrag noch prüfen muss. Je höher die Position, desto mehr Stationen. In der Folge hören Sie auch von Positionen, die extrem lange unbesetzt blieben, bevor das Unternehmen einen Berater einschaltete. Für Ihre Planung heißt das: Rechnen Sie mit Zeit und halten Sie mehrere Optionen offen.

Parallelprozesse: Tempo entscheidet

Viele Kandidaten befinden sich gleichzeitig in mehreren Verfahren. Das schafft eine heikle Lage: Ein Angebot liegt auf dem Tisch, zwei andere Prozesse laufen noch, und niemand meldet sich. Unternehmen, die nicht innerhalb weniger Tage ein klares Feedback geben, verlieren ihre Wunschkandidaten an schnellere Wettbewerber. Auch ein ehrliches „Ich kann Ihnen noch nichts sagen, aber bis Dienstag haben Sie eine Antwort“ hilft. Stellen Sie sich die Situation von Ihrer Seite vor: Sie sprechen mit allen Beteiligten offen über Ihren Zeitrahmen, und das Unternehmen, das Sie wirklich wollen, zieht seinen Termin vor. Wer Parallelprozesse bewusst steuert, entscheidet am Ende selbst statt unter Zeitdruck.

HR ist vom Zulieferer zum Taktgeber geworden

Früher war HR oft der verlängerte Arm der Geschäftsführung, der auf Zuruf Kandidaten suchte. Heute bestimmt HR in vielen Unternehmen den Takt, weil Wachstum davon abhängt, die richtigen Leute zu gewinnen und zu halten. Damit wächst auch der Einfluss auf die Auswahl. Gleichzeitig steigen die Erwartungen: Wer im Recruiting arbeitet, muss viele Kanäle beherrschen und auf Fragen nach Umweltthemen oder Diversity Antworten haben. Für Sie als Kandidat heißt das: Nehmen Sie die Gespräche mit HR genauso ernst wie die mit dem künftigen Vorgesetzten. Dort fallen heute oft Vorentscheidungen.

Was Kandidaten wirklich wichtig ist und wo KI steht

Im Vordergrund stehen für Kandidaten nach wie vor klassische Themen: Vergütung, Perspektive und die Stabilität des Unternehmens. Solide und familiengeführte Unternehmen haben an Attraktivität gewonnen. Umweltthemen und Purpose kommen dazu, sind aber noch kein Massenthema. Beim Stichwort künstliche Intelligenz ist mein Gast nüchtern. Was im Recruiting oft als KI verkauft wird, sind vor allem Algorithmen und Mustererkennung. Echten Nutzen sieht er bei digitalen Werkzeugen, die Prozesse beschleunigen, etwa der digitalen Vertragsunterschrift. Für Sie ist das ein guter Maßstab: Achten Sie darauf, wie schnell und klar ein Unternehmen mit Ihnen kommuniziert. Daran erkennen Sie viel über seine Kultur.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie in Auswahlprozessen stecken und nach guten Gesprächen wochenlang nichts hören. Und für Sie, wenn Sie gerade mehrere Verfahren parallel führen, ein Angebot vorliegen haben und nicht wissen, wie lange Sie auf die anderen warten können, ohne eine Chance zu verspielen.

Impuls für heute

Wie viel von dem Schweigen nach Ihrem letzten Gespräch haben Sie auf sich bezogen, und wie viel davon gehörte eigentlich zum Prozess des Unternehmens?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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