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Podcastfolge · Lebenslauf & Unterlagen

Englische Bewerbung auf Executive-Level: CV, Anschreiben, Interview. Mit Matthew Hansen

Erschienen
Dauer
36 Minuten
Gast
Matthew Hansen, Experte für englischsprachige Bewerbungen
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Warum dieses Thema?

Sie arbeiten seit Jahren international, führen Meetings auf Englisch und verhandeln mit Partnern in London oder New York. Trotzdem fühlt sich die englische Bewerbung anders an. Reicht es, den deutschen Lebenslauf zu übersetzen? Was gehört hinein, was auf keinen Fall? Und wie wirkt man im englischsprachigen Interview souverän, ohne zu übertreiben? Mein Gast in dieser Folge ist Matthew Hansen, mit dem ich früher zusammengearbeitet habe und der für mich seitdem der Experte für englischsprachige Bewerbungen ist. Danach wissen Sie, wie Sie Ihre Unterlagen schlank anlegen und im Gespräch so auftreten, wie Sie auch im Job auftreten würden.

Das erfahren Sie in dieser Folge

Eine englische Fassung genügt

Manche Kandidaten pflegen eine Version für Großbritannien, eine für die USA und eine für den deutschsprachigen Raum. Das ist unnötig kompliziert. Eine schlanke, inhaltlich starke englische Fassung reicht, ob die Bewerbung nach Frankfurt, London oder New York geht. Übersetzungsprogramme helfen, aber prüfen müssen Sie selbst. Drei typische Fehler kamen in der Folge zur Sprache. Erstens die Erwartung, die englische Fassung müsse eins zu eins der deutschen entsprechen. Abweichungen sind erlaubt und oft besser. Zweitens zu viele Substantive: Aus „Implementierung“ wird im Englischen besser „implemented“. Drittens fehlt oft der Impact. Was im Deutschen zwischen den Zeilen steht, muss im Englischen ausgesprochen werden.

Ihr Fingerabdruck statt steriler Aufgaben

Im englischen CV soll erkennbar sein, was Sie persönlich bewirkt haben, nicht nur, wofür Sie zuständig waren. Ein schönes Bild aus der Folge ist der Fingerabdruck: In jedem Punkt soll man Ihre Handschrift sehen. Diese Entwicklung beobachte ich auch in deutschen Unterlagen, und ich halte sie für richtig. Dazu gehört die Reihenfolge im Profil. Ich empfehle, sie so zu ordnen, wie Anzeigen und Personalberater denken: zuerst fachliche, dann methodische, dann Führungskompetenzen. Soft Skills dürfen vorkommen, aber sparsam. Wer so sortiert, bedient die Lesegewohnheit des Empfängers, und der findet in Sekunden, was er sucht.

Persönliche Daten, Interessen, Referenzen

Kein Foto, keine Angaben zu Alter, Herkunft, Familienstand oder Kindern. Zunehmend entfällt sogar die Postanschrift, E-Mail und Mobilnummer genügen. Interessen dürfen eine Zeile bekommen, wenn sie kurz, konkret und vielseitig sind. Hockey statt Sport, und lieber verschiedene Seiten von Ihnen als drei Sportarten. Manchmal reicht ein Satz, der Ihre Haltung zeigt. Referenzen gehören weder in den CV noch ins Anschreiben. Sie gelten als kostbare persönliche Daten und werden erst genannt, wenn das Unternehmen danach fragt. Auch die Zeile „References available upon request“ ist verzichtbar, sie ist selbstverständlich. Den gewonnenen Platz nutzen Sie für etwas mit Substanz.

Das Anschreiben als Brücke

Das englische Anschreiben ist kürzer als das deutsche und verbindet genau Sie mit genau diesem Unternehmen. Am stärksten ist eine Empfehlung, also jemand im Unternehmen, dessen Namen Sie nennen dürfen. Danach in wenigen Sätzen: warum Sie sich in dieser Rolle sehen, was Sie qualifiziert und was Sie für das Unternehmen leisten können. Gehalt oder Verfügbarkeit, falls gefragt, kommen in einen Schlusssatz. Ich arbeite dafür gern mit einer einfachen Struktur, die ich You, Me, We nenne. Woher kenne ich Sie als Unternehmen? Welche Probleme kann ich für Sie lösen? Was könnten wir gemeinsam erreichen? So entsteht ein Text, den der Leser als Angebot liest.

Das Interview: Kennenlernen, Beispiele, fünf Sätze

Englischsprachige Interviews fühlen sich oft eher wie ein Kennenlernen an, locker und dialogisch. Deutsche Kandidaten deuten diese Freundlichkeit manchmal als Zeichen, dass es gut läuft, dabei ist sie einfach der übliche Ton. Bei Verhaltensfragen wie „Tell me about a time when …“ helfen Strukturen wie STAR: Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis. Der häufigste Fehler ist ein zu langer Anfang. Fassen Sie Situation und Aufgabe zusammen und kommen Sie schnell zu dem, was Sie getan haben und was sich verändert hat. Mehr als fünf Sätze braucht keine Antwort. Wer interessiert ist, fragt nach. Ein Interviewpartner hat danach Ihr Ergebnis im Kopf, nicht das Wetter am Standort.

Selbstbewusst, ohne aufzublähen

Seien Sie im Gespräch so, wie Sie auch im Job auftreten würden. Wessen Englisch vor allem aus einem Schuljahr in den USA stammt, rutscht leicht in Slang oder übertriebene Begeisterung. Souverän wirkt, wer klar sagt, was er kann, und ebenso klar, was nicht zu ihm passt. Die deutsche Bescheidenheit hat im internationalen Interview wenig zu suchen. Und bitte keine Entschuldigung für Ihr Englisch. Ihr Gegenüber spricht vermutlich weniger gut Deutsch als Sie Englisch. Die Messlatte für Sprachperfektion liegt im englischsprachigen Raum ohnehin niedriger. Stellen Sie sich das Videointerview vor, in dem Sie nicht über Vokabeln nachdenken, sondern über die Frage. Genau dann werden Sie frei.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge ist für Sie, wenn Sie sich bei einem internationalen Konzern, einer englischsprachigen Holding oder im Ausland bewerben. Ebenso, wenn Sie einen englischen CV seit Jahren nicht aktualisiert haben oder vor einem Interview auf Englisch, vielleicht per Video, ein ungutes Gefühl haben, obwohl Sie die Sprache im Arbeitsalltag nutzen.

Impuls für heute

Welcher Punkt in Ihrem Lebenslauf beschreibt eine Zuständigkeit, wo eigentlich ein Ergebnis stehen müsste?

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Ihre Gastgeberin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten.

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