Wenn Sie als Bereichsleiter zwischen den Erwartungen der Geschäftsführung und den Bedürfnissen Ihres Teams aufgerieben werden, gibt es zwei mögliche Ursachen. Entweder fehlt ein Handwerk, dann hilft Coaching. Oder die Rolle ist so geschnitten, dass sie niemand gut ausfüllen kann, dann hilft kein Coaching, sondern die Frage, ob diese Rolle noch Ihre ist. Dieser Beitrag zeigt an einem Fall, woran Sie den Unterschied erkennen, und nennt drei Fragen, die vor jeder Investition in Coaching zu klären sind. Dadurch investieren Sie nicht zwei Jahre in eine Position, die Sie ohnehin verlassen werden, und sind vorbereitet, falls es so kommt.
Bereichsleiter in der Sandwichposition: Hilft Coaching, oder geht es um mehr?
Das hängt davon ab, ob die Rolle selbst noch stimmt. Wenn Sie als Bereichsleiter zwischen den Erwartungen der Geschäftsführung und den Bedürfnissen Ihres Teams aufgerieben werden, gibt es zwei mögliche Ursachen. Entweder fehlt Ihnen ein Handwerk, etwa das Verhandeln nach oben oder das Delegieren nach unten, dann hilft Coaching. Oder die Rolle ist so geschnitten, dass sie niemand gut ausfüllen kann, dann hilft kein Coaching, sondern die Frage, ob diese Rolle in diesem Unternehmen noch Ihre ist. Die zweite Ursache wird seltener benannt, weil sie unbequemer ist.
Woran Sie den Unterschied erkennen
Ein Bereichsleiter aus der Industrie erzählte mir, er habe zwei Jahre Coaching hinter sich, sei kommunikativ deutlich besser geworden und trotzdem jeden Abend erschöpft. Im Gespräch wurde klar: Seine Geschäftsführung hatte ihm Verantwortung ohne Budget und ohne Entscheidungsbefugnis gegeben. Das ist kein Kommunikationsproblem. Das ist ein Rollenzuschnitt, den man nicht wegcoachen kann.
Sie sind eine erfahrene Führungskraft, und Sie nehmen Verantwortung ernst. Deshalb liegt es nahe, das Problem bei sich zu suchen und an sich zu arbeiten. Das ist ehrenwert. Aber es gibt drei Fragen, die vorher zu klären sind: Habe ich die Mittel, die meine Verantwortung braucht? Hat die Geschäftsführung ein Bild von meiner Rolle, das mit meinem übereinstimmt? Und: Würde ich diese Rolle, so wie sie heute geschnitten ist, noch einmal annehmen?
Die entscheidende Frage ist nicht „Wie fülle ich die Rolle besser aus?“, sondern „Ist diese Rolle, so wie sie ist, noch meine?“ Wer die Antwort offenlässt, investiert in Coaching für eine Position, die ihn in zwei Jahren ohnehin verlassen wird, und ist dann unvorbereitet.
Ob bei Ihnen Coaching oder Neuorientierung ansteht, lässt sich im Erstgespräch meist schnell eingrenzen. Vertraulich.