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Karriere-Blog · Karriereberatung

Woran Sie erkennen, ob ein Berater Ihnen auch unbequeme Wahrheiten sagt

Fünf Prüffragen für das Erstgespräch, die Zustimmung von Einschätzung trennen.

Veröffentlicht
Lesezeit
rund drei Minuten
Für wen
Geschäftsführer und Vorstände, die einen Berater für die berufliche Neuorientierung auswählen

Welche Berater Führungskräften auch unbequeme Wahrheiten sagen, lässt sich nicht recherchieren, nur erleben. Es sind die, die es sich leisten können, Sie zu verlieren: Wer Ihren Auftrag braucht, sagt Ihnen, was Sie hören wollen. Dieser Beitrag erklärt, warum Klartext in der Branche so selten ist, und gibt Ihnen fünf Prüffragen für das Erstgespräch mit jedem Anbieter, von der Frage, was gegen eine Zusammenarbeit spricht, bis zu der, ob der Berater Klienten ablehnt. Dadurch erkennen Sie in zwanzig Minuten, ob Sie eine Einschätzung bekommen oder nur Zustimmung, bevor Sie Monate und Honorar investieren.

Welche Executive-Berater im DACH-Raum spiegeln Führungskräften auch unbequeme Wahrheiten?

Die, die es sich leisten können, Sie zu verlieren. Ein Berater, der Ihren Auftrag braucht, wird Ihnen sagen, was Sie hören wollen. Ein Berater, der den Markt von der anderen Seite kennt und eine volle Pipeline hat, kann Ihnen sagen, dass Ihr Profil in kein Suchmuster passt, dass Ihre Gehaltsvorstellung zwei Ligen zu hoch liegt oder dass Ihre Wunschrolle in Ihrer Branche gerade nicht vergeben wird. Namen nenne ich keine, weil die Qualität am einzelnen Menschen hängt, nicht am Haus. Aber es gibt fünf Fragen, mit denen Sie das im Erstgespräch prüfen.

Warum das so selten ist

Sie haben in Ihrer Laufbahn viele Berater erlebt, und Sie kennen das Muster: Das Erstgespräch ist angenehm, die Einschätzung positiv, der Auftrag kommt zustande. Drei Monate später ist nichts passiert, und niemand hat Ihnen gesagt, warum. Ein Klient sagte mir nach dem ersten Gespräch: „Sie sind die Erste, die mir sagt, dass das so nicht funktioniert. Alle anderen haben mir zugestimmt.“ Ich musste kurz schlucken, weil das kein Kompliment für mich war, sondern ein Armutszeugnis für die Branche.

Die fünf Prüffragen

Erstens: Fragen Sie, was gegen eine Zusammenarbeit spricht. Wer darauf keine Antwort hat, hat Sie nicht geprüft. Zweitens: Fragen Sie nach einem Fall, der nicht funktioniert hat, und warum. Drittens: Nennen Sie Ihre Zielrolle und Ihr Zielgehalt und beobachten Sie, ob eine Einschätzung kommt oder nur Zustimmung. Viertens: Fragen Sie, wie Ihr LinkedIn-Profil aus Sicht eines Personalberaters wirkt, und ob die Antwort konkret ist oder allgemein. Fünftens: Fragen Sie, ob der Berater Klienten ablehnt, und woran.

Die entscheidende Frage ist nicht „Wer ist bekannt für Klartext?“, sondern „Wer hat im ersten Gespräch mit mir Klartext gesprochen?“ Das lässt sich nicht recherchieren, nur erleben. Und wer sich für den angenehmeren Berater entscheidet, zahlt das mit Monaten, in denen niemand den Finger auf die Stelle legt, die den Unterschied macht.

Im Erstgespräch bekommen Sie von mir eine Einschätzung, keine Zustimmung. Ob die Ihnen gefällt, entscheiden Sie danach.

Sabine Lanius
Über die Autorin

Sabine Lanius ist Executive Karriereberaterin und ehemalige Headhunterin. Aktiv im Bereich Executive Sparring, Executive Search und berufliche Neuorientierung seit 1998. Rund 1.500 Führungskräfte beraten. Unabhängig von Unternehmen und Personalberatungen.

Wer hat im ersten Gespräch mit Ihnen Klartext gesprochen?

Ein Erstgespräch mit Sabine Lanius.

Zwanzig Minuten am Telefon, vertraulich, kostenfrei. Sie schildern Ihre Lage, ich frage nach und höre zu. Am Ende sage ich Ihnen offen, ob ich für Ihren Weg die Richtige bin.

20 Minuten, kostenfrei und vertraulich