Sprechen wir zunächst über das, was real ist. Ja, es gibt Unternehmen, die bei Kandidaten über 50 zögern. Ja, manche Hiring Manager haben ein Bild im Kopf, das eher „digital native, 38, hungrig“ heißt als „erfahren, 54, souverän“. Und ja, in bestimmten Branchen – vor allem in der Digitalwirtschaft und bei Startups – ist das Thema Alter spürbarer als anderswo.
Aber: Diese Fälle machen Lärm. Und Lärm ist gefährlich, weil er dazu verleitet, die eigene Energie an der falschen Stelle einzusetzen. Wer sich innerlich damit beschäftigt, ob „die Gesellschaft“ ein Problem mit dem Alter hat, verliert den Blick für das, was er selbst steuern kann.
Denn gleichzeitig gibt es einen massiven Bedarf an erfahrenen Führungskräften. Unternehmen in Transformationsphasen, in Restrukturierungen, in Turnarounds suchen Menschen, die nicht zum ersten Mal eine Krise steuern. Aufsichtsräte und Gesellschafter wollen jemanden an der Spitze, der oder die unter Druck nicht nervös wird. Und in vielen Branchen – vom Maschinenbau bis zur Immobilienwirtschaft, von der Chemie bis zum Gesundheitssektor – ist Erfahrung kein Makel, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Die entscheidende Frage ist also nicht: „Bin ich zu alt?“ Sondern: „Posinioniere ich mich so, dass mein Erfahrungsvorsprung sichtbar wird?“
Erfahrung ist kein Hindernis. Aber sie muss richtig erzählt werden. Nicht als Chronik der letzten 25 Jahre – sondern als Antwort auf ein konkretes Problem.