Coaching holt die Antworten aus Ihnen heraus. Beratung bringt Antworten mit, die nicht in Ihnen liegen können, weil sie im Markt liegen. Diese Trennlinie zieht der größte Coaching-Verband selbst: „Coaching does not include advising or counseling.“ Dieser Beitrag erklärt die ICF-Definition im Wortlaut, zeigt an einem Fall, woran Sie merken, dass Coaching allein bei der beruflichen Neuorientierung nicht reicht, und warum es auf Führungsebene jemanden braucht, der beides kann und das Werkzeug je nach Situation wechselt. Dazu eine Prüffrage für Ihr nächstes Gespräch mit einem Anbieter. Dadurch erkennen Sie vor der Entscheidung, welches Werkzeug im Koffer liegt, und sparen die Monate, in denen ein klares Zielbild ohne Weg in den Markt bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Karrierecoaching und Karriereberatung?
Coaching holt die Antworten aus Ihnen heraus. Beratung bringt Antworten mit, die nicht in Ihnen liegen können, weil sie im Markt liegen. Das ist keine Wertung, sondern die Arbeitsteilung, die der größte Coaching-Verband selbst festgelegt hat. Die International Coaching Federation (ICF) definiert Coaching als „partnering with clients in a thought-provoking and creative process that inspires them to maximize their personal and professional potential“, also als Partnerschaft in einem Denkprozess, der Ihr Potenzial freilegt. In den ICF-Kernkompetenzen von 2019 steht, was das praktisch heißt: Der Coach „acknowledges that clients are responsible for their own choices“, er arbeitet mit „powerful questioning, silence, metaphor or analogy“ und schützt die Autonomie des Klienten bei Zielen, Schritten und Methoden. In der Abgrenzung der ICF heißt es ausdrücklich: „Coaching does not include advising or counseling.“ Beratung dagegen, dort Consulting genannt: „Consultants diagnose problems, prescribe, and sometimes implement solutions.“ Das ist saubere Handwerkslehre, und sie schützt Klienten davor, dass jemand ihnen ihr eigenes Leben erklärt.
Advising, counseling, consulting: Alle drei Wörter heißen auf Deutsch Beratung. Die Trennlinie ist also keine Erfindung von mir, sie steht im Regelwerk des Coachings selbst. Kürzer geht es kaum. Der Coach fragt, bis Sie Ihre Antwort gefunden haben. Die Beraterin sagt Ihnen, wie es geht. Beides hat seinen Platz, und in vielen Lebensbereichen ist der Coaching-Ansatz der bessere: Niemand kann Ihnen von außen sagen, was Sie wollen. Bei der beruflichen Neuorientierung auf Führungsebene endet dieser Ansatz aber genau dort, wo er nach seiner eigenen Definition enden soll: an der Grenze zum Markt.
Woran Sie merken, dass Coaching allein nicht reicht
Vor Kurzem saß mir jemand gegenüber, frisch aus einem mehrmonatigen Coaching, mit einem klaren Ergebnis: „Ich will Menschen und Team entwickeln.“ Ein ehrlicher Satz, und ich habe keinen Zweifel, dass dahinter echte Arbeit steckte. Trotzdem habe ich nachgefragt: Was heißt das genau? Menschen und Team entwickeln kann für jeden etwas anderes bedeuten, dieselben Worte mit anderem Inhalt. Und die Frage, die danach kommt, ist die entscheidende: Was hat ein Unternehmen davon? An dieser Stelle wurde es still.
Das ist kein Versagen des Coachings. Es hat getan, was es soll: Klarheit über die Person. Was fehlte, war die Übersetzung in die Sprache des Marktes, und die kann aus Ihnen nicht kommen, weil Sie sie nie brauchten. Welche Wege heute relevant sind, wenn eine Geschäftsführung besetzt wird. Wie ein Personalberater seine Long-List baut und wonach er dabei filtert. Was ein Aufsichtsrat liest, wenn er Ihr Profil zehn Sekunden lang ansieht. Wie Sie zwanzig Zielunternehmen finden und wer dort entscheidet. Das ist Methodenwissen, schlichtes Handwerk. Man kann es nicht erfragen, man muss es kennen. Manche arbeiten jahrelang mit einem Coach an ihren Kompetenzen und an ihrem Zukunftsbild. Das ist wertvolle Arbeit, und sie bleibt es. Nur wenn derjenige die berufliche Neuorientierung selbst nicht beherrscht, ist es eben nur Coaching. Im verdeckten Stellenmarkt von heute ist das Schwimmen mit einem Arm: Sie bewegen sich, mit großem Einsatz, und kommen kaum vom Fleck.
Warum es auf Führungsebene jemanden braucht, der beides kann
Wer nur einen Hammer hat, für den ist alles ein Nagel. Wer nur coacht, macht aus jeder Frage eine Rückfrage, auch aus der, auf die die ehrliche Antwort lautet: So läuft das heute nicht mehr, machen Sie es so. Wer nur berät, übersieht, dass die beste Marktstrategie ins Leere läuft, wenn die Zielrolle nicht zu dem Menschen passt, der sie übernehmen soll. Dann sitzen Sie in achtzehn Monaten wieder da, mit einer Position, die auf dem Papier stimmt und sich falsch anfühlt.
Ich bin erfahrener Coach, und ich bin erfahrene Karriereberaterin. In der Arbeit mit Ihnen wechselt das Werkzeug je nach Situation. Geht es darum, welche Rolle zu Persönlichkeit, Lebenssituation und Marktwert passt, dann frage ich und halte mich mit Vorschlägen zurück, weil diese Antwort Ihnen gehört. Geht es darum, wie Sie bei den fünf Personalberatern auf den Tisch kommen, die in Ihrer Branche gerade Mandate halten, dann sage ich Ihnen, wie das geht, konkret und in Reihenfolge, und wir prüfen gemeinsam, was davon zu Ihnen passt. Das eine ohne das andere liefert entweder Klarheit ohne Weg oder einen Weg ohne Klarheit.
Diese Verbindung ist nicht die Regel. Viele Coaching-Ausbildungen legen Wert darauf, dass der Coach nicht berät, und das ist innerhalb des Formats richtig. Viele Berater haben umgekehrt nie gelernt, eine Frage auszuhalten, statt sie zu beantworten. Fragen Sie deshalb im ersten Gespräch mit einem Anbieter eine einzige Sache: „Was tun Sie, wenn ich an einer Stelle nicht weiterweiß: Fragen Sie mich, oder sagen Sie es mir?“ Die Antwort zeigt Ihnen, welches Werkzeug im Koffer liegt.
Was Sie davon haben
Sie sparen die Monate, in denen Sie mit einem sauber reflektierten Zielbild auf einem Markt unterwegs sind, dessen Regeln Ihnen niemand erklärt hat. Sie halten Ihren Marktwert stabil, weil Sie nicht erst drei Umwege gehen, bis die Richtung stimmt. Und Sie müssen nicht allein entscheiden, ob gerade eine gute Frage hilft oder eine klare Ansage. Das ist einer der Wege, natürlich gibt es auch andere.
Ob eine Zusammenarbeit für beide Seiten passt, klärt sich im Erstgespräch. Kostenfrei, vertraulich, 20 Minuten.