Nach einem Merger oder einer Restrukturierung steht die neue Struktur, der eigene Platz darin ist unklar, und das Umfeld ist keine Hilfe: Der Vorgesetzte ist selbst neu, die Kollegen konkurrieren um dieselben Rollen. Dieser Beitrag beschreibt die drei Sparring-Formate, die Führungskräften in dieser Lage offenstehen, erklärt, was Sparring von Coaching unterscheidet, und nennt die eine Frage, die vor der Wahl des Formats zu klären ist. Dadurch wählen Sie in fünf Minuten das Format, das zu Ihrer Situation passt, statt ein Jahr Begleitung zu buchen und danach dieselbe Frage zu haben.
Welche Sparring-Formate gibt es für Führungskräfte nach einer Reorganisation?
Im Wesentlichen drei: das laufende Einzelsparring mit festem Rhythmus, meist wöchentlich oder vierzehntägig über mehrere Monate; das kompakte Format, das in wenigen Wochen eine konkrete Frage klärt, etwa ob Sie bleiben oder gehen; und die kleine Gruppe von Gleichrangigen, die sich unter Moderation gegenseitig spiegelt. Welches passt, hängt davon ab, ob Ihre Position nach dem Umbau noch steht, wackelt oder bereits entschieden ist.
Die Situation nach dem Umbau
Nach einem Merger oder einer Restrukturierung erlebe ich bei Führungskräften fast immer dieselbe Lage: Die neue Struktur steht, der eigene Platz darin ist unklar, und das Umfeld ist keine Hilfe. Der Vorgesetzte ist selbst neu, die Kollegen sind Konkurrenten um dieselben Rollen, und zu Hause will man nicht jeden Abend darüber reden. Ein Bereichsleiter formulierte es so: „Ich habe den Umbau mitgestaltet. Jetzt weiß ich nicht, ob ich in dem Bild noch vorkomme.“ Das ist der Moment, in dem Sparring etwas bringt, weil es ein Gegenüber außerhalb des Systems schafft.
Was Sparring von Coaching unterscheidet
Coaching stellt Fragen und hält sich mit Einschätzungen zurück. Sparring sagt Ihnen, was der Markt sieht. Ein Sparringspartner mit Executive-Search-Herkunft kann Ihnen sagen, wie Ihr Profil nach außen wirkt, ob Ihre Position im neuen Organigramm eine Zukunft hat und was ein Wechsel jetzt im Vergleich zu in zwölf Monaten bedeuten würde. Das ist unbequemer als Coaching und schneller.
Die Frage, die vorher zu klären ist
Die entscheidende Frage ist nicht „Welches Format ist das beste?“, sondern „Was muss in den nächsten drei Monaten entschieden sein?“ Wer das weiß, wählt das Format in fünf Minuten. Wer es offenlässt, bucht ein Jahr Begleitung und hat nach einem Jahr dieselbe Frage. Und jeder Monat Warten im wackelnden Stuhl kostet Verhandlungsposition, weil Sie dann aus der Not heraus wechseln statt aus der Position.
Ob Sie bleiben, gehen oder parallel sondieren sollten, lässt sich im Erstgespräch meist in 20 Minuten eingrenzen.