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Podcastfolge · Karrierewege

Franchise als Plan B für Führungskräfte: Was Sie wissen müssen. Mit Dr. Johannes Jungblut

Erschienen
Dauer
19 Minuten
Gast
Dr. Johannes Jungblut, Geschäftsführender Gesellschafter, Institute of Entrepreneurship
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Warum dieses Thema?

Wenn Sie sich als erfahrene Führungskraft neu orientieren, denken Sie zuerst an die nächste Position in einem anderen Unternehmen. Manche spielen den Gedanken an Interim Management durch, manche an eine eigene Gründung. Franchise taucht in diesen Überlegungen selten auf, obwohl es gerade Managern liegt, die führen, organisieren und Verantwortung tragen können, ohne das Rad neu erfinden zu müssen. In dieser Folge spreche ich mit Dr. Johannes Jungblut, Geschäftsführender Gesellschafter beim Institute of Entrepreneurship. Danach wissen Sie, ob Franchise für Sie eine ernsthafte Option ist und welche Fragen Sie vor einer Entscheidung klären sollten.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Was Franchise ist und was es von einer Gründung unterscheidet

Franchise ist eine Partnerschaft zwischen selbstständigen Unternehmern. Der Franchisegeber hat ein Geschäftsmodell entwickelt und über Jahre erprobt. Der Franchisenehmer setzt dieses Modell als eigenständiger Unternehmer in einem bestimmten Gebiet oder für eine bestimmte Zielgruppe um. Name, Erscheinungsbild, Marketingunterlagen und die Dokumentation der Abläufe sind vorhanden. Mir war wichtig, diesen Unterschied zur freien Gründung deutlich zu machen. Für Sie bedeutet das: Sie starten mit einem Konzept, dessen Funktionsfähigkeit schon belegt ist. Das reduziert das unternehmerische Risiko spürbar.

Für wen Franchise passt und für wen nicht

Franchise setzt Leitplanken. Wer als ausgeprägter Individualist alles selbst gestalten will, wird sich darin eingeengt fühlen. Gesucht sind vor allem Menschen mit Managementerfahrung: Mitarbeiter führen, für Qualität sorgen, das regionale Marketing verantworten. Am Beispiel Gastronomie wird das deutlich, denn dort braucht ein System keinen Spitzenkoch, sondern einen Unternehmer, der den Betrieb steuert. Interessant für Sie: Viele Führungskräfte wechseln mit Franchise die Branche. In der Folge hören Sie von einem Finanzchef aus dem Maschinenbau, der seine Leidenschaft für Tee zum Geschäft gemacht hat und inzwischen mehrere Standorte führt. Ihre Erfahrung als Führungskraft ist also übertragbarer, als Sie vielleicht denken.

Woran Sie ein seriöses System erkennen

Ein erster Prüfstein ist die Mitgliedschaft im Deutschen Franchiseverband, die eine Zertifizierung voraussetzt. Der zweite ist der Nachweis, dass das Konzept funktioniert: Arbeitet das System schon länger erfolgreich mit Partnern, oder ist es ganz neu? Drittens bieten gute Systeme die Möglichkeit, noch unverbindlich einige Tage bei bestehenden Partnern mitzuarbeiten. Stellen Sie sich diese Tage vor: Sie stehen morgens im Betrieb eines Franchisenehmers, erleben Kundengespräche, Personalfragen und Abrechnung aus der Nähe und fahren abends nach Hause mit einem klaren Gefühl, ob Sie das jeden Tag tun wollen. Dieses Gefühl ist mehr wert als jede Präsentation.

Vom ersten Gespräch bis zur Unterschrift

Der Einstieg folgt bei seriösen Konzepten einem festen Ablauf. Nach einer Vorauswahl passender Systeme kommt ein ausführliches Gespräch, in dem das Geschäftsmodell im Detail vorgestellt wird. Dann folgen das persönliche Kennenlernen in der Zentrale, die Hospitation bei Partnern, der gemeinsame Businessplan und zuletzt der Vertrag. Auch danach geht die Unterstützung weiter: Einführungsschulungen und eine Betreuung über die ersten Monate, in der erfahrene Partner Sie bei Kundenterminen unterstützen. Wer so einsteigt, unterschreibt informiert und weiß, worauf er sich einlässt.

Welche Investition nötig ist

Die Kosten setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen: einer einmaligen Eintrittsgebühr für das Geschäftskonzept, einer Gebühr für die Anfangstrainings, laufenden Gebühren und Werbebeiträgen, die sich am Nettoumsatz orientieren, und bei manchen Systemen einer Technologiegebühr. Die Höhe hängt stark von der Branche ab. Dienstleistungs- und Beratungskonzepte verlangen kaum Investitionen in Räume, Handel und Gastronomie deutlich mehr für Standort und Ausstattung. In der Folge nennt mein Gast konkrete Spannen. Sein Rat: Entscheidend ist, was unter dem Strich als Gewinn bleibt, weniger die einzelnen Prozentsätze. Und weil Förderbanken viele etablierte Konzepte bereits kennen, ist die Finanzierung oft einfacher als bei einer freien Gründung.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie als Führungskraft über die Selbstständigkeit nachdenken, aber kein eigenes Geschäftsmodell von Grund auf entwickeln wollen. Und für Sie, wenn Sie sich nach einer Trennung alle Optionen ansehen möchten, bevor Sie sich für die nächste Festanstellung entscheiden, und wissen wollen, welches Kapital und welche Haltung Franchise voraussetzt.

Impuls für heute

Was würden Sie lieber tun: ein eigenes Konzept erfinden oder ein erprobtes Konzept besser führen als andere?

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Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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