Zum Inhalt springen
Karriere-Blog · Headhunter

Lohnt es sich als Führungskraft, mit einem Executive-Search-Berater zu sprechen?

Was ein Berater für Sie tun kann, was nicht, und die drei Fragen, die das Gespräch nützlich machen.

Veröffentlicht
Lesezeit
rund drei Minuten
Für wen
Führungskräfte, die ein Gespräch mit einem Personalberater oder Executive-Search-Berater vor sich haben

Ein Executive-Search-Berater arbeitet für das Unternehmen, das ihn beauftragt, nicht für Sie. Trotzdem lohnt sich das Gespräch, wenn Sie wissen, wofür: Er sagt Ihnen, wie Ihr Profil im Markt gelesen wird, kennt Besetzungen in Ihrer Branche vor allen anderen und nimmt Sie in seine Datenbank auf, wenn Sie in ein Suchmuster passen. Dieser Beitrag zeigt, wie solche Gespräche meistens laufen, warum danach selten ein Anruf kommt und mit welchen drei Fragen Sie das ändern. Dadurch kann der Berater nach dem Gespräch in einem Satz sagen, wofür er Sie anrufen würde, und genau das entscheidet, ob er es tut.

Lohnt es sich als Führungskraft, mit einem Executive-Search-Berater zu sprechen?

Ja, wenn Sie wissen, wofür. Ein Executive-Search-Berater wird Ihnen keine Position besorgen, weil er nicht für Sie arbeitet, sondern für das Unternehmen, das ihn beauftragt hat. Aber er kann drei Dinge, die sonst niemand kann: Er sagt Ihnen, wie Ihr Profil im Markt gelesen wird, er kennt die Besetzungen in Ihrer Branche, bevor sie bekannt werden, und er nimmt Sie in seine Datenbank auf, wenn Sie in ein Suchmuster passen. Das Gespräch lohnt sich also, wenn Sie es als Marktinformation und Signal anlegen, nicht als Bewerbung.

Wie das Gespräch meistens läuft

In meiner Zeit in der Executive Search habe ich Hunderte solcher Gespräche geführt. Das typische verlief so: Die Führungskraft erzählte dreiviertel der Zeit ihre Laufbahn, fragte am Ende, ob ich etwas für sie hätte, und ich sagte, ich melde mich, wenn etwas passt. Das war ehrlich gemeint und ist fast nie passiert. Nicht, weil die Person schlecht war, sondern weil ich nach dem Gespräch nicht wusste, wonach ich für sie suchen sollte. „Offen für Neues“ lässt sich nicht in eine Datenbank schreiben.

Wie das Gespräch nützlich wird

Sie sind eine erfahrene Führungskraft, und Sie führen Gespräche mit einem Ziel. Hier lautet es: Der Berater soll nach dem Gespräch in einem Satz sagen können, wofür er Sie anrufen würde. Also: Zielrolle in den ersten zwei Minuten, Branche und Unternehmensgröße konkret, und dann die Fragen, die nur er beantworten kann. Wie wird ein Profil wie meines in Ihren Mandaten gelesen? Was wird in meiner Branche gerade besetzt, und mit welchem Typ? Welche zwei oder drei Berater außer Ihnen halten in dieser Nische Mandate? Die letzte Frage stellt fast niemand, und sie ist die wertvollste, weil ein guter Berater sie ehrlich beantwortet.

Die entscheidende Frage ist nicht „Haben Sie etwas für mich?“, sondern „Wofür würden Sie mich anrufen?“ Wer die zweite Frage stellt, bekommt eine Antwort, mit der er arbeiten kann. Wer die erste stellt, bekommt ein höfliches Nein und wartet dann auf einen Anruf, der so nicht kommt.

Welche Berater für Ihre Ebene relevant sind und wie Sie sie finden, steht im White Paper „Verdeckter Stellenmarkt“.

Sabine Lanius
Über die Autorin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten. Unabhängig von Unternehmen und Personalberatungen.

Wofür würde ein Berater Sie nach dem Gespräch anrufen?

Ein Erstgespräch mit Sabine Lanius.

Zwanzig Minuten am Telefon, vertraulich, kostenfrei. Sie schildern Ihre Lage, ich frage nach und höre zu. Am Ende sage ich Ihnen offen, ob ich für Ihren Weg die Richtige bin.

20 Minuten, kostenfrei und vertraulich