Verhandelbar sind bei einer Vertragsauflösung weit mehr Punkte, als die meisten Führungskräfte nutzen: Freistellung, Beendigungszeitpunkt, Zeugnis, Sprachregelung, Boni, Wettbewerbsverbot und ein Budget für Karriereberatung nach Wahl. Dieser Beitrag behandelt die strategische Seite, nicht die rechtliche: Welche Punkte bringen Sie am schnellsten in die nächste Position? Er zeigt an einem Fall, warum die Abfindung selten das Wichtigste ist, und benennt die drei Punkte mit dem größten Hebel. Dadurch verhandeln Sie nicht die Anerkennung, sondern die Ausgangslage, aus der Sie Ihren nächsten Schritt machen, und zwar bevor Sie unterschreiben.
Welche Möglichkeiten gibt es für die Verhandlung einer Vertragsauflösung?
Mehr, als die meisten Führungskräfte nutzen. Verhandelbar sind neben der Abfindung die Dauer und Form der Freistellung, der Beendigungszeitpunkt, das Zeugnis samt Wortlaut, die Sprachregelung nach innen und außen, die Behandlung von Boni und Dienstwagen, nachvertragliche Wettbewerbsverbote und ein Budget für Karriereberatung oder Outplacement nach Wahl. Die rechtliche Seite gehört zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Was ich hier beschreibe, ist die strategische Seite: Welche Punkte bringen Sie am schnellsten in die nächste Position?
Warum die Abfindung nicht das Wichtigste ist
Ein Geschäftsführer erzählte mir, er habe sechs Wochen um zwei Monatsgehälter mehr gekämpft und dabei die Freistellung vergessen. Am Ende saß er noch vier Monate im Büro, sichtbar für alle, und konnte in dieser Zeit keinen einzigen Marktkontakt führen, ohne dass es auffiel. Die zwei Gehälter waren schnell verbraucht. Die vier verlorenen Monate am Markt nicht.
Sie sind eine erfahrene Führungskraft, und Sie haben selbst Aufhebungsverträge verhandelt, von der anderen Seite. Das Paradoxe ist: Auf der eigenen Seite verhandeln die meisten schlechter, weil die Kränkung mitverhandelt. Die Abfindung wird zur Frage der Anerkennung. Das ist verständlich. Aber der Markt bewertet Sie nicht nach der Abfindung, sondern danach, wie schnell und aus welcher Position heraus Sie den nächsten Schritt machen.
Die drei Punkte mit dem größten Hebel
Erstens die Freistellung: Sie brauchen Zeit und Diskretion, um am Markt aktiv zu werden, während Sie formal noch in Position sind. Das ist die beste Ausgangslage, die es gibt. Zweitens die Sprachregelung: Ein gemeinsam vereinbarter Satz, warum Sie gehen, verhindert, dass der Markt sich seine eigene Geschichte erzählt. Drittens die Karriereberatung im Paket: Die meisten Arbeitgeber akzeptieren einen Anbieter nach Ihrer Wahl, und das Budget dafür wird selten bestritten, weil es dem Unternehmen eine saubere Trennung erleichtert.
Die entscheidende Frage ist nicht „Wie viel bekomme ich?“, sondern „Mit welchem Paket bin ich am schnellsten wieder in einer Rolle, die mir entspricht?“
Was in Ihrem Paket fehlt und was Sie noch verhandeln sollten, bevor Sie unterschreiben, lässt sich im Erstgespräch in 20 Minuten durchgehen. Die rechtliche Prüfung bleibt beim Fachanwalt.
Dieser Beitrag beschreibt die strategische Seite und ersetzt keine Rechtsberatung. Die rechtliche Prüfung Ihres Aufhebungsvertrags gehört zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.